Madonna global
Madonnen-Figuren erleben in den letzten Jahren eine Renaissance. Auf T-Shirts, Schals, Geschirr, Schlüsselanhängern und vielem mehr wird die Mutter Gottes abgebildet, von klassisch bis kitschig. Ungebrochen faszinierend ist die Figur – die Reinheit, Unschuld und Hingabe verkörpert – vielleicht gerade in unsicheren Zeiten wie diesen, wo traditionelle Werte scheinbar immer mehr in den Hintergrund treten. Auch den Hamburger Fotografen Jörn Kipping bezaubert die Figur: Vor Jahren begann er sein Fotoprojekt „Global faces of the Madonna“. Es zeigt moderne junge Frauen aus aller Herren Länder als Maria.
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Andrea, Brasilien, Foto: Jörn Kipping
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Wann und wie sind Sie auf die Idee für dieses ungewöhnliche Projekt gekommen?
Vor etwa zehn Jahren habe ich bei einem Shooting aus Spaß einem Model ein Tuch um den Kopf gelegt und sie hat spontan mitgespielt. Madonnenbilder haben mich schon immer fasziniert und ich mache am liebsten Portraits. Die Kombination bedeutet, Portraits von schönen Frauen zu machen. Ich denke, früher oder später musste ich darauf kommen.
Was fasziniert Sie persönlich an der Figur der Madonna?
Die Maria steht für viele Werte und Tugenden und sie verkörpert verschiedene Rollen wie Jungfrau, Geliebte, Gottesmutter, Beschützerin und einige mehr. Bei guten Madonnenbildern vereinen sich ambivalente Eigenschaften wie Unschuld und gleichzeitige Weisheit oder Stärke und Verletzlichkeit. Am stärksten fasziniert mich, dass viele der Bilder eine Sehnsucht erzeugen, die nicht profan im Hinblick auf das Begehren des Weiblichen ist, sondern auf einer ideellen, transzendentalen Ebene.
Es gibt frühchristliche, klassische, moderne, dunkelhäutige, goldene, schlichte, dreihändige, gemalte, geschnitzte, modellierte … Madonnen. Was haben all diese Werke gemeinsam?
Ich möchte zu Ihrer Aufzählung noch die zahlreichen (mehr…)



















