Zu guter Letzt
Archiv der Ausgabe 3 | 3. Jahrgang | Sommer 2007
Prof. Siegfried Matthus gehört zu den Künstlern, die mit einer so reichen Erfindungsgabe gesegnet sind, dass jedes einzelne Werk immer nur eine Facette ihrer Möglichkeiten bieten kann. Der 1934 geborene Komponist besuchte die Oberschule in Rheinsberg, studierte an der Hochschule für Musik in Berlin, war Meisterschüler Hanns Eislers, schuf große Opern und vokale Miniaturen. Er gehörte zu den am meisten aufgeführten Komponisten der Gegenwart.
Seit 1991 ist Prof. Matthus künstlerischer Leiter der Kammeroper Schloss Rheinsberg.
Sie sind mit dem Projekt Kammeroper Schloss Rheinsberg durch viele Tiefen gegangen, bevor Sie die Höhen erreichten. Lähmen Diskussionen um Etats, Kürzungen und Zuwendungen künstlerische Kreativität?
Foto: Kammeroper Schloß Rheinsberg / Henry MundtNatürlich befördern Diskussionen über Etats und das Besorgen von Geldern für die Durchführung unserer Projekte nicht gerade die künstlerische Kreativität, jedoch können keine künstlerischen Ideen zur Realität werden, wenn sie nicht finanziell abgesichert sind.
Heute ist die Kammeroper Schloss Rheinsberg mit ihrer internationalen Ausstrahlung und mit ihrem soliden wirtschaftlichen Fundament eine gemeinnützige Institution mit ausgeglichenen Bilanzen. Wer waren Ihre wichtigsten Verbündeten auf diesem Weg?
Ihre Einschätzung ist richtig, jedoch müssen wir für jede Saison das wirtschaftliche Fundament neu bauen. Die wichtigsten Verbündeten sind unsere wunderbaren Sänger, die sich in einem steigenden Maße für eine Opernrolle in Rheinsberg bewerben und die inzwischen an allen großen Opernhäusern der Welt singen.
Worauf dürfen sich die Besucher des Rheinsberger Festivalsommers 2007 freuen?
Wir bieten ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm. Opernaufführungen, Operngala, Konzerte, Operndiskussionen mit Kindern, Abendlieder beim Sonnenuntergang „Der singende See“ – vor allem dürfen sich unsere Besucher auf die großartigen internationalen Sänger freuen.
Was ist für Sie der Höhepunkt 2007?
Ohne Überheblichkeit: wir haben nur Höhepunkte.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Kammeroper Schloss Rheinsberg?
Wir wünschen uns weiterhin die finanziellen Grundlagen für unsere Arbeit und dass der Kultur in unserem Lande – der Opernkultur im Besonderen – als unabdingbares Lebenselixier und als Quelle der Identifikation für alle Menschen mehr Beachtung geschenkt wird.
Rheinsberg spielt in Ihrem Leben eine besondere Rolle: Sie gingen hier zur Schule, sind Ehrenbürger der Stadt und „Vater“ der Kammeroper. Was macht für Sie den Reiz von Rheinsberg aus?
Das ist einmal die wunderbare Landschaft, das ist die historische Vergangenheit der Stadt und das sind die vielen Möglichkeiten, hier mit jungen Menschen zu musizieren und schöpferisch zu arbeiten.
Sie sind 73 Jahre alt. Sie komponieren – die Uraufführung Ihrer letzten Oper „Cosima“ mit der spannenden Entdeckergeschichte liegt erst ein paar Monate zurück –, organisieren, ebnen Wege für den Nachwuchs, fördern neue Musik. Was sind die Quellen für so viel Kraft?
Diese Kraft gewinne ich aus dem Enthusiasmus der jungen Menschen, die mit ihrem Charme und dem ungebändigten hoffnungsvollen Willen für ihre künstlerische Zukunft arbeiten und fest daran glauben.
bm
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