Zu guter Letzt
Kunst & Kultur-Archiv der Ausgabe 4 | 3. Jahrgang | Winter 2007
Die Brandenburgische Schlösserlandschaft wird von vielen geliebt. Entstanden aus dem Ehrgeiz der damaligen Fürsten und Herren, sind sie heute Kulturbesitz und Vorzeigeobjekt einer ganzen Region. Doch was für die meisten verborgen bleibt, ist die Mühe, die der Erhalt fordert. Hartmut Dorgerloh, seit 2002 Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg, hat sein Herz dieser Aufgabe verschrieben und weiß genau was er zu tun hat.
Wie fällt die Bilanz der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten BerlinBrandenburg 2007 aus?
Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Foto: spsgUnsere Schlösser und Gärten sind auch in 2007 Publikumsmagnete geblieben, und mit unseren beiden großen Ausstellungen über den Berliner Maler Franz Krüger und die eleganten Schöpfungen königlicher Porzellane des 19. Jahrhunderts konnten wir die Besucher begeistern.
Welche Höhepunkte darf der Besucher 2008 erwarten?
Wie in jedem Jahr wird die SPSG auch 2008 ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm präsentieren. Zu den „Highlights“ zählt neben der Schlössernacht, die im kommenden Jahr zum zehnten Mal stattfindet, vor allem die Ausstellung „Macht und Freundschaft“, die im Berliner Gropius-Bau zu sehen sein wird und sich mit den vielfältigen kulturellen Beziehungen zwischen Preußen und Russland in der Zeit zwischen 1800 und 1860 auseinandersetzt.
Welchen Erfolg brachte der freiwillige Parkeintritt in Potsdam und Berlin?
Vor allem bei auswärtigen Besuchern haben wir eine deutliche Akzeptanz festgestellt. Dank der freiwillig geleisteten Beiträge zum Erhalt der Gärten konnten wir das Blumenparterre im Park Sanssouci sowie kostbare Bodenmosaike im Babelsberger Park restaurieren.
Warum halten Sie trotz großer Kritik an der strikten Durchsetzung der Parkordnung fest?
Unsere Parks gehören zum UNESCOWelterbe und zählen zu den schönsten Schöpfungen der Gartenkunst in Europa. Genauso wie die Schlösser verdienen und brauchen die Parks unseren ganz besonderen Schutz, damit sich die Besucher – Anwohner wie Touristen – auch in Zukunft an ihrer Pracht erfreuen können.
Können Sie den Wettlauf zwischen Verfall und Restaurierung der historischen Bausubstanz gewinnen?
Wir hoffen das sehr und sind zuversichtlich, dass es uns gelingen wird.
Wie reagieren Ihre Geldgeber – der Bund sowie die Länder Brandenburg und Berlin – auf den gewaltigen Sanierungsbedarf? Sind Sie mit den Finanzierungszusagen zufrieden?
Unsere Geldgeber reagieren mit großem Verständnis und wollen ihre Zuwendungen für die Sanierungen deutlich aufstocken, wofür ich sehr dankbar bin. Wir haben dann die Möglichkeit, unsere dringendsten Vorhaben anzupacken.
Welches Sanierungsprojekt liegt Ihnen persönlich momentan besonders am Herzen und warum?
Mir sind alle gleich wichtig!
Wie bereiten Sie den 300. Geburtstag von Friedrich II. 2012 vor?
Auf dieses Ereignis, das unter dem Motto „Friedrich 300“ steht, freuen wir uns ganz besonders, und entsprechend feierlich möchten wir das Jubiläumsjahr begehen. Bereits jetzt fangen wir an: Im Neuen Palais im Park Sanssouci, dem größten Schlossbau Friedrichs des Großen, haben Restaurierungsarbeiten begonnen, damit die Besucher viele bisher unzugängliche Räume dieses wunderbaren Hauses 2012 wieder besichtigen können. Zudem veranstaltet die SPSG regelmäßig wissenschaftliche Symposien zu Friedrich, um der Person des wohl bekanntesten preußischen Königs möglichst nahe zu kommen.
Wann fallen die Gerüste am Marmorpalais?
Geplant ist, dass der Hauptbau Ende 2008 wieder ohne Gerüste zu bewundern ist.
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