Archiv der Ausgabe 3 | 24. Jahrgang | Herbst 2007Â
Fischbrötchen, Möwengeschrei, ´ne steife Brise – da fehlt dem Hanseaten nur noch das passende Boot. Auf der hanseboot 2007 können sich Landratten und Seebären vom 27.10. bis zum 4.11. über die neuesten Trends auf See schlau machen.

„hanseboot“ 27.10.-4.11., täglich 10 bis 18 Uhr, Mittwoch, 31. Oktober 10 bis 20 Uhr,
www.hanseboot.de; Fotos: Foto HMC / Michael Zapf, Hartmut Zielke
Viel gibt es in den neuen Messehallen auf rund 78 000 Quadratmetern zu sehen. Rund 900 Aussteller aus 30 Nationen zeigen – oft als Weltpremiere – hochseegängige Segel- und Motoryachten, familiengerechte Segelund Motorboote, Katamarane, Trimarane, Schlauchboote, Kanus und Kajaks. Der Trend bei den mehr als 12 000 gezeigten Booten geht dabei zu komfortableren und größeren Modellen. Ein Highlight wird die schnelle und elegante neue schwedische Hallberg-Rassy 54 sein, doch Segelfans warten ungeduldig auf die Solaris 72 der italienischen Werft Se.Ri.Gi, eine Villa auf dem Wasser und eines der größten Boote auf der hanseboot – und mit einem Kaufpreis von über drei Millionen Euro auch eins der teuersten. Neben der Swan 53, die als Rolls-Royce auf dem Wasser gilt, präsentieren auch Spitzenwerften wie Baltic und Oyster wieder ihre Yachten des oberen Segments.
Die hanseboot Classics wird aufgrund der großen Nachfrage (mehr…)
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- Entertainer Stefan Gwildis im Gespräch
„Habt ihr Maggi?“ Mit dieser Frage hat Stefan Gwildis die junge Kellnerin in der Oberhafenkantine voll auf dem falschen Fuß erwischt. „Gwilde“ ist definitiv ein Maggi-Mann – bodenständig, handfest und ohne Gedöns. Deshalb gibt er sich auch ohne Murren mit Essig für seine Linsensuppe zufrieden.Â

„Die große Freiheit“, 15.9.-21.10., St. Pauli Theater Neue Doppel-CD plus DVD, live 2007,„let’s did it“, ab 31.8.2007; Fotos: David Biene
Oberhafenkantine voll auf dem falschen Fuß erwischt. „Gwilde“ ist definitiv ein Maggi-Mann – bodenständig, handfest und ohne Gedöns. Deshalb gibt er sich auch ohne Murren mit Essig für seine Linsensuppe zufrieden. Der Erfolg der letzten Jahre ist dem 48-jährigen Musiker eindeutig nicht zu Kopf gestiegen. Mit seinem Konzept, klassische Soulnummern kongenial umzusetzen, traf er 2003 mit seinem Album „Neues Spiel“ einen Nerv. Heute bespielt der Sänger mit der großen schwarzen Stimme deutschlandweit volle Säle, seine CDs mit Coverversionen und eigenen Songs verkaufen sich auch ohne viel Werbung, und das Geld reicht sogar für einen Opel Astra.
Denn Gwildis ist ein begnadeter Entertainer. Geradezu spirituell (mehr…)
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- Galeriebesuch bei Künstler Eiko Borcherding
Die Meisterwerke des italienischen Malers Michelangelo Merisi da Caravaggio haben mit ihrer Lichtdramatik und ihrem eindringlichem Realismus Generationen von Künstlern inspiriert. Dem jungen Hamburger Zeichner und Illustrator Eiko Borcherding gelingt eine eigene Sicht – der Meister des Frühbarocks führte ihn in die eigene Familiengeschichte.
Aus Werken Caravaggios ließ sich Borcherding von einzelnen Elementen, die der Betrachter so noch nicht gesehen hat, zu eindringlichen, fesselnden und einzigartigen Zeichnungen und Skizzen anregen. Das Skizzieren findet Borcherding dabei besonders spannend, denn oft findet er Skizzen „viel interessanter und lebendiger als das fertige Bild.“
Sofort fällt auf, dass da einer ist, der zeichnen kann wie die Klassiker. „Zeichnerische Qualitäten sind mir wichtig“, erklärt der junge Hamburger. Nachdem im vergangenen Jahr fast ausschließlich Radierungen entstanden – u. a. ein Zyklus zu Gedichten von Baudelaire – führen die Caravaggio- Adaptionen zu einer neuen Serie von Zeichnungen. „Hierbei arbeite ich mit alten Fotos, hauptsächlich aus meiner Familie, die ich in der Verbindung mit anderen Motiven auf eine neue erzählerische Ebene bringe und dadurch eine leicht verfremdende Wirkung erziele“, erklärt er.
Die Arbeiten des Künstlers sind eher stille Arbeiten, denn im Gegensatz zu grellen Farben, die unmittelbar wirken, ziehen die zarten Linien und pastelligen Farben der Borcherdingschen Werke den Betrachter sachte in den Bann. (mehr…)
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- Sorgfältig ausgewählt, schonend verarbeitet und sinnenfroh genossen
Woher stammt ein Lebensmittel? Durch wessen Hände ist es gegangen? Die Wahrheit über wirklich gutes Essen ist einfach: Schmecken muss es, die Lebensmittel und Zutaten müssen von bester Qualität sein, die Zubereitungsarten schonend. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, denn Essen und Trinken sind jenseits der blanken Lebensnotwendigkeit ein wesentlicher Bestandteil einer sinnenfrohen Lebensgestaltung.

Foto: BORCO-Marken-Import GmbH & Co. KG
Der Mensch ist, was er isst: Diese These des Philosophen Ludwig Feuerbach ist heute noch als Anekdote bekannt und wird gern zitiert. Längst wissen wir, wie wichtig es ist, auf frisches Gemüse und Obst und auf Vitamine und Mineralsalze zur Steigerung der Leistungsfähigkeit zu achten. Doch Essen ist mehr, alle Sinne sind dabei lebendig. Bestes Beispiel ist unsere Wahrnehmung von Frische. Die Knackigkeit eines Salates hören wir, zugleich riechen wir sie, die Augen sehen ein reines Grün: Dann freuen sich unsere Geschmacksnerven. Unser eigenes Kraftwerk bedient sich all der Stoffe, die helfen, gesund und leistungsfähig zu sein.
Die Schweizer haben den schönen Begriff Comestibles für Feinkost, all jene Esswaren, die mit besonderer Sorgfalt ausgewählt wurden und strenge Qualitätskriterien erfüllen. 1976 definierte der Bundesverband der Deutschen Feinkostindustrie den Begriff: „Feinkosterzeugnisse sind Lebensmittel, die nach Art, Beschaffenheit, Geschmack und Qualität dazu bestimmt sind, besonderen Ansprüchen bzw. verfeinerten Essgewohnheiten zu dienen. Bei Rohstoffauswahl, Herstellung und Vertrieb der Erzeugnisse wird eine besondere (mehr…)
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- Vom Strandraub bis zur Sommerfrische
„Die Menschen hier sind an Arbeitsamkeit, an Bedürfnislosigkeit und an körperliche Anstrengungen gewöhnt. Sie sind dabei stark, fleißig und sparsam.“

Im Eismeer machten die Walfänger reiche Beute; Fotos: Archiv Deppe
So beschrieb ein Chronist die Verhältnisse auf Sylt vor drei Jahrhunderten. Und noch 1876 wunderte sich der Schriftsteller Julius Rodenberg: „Lieder habe ich auf Sylt nicht gehört. Der Kampf mit dem Meer hat die Friesen ernst gemacht, und ihr Leben ist ein Leben voller Sorgen und Arbeit.“ Der Alltag der Sylter Ahnen, das war ein Leben voller Entbehrungen und Mühsal, gekennzeichnet von viel Arbeit und wenig Vergnügungen.
Die unzulänglichen Zustände dokumentierten sich anschaulich in der täglichen Ernährung. Ein Sylter notierte: „Der beständige Mangel an Getreide ging so weit, daß man das Brodt beinahe vergötterte und daß, wenn man zufällig ein Stück fallen ließ, es beym Aufnehmen küßte.“ Frisches Fleisch war noch um 1800 die absolute Ausnahme und kam nur sehr gelegentlich nach einer Schlachtung auf den Tisch. Der Speiseplan las sich für heutige Verhältnisse eher unappetitlich: Im 14. und 15. Jahrhundert waren getrocknete Rochen neben Grütze das übliche Mittagsmahl. Zum Frühstück gab es Grütze mit Eiern, abends Fisch. (mehr…)