Archiv der Ausgabe 1 | 25. Jahrgang | Frühling 2008Â
- Kulinarische Weltklasse in der Hansestadt
- von Misha Leuschen
Ob’s am Hafen liegt? Fakt ist, dass der Hanseat beim Essen schon immer gern über den Tellerrand geguckt hat. „In keiner anderen Stadt Deutschlands wird auf so hohem Niveau international getafelt“, findet auch Sternekoch Christan Rach. Doch neben den ausgezeichneten – meist über Monate ausgebuchten – Sternerestaurants verbirgt sich in Hamburg so manche kulinarische Perle.
Elf Sterne für Hamburg
Für 2007 vergab der Guide Michelin deutschlandweit wieder die meisten Sterne an die Hansestadt – elf an der Zahl. Kein Wunder, kann die Elbmetropole doch mit einer interessanten Mischung aus alten Hasen und neuen Talenten aufwarten:
Wo Christian Rach seine „Tafelhaus“-Erfolgsgeschichte begann, regiert heute Gunnar Hinz „Das kleine Rote“ in Bahrenfeld. Unprätentiös mag es Wahabi Nouri in seinem Eppendorfer „Piment“, doch bei der französischen Küche mit Marokko- Akzent kommen die Gäste schnell ins Schwärmen.
Gleich vier Restaurants können ihre hervorragende Küche mit Elbblick veredeln: Ob Thomas Martin im „Louis C. Jacob“, Ali Güngörmüs im „Le Canard Nouveau“, Karlheinz Hauser im „Seven Seas“ des Süllberg Hotels oder Christian Rach im „Tafelhaus“ – hier gehen kulinarische Höchstleistungen mit authentischem Hamburg-Flair Hand in Hand. Gediegen hanseatisch (mehr…)
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- Fischland, Darß, Zingst – zwischen Ostsee und Bodden unter endlosem Himmel
Im vergangenen Jahr machte sich ein Team im Auftrag des französisch-deutschen Fernsehsenders „arte“ an die erquickliche Aufgabe, die 20 schönsten Strände der Welt zu dokumentieren. Neben Strandgrößen wie Copacabana, Miami Beach oder Goa schaffte es ein einziger deutscher Vertreter in die Liga der Top 20: der Darßer Weststrand auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Wer hier einmal war, weiß warum. Und wer die Halbinsel nicht kennt, der hat die Entdeckung einer der schönsten Ecken Deutschlands noch vor sich. Gerade mal 250 Kilometer sind es von Hamburg zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, dank der ausgebauten A 20 ein schneller Weg. Und ein lohnender. Wir machen Appetit!

Foto: mofoni / PIXELIO
Fischland-Darß-Zingst ist eine 45 Kilometer lange Halbinsel an der Ostseeküste zwischen Rostock und Stralsund. Sie trennt die Darß-Zingster Boddenkette von der offenen Ostsee. Den südwestlichen Abschnitt der Halbinsel bildet das Fischland, es folgt der Darß, an den sich nach Osten Zingst anschließt.
Das Ostseeheilbad Graal-Müritz ist das Tor zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Hier liegt ein Kurpark, in dem im Mai und Juni zirka 60 verschiedene Rhododendron- und Azaleenarten blühen. Weit über 2.000 Pflanzen verleihen dem Ensemble aus sattem Grün und leuchtenden Farben eine atemberaubende Pracht. Der rund 4,5 Hektar umfassende Park befindet sich direkt im Ort. Er ist einzigartig in Mecklenburg- Vorpommern und einer der größten in Deutschland. Zum Höhepunkt der Blütezeit im Mai findet das Rhododendron- Parkfest statt, in diesem Jahr vom 16. bis zum 18. Mai.
Ostseebad Dierhagen
Das Ostseebad Dierhagen liegt auf einem schmalen Landstrich, der im Westen von der Ostsee und im Osten von den Boddengewässern umspült wird, wobei jeder Uferbereich äußerst reizvoll ist. Während sich an der Ostseeküste ein (mehr…)
Archiv der Ausgabe 1 | 25. Jahrgang | Frühling 2008Â
Die Kunst des Vorlesens wird bei den Vattenfall Lesetagen mit Genuss zelebriert. Das Literaturfestival bietet in seiner 10. Auflage vom 17. bis zum 24. April wieder eine vielfältige Auswahl an Themen und Locations.
Ungewöhnliche Leseorte
Der Veranstaltungsort wird bei den Vattenfall Lesetagen möglichst passend zum Thema des Buches ausgewählt. So finden sich Literaturfreunde nicht selten unter der Erde, in luftiger Höhe oder auf dem Wasser wieder. Ein Zivilschutzbunker gehörte ebenso schon zu den Lesetage-Locations wie der HighFlyer und die Ladeluke des Museumsschiffes Cap San Diego.

Kinderbuchautorin Katja Reider bei einer Lesung im Zaubertheater „Magiculum“
Ebenfalls typisch Lesetage: die Themenvielfalt. Es gibt kaum ein Genre, das noch nicht den Weg ins Programm gefunden hat, jedes Jahr werden weit über 100 Veranstaltungen angeboten.
Bewährter Mix zum Jubiläum
Vattenfall ist mehr als nur Namensgeber der Lesetage: Jeder Autor bekommt einen „Paten“, einen Mitarbeiter des Energieunternehmens, der ihn persönlich betreut und dem Publikum vorstellt. Das Konzept hat sich in einem Jahrzehnt Lesetage bewährt. Es ist ein Lesefest für jedermann, das Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Spaß macht. Mittlerweile sind die Vattenfall Lesetage aus der Hamburger Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken. (mehr…)
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- Hamburger Krimi-Autorin Renate KampmannÂ
Es gibt Krimiautoren, die können kein Blut sehen. Auf dem Papier haben sie keine Probleme damit, ihre Opfer möglichst grausam um die Ecke zu bringen, aber eine echte Leiche haben nur die wenigsten von ihnen je gesehen. Renate Kampmann ist da aus anderem Holz geschnitzt. Mehrere Wochen lang ist die Hamburger Autorin jeden Tag in der Rechtsmedizin des Uniklinikums angetreten, hat den Ärzten dort bei ihrer Arbeit zugesehen und so gelernt, was ihre Romanfigur Leonie Simon als Rechtsmedizinerin wissen muss. Das erfordert gute Nerven und einen robusten Magen. „Man kann vorher schlecht sagen, wie es einem mit der ersten Obduktion geht“, sagt Renate Kampmann. „Aber ich wusste, dass ich relativ hart im Nehmen bin.“
Dabei wirkt die zierliche Dunkelhaarige alles andere als cool und abgebrüht. Schon vor dem Klingeln öffnet sie uns die Tür zu ihrem unauffälligen Einfamilienhaus im Hamburger Osten. Ihr Händedruck ist warm und kräftig, ihre Stimme leise. Schwer zu glauben, dass diese freundliche Person ihr Geld mit Mord und Totschlag verdient. Schon viele hat die 53-Jährige ins Jenseits befördert, sei es als Erfinderin der RTL-Serie „Doppelter Einsatz“, als Drehbuchautorin von „Bella Block“ und den Verfilmungen von Donna Leon-Krimis oder als Schriftstellerin ihrer „Leonie-Simon“-Kriminalromane. Das vierte Buch der Reihe ist gerade erschienen: In „Fremder Schmerz“ wird die Rechtsmedizinerin Leonie von Erinnerungen an ihren Einsatz bei der Tsunami-Katastrophe eingeholt.

Foto: Rosa Frank
Dass sie einmal ihr Geld mit Mord und Totschlag verdienen würde, war für Renate Kampmann auch eine Überraschung. Während der Schulzeit entdeckte die Dortmunderin ihre Liebe zum Theater. Nach dem Umweg über einen ordentlichen Beruf als Fremdsprachenkorrespondentin landete sie endlich als Dramaturgieassistentin bei Zadek in Bochum: „Das war das anstrengendste und verrückteste Jahr meines Lebens, ein Sprung ins kalte Wasser. Da habe ich viel Wissen mitgenommen und bin erwachsen geworden.“
Kurz steckt ihr Mann, der Schauspieler Klaus Mikoleit, den Kopf ins makellos aufgeräumte Wohnzimmer, bevor er wieder in sein Arbeitszimmer verschwindet. Sein Engagement am Thalia Theater war der Grund, warum Renate Kampmann Mitte der 70er mit an die Elbe kam. „Hamburg, das war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sie sich. Und daran, dass es für sie am Theater keine Arbeit gab. Sie jobbte als Sekretärin, kriegte schließlich beim NDR den Fuß in die Tür und kapierte, „ich muss studieren, um in gewisse Berufe einzukommen.“ (mehr…)
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Ob Bogey oder Birdie, Driver oder Eisen

Foto: Rainer Sturm / PIXELIO
– beim Golfspielen kommt es immer auf den richtigen Schwung an. Diesen suchen mittlerweile rund eine halbe Million Golfbegeisterte, über 20.000 davon üben ihn auf dem Hamburger Grün. Seit 1907 entwickelt sich Golf immer mehr zum Breitensport, sowohl die Mitgliederzahl als auch die Zahl der Golfclubs steigen stetig an. Rund um und in Hamburg haben sich mittlerweile über 20 Clubs sowie zahlreiche Golfranges angesiedelt.
Dass der Golfsport durch englisch-amerikanische Kurgäste seinen Weg nach Deutschland fand, ist unumstritten. Bei der Frage nach dem Ursprungsland allerdings scheiden sich die Geister. Die einen sehen gelangweilte schottische Schafhirten, die im 13. Jahrhundert als Zeitvertreib Kiesel mit Stöcken in natürliche Ziele sausen ließen, als Erfinder des Sportes. Historiker nehmen dagegen an, dass Golf in den Niederlanden entstand und auf das Kolven (niederländisch Kolf = Schläger) zurückzuführen ist, welches vorwiegend auf Eis oder in Hallen gespielt wurde.
Der erste deutsche Golfverband wurde am 26. Mai 1907 in Hamburg gegründet. Damals wurden die Schläger noch aus besonders harten Holzarten hergestellt. Heute haben Eisen, Titan und Graphit die (mehr…)