ZU GAST IN EINEM SCHMUCKSTÜCK
Archiv der Ausgabe 3 | 2. Jahrgang | Herbst 2006
- Ferdinand von Arnim baute Villen, Kirchen, Schlösser und Schweizerhäuser
Alljährlich öffnen am zweiten Sonntag im September historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen. Der Tag des offenen Denkmals lässt Wissenshungrige und Neugierige zu Streifzügen und Erkundungen ein. In diesem Jahr öffnete die frisch sanierte Villa Arnim in der Jägervorstadt ihre Pforte.
Die frisch sanierte Villa Arnim, Foto: Jügen Strauss Die Villa in der Weinbergstraße trägt den Namen ihres Erbauers. Der Baumeister mit dem so klangvollen Namen derer von Arnims hinterließ in Potsdam viele steinerne Spuren seiner Kunst. Ferdinand von Arnim baute unter Ludwig Persius an der Heilandskirche in Potsdam-Sacrow, errichtete den normannischen Turm auf dem Ruinenberg nach Persius’ Plänen und leitete die Umgestaltung des Jagdschlosses Glienicke. Aus der Hand des Schinkelschülers stammten insgesamt zehn Schweizerhäuser in Potsdam und Umgebung, von denen vier erhalten sind. Zahlreiche Villen baute Ferdinand von Arnim, so die des Generalmajors von Haake in der Jägerallee 1, die Villa Arndt in der Friedrich-Ebert-Straße 63 und das spätklassizistische Schmuckstück in der Weinbergstraße 20. Baumeister Ferdinand von Arnim, der übrigens auch ein ausgezeichneter Aquarellmaler war, baute 1859/60 die Villa als sein Wohnhaus in strenger, klassizistischer Form. In dem zweigeschossigen Bau mit Garten wohnte im Sommer 1943 Henning von Tresckow, einer der Hauptbeteiligten des 20. Juli 1944.
Heute haben in der aufwendig sanierten Villa mit den auffälligen Schmuckreliefs aus Terrakotta der Industrieclub Potsdam und die University of Management and Communication (FH) ihren Sitz.
Der im November 1998 gegründete Industrieclub Potsdam „Christian Peter Wilhelm Beuth“ e. V. ist ein informelles Begegnungs-, Kompetenz– und Koordinierungszentrum, das die industrielle Entwicklung mit den kulturellen und wissenschaftlichen Potentialen in der Metropolenregion verbindet. Wichtigstes Ziel ist die offensive Vermarktung aller Leistungen der Region. Dazu gehören neben wettbewerbsfähigen Erzeugnissen und Dienstleistungen auch die hervorragenden Ergebnisse aus Wissenschaft, Bildung und Kultur als Basis der regionalen Identität. Partnerschaftlich verbunden ist der Industrieclub mit der Zukunftsagentur Brandenburg.
Vorstandsvorsitzender ist seit Mai 2006 Gerhard Lehmann, dessen Unternehmen Film-, Fernseh- und DVDProduktionen aus allen Sprachen übersetzt und in allen Sprachen untertitelt. Der Industrieclub bietet seinen
Mitgliedern und Gästen eine Fülle von Veranstaltungen, die meist Wissensvermittlung und Netzwerkarbeit zugleich sind. Die Villa Arnim, vis-a-vis dem Haupteingang zum Park Sanssouci, ist dafür eine gute Adresse mit edlem Ambiente. bm






















