Wohlfühlatmosphäre in Wellness-Oasen
Archiv der Ausgabe 1 | 4. Jahrgang | Frühjahr 2009
- In Brandenburg und im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern warten zahlreiche Hotels und Thermalbädermit erfrischenden Wohlfühlangeboten auf
Wohl kaum ein anderer Begriff hat den Tourismus in den vergangenen Jahres so stark verändert wie „Wellness“. Im Wettbewerb um den anspruchsvollen Gast kommt kaum ein Hotel mehr ohne ein Schwimmbad oder zumindest einen Whirlpool, mehrere Saunen, einen gut bestückten Fitnessraum und ein vielfältiges Massageangebot aus. Auch wenn sich nicht jeder Gast mit der gleichen Intensität während seines Aufenthaltes in den Bademantel schwingt, so gehört das Niveau des Wohlfühlbereichs zu den wichtigsten Auswahlkriterien. Der Brandenburger Tourismus wäre ohne die zahlreichen Thermen rund um Berlin gar nicht mehr vorstellbar. Hier findet jeder garantiert den passenden Ort für ein gesundes Freizeitvergnügen. Mecklenburg-Vorpommern verbindet die Angebote unterm Hallendach noch mit der ausgezeichneten Wirkung des Meeresklimas.
Foto: www.photocase.comFür schätzungsweise 200 Millionen Euro sind in den vergangenen zehn Jahren große Thermalbäder in Brandenburg entstanden. Sie nutzen in Bad Saarow, Templin, Burg im Spreewald und Belzig warme und heilende Sole aus den Tiefen der Erde. Sie belebt nicht nur den Kreislauf, sondern trägt auch zur Reinigung und Stärkung der Haut bei. Dazu kommen mindestens 15 weitere Erlebnisbäder und große Sauna-Thermen, etwa in Ludwigsfelde, Bad Wilsnack, Luckenwalde und Oranienburg, die ihr Wasser zum großen Teil ebenfalls mit heilender Sole anreichern. Mehrere große Wellness-Hotels in Bad Saarow, im Spreewald, in Rheinsberg und in Neuruppin bieten ihren Gästen große Verwöhnpakete an.
Wellness-Verband vergibt nur selten das Siegel „Exzellent“
In Mecklenburg-Vorpommern, das mit jährlich rund 27 Millionen Übernachtungen dreimal so viele Gäste wie Brandenburg zählt, verstehen sich gleich 120 Häuser als Wellness-Hotel. Ein Drittel davon lässt sich regelmäßig vom Deutschen Wellness-Verband zertifizieren. Wer den strengen Kriterien und dem Urteil der anonymen Tester genügt, kann mit einem Prüfsiegel unterschiedlicher Kategorien auf Flyern, im Internet oder an der Rezeption um Gäste werben.
„Inzwischen ist unsere Auszeichnung unter den Gästen fast so bekannt wie die Klassifizierung der Hotels nach den Sternen des Hotel- und Gaststättenverbandes“, heißt es von dem sich als gemeinnützig und unabhängig verstehenden Deutschen Wellness-Verband. Zu den Mindest-Voraussetzungen für die Zertifizierung eines Hotels gehört vor allem eine klar erkennbare Ausrichtung auf Wellnessgäste mit besonderer Gastlichkeit und ServiceQualität. Der Gast soll sofort eine „umfassende Wohlfühl-Atmosphäre und die persönliche Ansprache spüren“, verlangt der Verband. Eine umweltbewusste Betriebsführung sollte ebenso selbstverständlich sein wie der Schutz nichtrauchender Gäste vor Tabakqualm. Außerdem können die Gäste in geprüften Hotels komfortable Zimmer in ruhiger Lage, täglich erneuerte Körperpflegeartikel im Badezimmer, einen Bademantel sowie eine kostenlose Flasche Mineralwasser bei Anreise erwarten. Im Speisen- und Getränkeangebot soll ein klarer Bezug zu gesundem Genuss erkennbar sein. Der „moderne und hinreichend große Spa- und Wellnessbereich“ muss mindestens ein Wassererlebnis, eine Sauna, ein Dampfbad, einen Fitness- oder Gymnastik-Raum, eine Beauty-Abteilung, einen Anwendungsbereich für Massagen und andere Körperbehandlungen, geschlossene Ruhe- und Relax-Bereiche sowie angenehme Aufenthaltsmöglichkeiten bieten.
Zu den wenigen Hotels in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, die das höchste Prädikat „Exzellent“ tragen dürfen, gehört das Hotel „Esplanade“ in Bad Saarow, das auch ein belebendes Bad im Neuzeller Schwarzbier anbietet. Außerdem können sich „Das Ahlbeck“ in Ahlbeck, das Strandhotel und das Hotel „Ostseeblick“ in Heringsdorf und das Hotel „Meerlust“ in Zingst mit „Exzellent“ schmücken. So eine Zertifizierung schlägt mit Kosten von mehr als 3 000 Euro zu Buche. Wie die Erfahrung zeigte, verzichteten schon aus diesem Grund einige Hotels von vornherein auf die Beantragung des höchsten Gütesiegels, dessen Gültigkeit auf zwei Jahre begrenzt bleibt. Andere vertrauen auf ihre Bekanntheit und ihren guten Namen, wie das Brandenburger Flaggschiff unter den Wellness-Anlagen: Das Hotel „Zur Bleiche“ in Burg im Spreewald. Auch das „Kempinski“ in Heiligendamm oder das „Neptun“ in Rostock-Warnemünde vermissen die Leser allein aus diesem Grund auf der Internetseite des Wellness-Verbandes.
Mitten im Binnenland weist ein Leuchtturm den Weg
Oft fällt die Entscheidung für das Ziel eines Kurzurlaubs oder eines Tagesausflugs ohnehin nach der Empfehlung von Freunden und Verwandten. Darauf beruhen beispielsweise die Erfolge des Hotels Bayrisches Haus in Potsdam, des Advena-Hotels Bollmannsruh bei Brandenburg (Havel), des Hotel-Parks Ambiance im Ostseebad Sellin und des „Fürst Jaromar“ Hotel Resort & Spa im Ostseebad Thiessow, beides auf der Insel Rügen, oder des Parkhotels Bansin auf der Insel Usedom.
Zu den Neulingen auf dem Markt der Wellness-Hotels gehören das IFA Hafendorf Rheinsberg und das Ferienresort „Weiße Wieck“ in Boltenhagen an der Ostseeküste bei Wismar. Das Rheinsberger Hafendorf am Rande der einst als „Bilderbuch für Verliebte“ von Kurt Tucholsky verewigten Stadt kann für sich in Anspruch nehmen, mit einem echten Leuchtturm auf sich aufmerksam zu machen. Er weist den zahlreichen Gästen, die mit Hausbooten anreisen, den Weg. Der Ankerplatz liegt meistens direkt vor den vielen Ferienhäusern. Im neuen Hotel befindet sich ein großzügiger Wellnessbereich mit allen Annehmlichkeiten.
Baden in osmanisch-orientalischem Seifenschaum
Wer die märkischen Wohlfühlangebote zu günstigen Preis nutzen will, kann im neuen Katalog „GUTTUN Marke Brandenburg“ der Tourismus Marketing Brandenburg GmbH aus zahlreichen Adressen wählen. Da stellt sich schon beim Lesen die Vorfreude ein: „Augen schließen, ausstrecken und loslassen in osmanisch-orientalischem Seifenschaum, mit indischen Ölen oder malayischer Kakaobutter.“
Unter dem Titel „Tage wie Vitamine“ werden 31 Hotels der 3- und 4-Sterne-Kategorie vorgestellt, die 65 buchbare Wellness-Arrangements anbieten. Neben günstigen Preisen für bis zu drei Übernachtungen im Doppelzimmer erwarten die Gäste Beauty-Relax-Programme, Sauna, Fitness- und Outdoorangebote oder Abendmenüs. Die Pauschalen, die zwischen 99,– und 395,– Euro pro Person im Doppelzimmer kosten, gibt es bei Gastgebern von der Uckermark bis zum Spreewald, vom Havelland bis zum Seenland OderSpree.
Aber auch ihren Tropenurlaub können Gäste in Brandenburg verbringen. Neun Thermen stellen unter der Rubrik „Thermen & Bäder – rundum wohlfühlen“ in der Broschüre ihre Wohlfühlwelten vor. Ob Licht- und Farbspiele in der Belziger SteinTherme, Badespaß für die ganze Familie in der Fläming-Therme Luckenwalde oder Entspannung im Gesundbrunnen Neuruppin am Ufer des längsten Sees in Brandenburg – das Thermenangebot bietet Alltagsabstand von Ayurveda bis Aquafitness. Auch Hotels ohne eigenes Schwimmbad, eigene Saunen oder Massageräume schließen sich der Wellnesswelle an. Sie haben mit nahe gelegenen Thermen und Erlebnisbädern preisgünstige Arrangements vereinbart und können so ebenso mit Rasul, Aromaölmassage oder Körperpeelings werben. Diese Kombination aus einem niedrigen Übernachtungspreis und einem verbilligten Eintritt in eine Therme kann der Gast unter anderem im Spreewald, im Fläming und in der Uckermark nutzen.
Medical Wellness braucht die Begleitung durch einen Facharzt
Neuerdings taucht mancherorts der Begriff „Medical Wellness“ auf. Er zielt auf den Gesundheitseffekt jenseits von passivem Entspannen ab. Schon beim ersten massenhaften Auftreten des Wellness-Gedankens wollten Mediziner damit für eine bewusste Lebensweise werben, um Krankheiten von vornherein gar nicht erst zuzulassen.
Inzwischen gibt es in mehreren Kurorten auch fachärztlich begleitete Wellness-Programme. Sie richten sich unter anderem an Personen mit Rückenbeschwerden, rheumatischen Erkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen und deren begünstigenden Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Metabolischem Syndrom und Nikotinsucht, aber auch an all jene, die unter stressbedingten Beschwerden und Störungen leiden. „Mit dieser Klarstellung wollen wir mit der irrigen Meinung aufräumen, Wellness bzw. Medical Wellness sei nur etwas für die Schönen und Reichen, die sich von Zeit zu Zeit in Hotels und Privatkliniken luxuriös verwöhnen oder behandeln lassen“, heißt es vom Deutschen Wellnessverband.
Für eine kleine Auszeit vom Alltag empfehlen sich immer die Thermalbäder, die sich wie auf einer Perlenschnur rund um Berlin reihen. Dabei gibt es durchaus beträchtliche Unterschiede. Seit dem Jahre 2006 lädt in Ludwigsfelde im südlichen Berliner Umland die Kristall Thermen- und Saunalandschaft als erste textilfreie Saunatherme Deutschlands zum Besuch ein. Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich das Konzept bewährt. Die Gäste schätzen die zwanglose Atmosphäre und das problemlose Wechseln vom Thermalbecken in den Saunabereich und umgekehrt. Mittwochs und sonntags ist der höflich vorgetragene FKK-Zwang aufgehoben. Da mischen sich bekleidete und unbekleidete Besucher. Die beiden Thermalbecken weisen einen Solegehalt von bis zu fünf Prozent und Temperaturen von 33 bis 36 Grad Celsius auf. Etwas kühler ist das Wasser im Süßwasserbecken. Mehr als zehn Saunen stehen zur Auswahl.
Schwimmen und entspannen in der größten Halle der Welt
Superlative werden auch 60 Kilometer weiter südöstlich geschrieben. In die mit einer Länge von 360 Metern, einer Breite von 210 Metern und einer Höhe von 107 Metern größten freitragenden Halle der Welt in Brand zog Ende 2004 der Freizeitpark „Tropical Islands“ ein. Ursprünglich sollten hier riesige Luftschiffe gebaut werden. Doch das Unternehmen Cargolifter ging pleite, so dass der malaysische Konzern Tanjong zwei große Badebecken und einen tropischen Regenwald unters Hallendach setzen ließ. Seit Sommer 2007 erwartet hier ein großes Wellness-Center mit exotischen Saunen, Dampfbädern und Massagemöglichkeiten seine Gäste.
Direkt aus einem Flussarm der Spree stammt die Spezialität der Spreewaldtherme in Burg, die 2008 ihr dreijähriges Bestehen feierte. Die Scenedesmus quadricauda, wie der lateinische Name lautet, findet sich in unterschiedlichen Kosmetik- und Wellnessprodukten und sogar in ganz kleinen Mengen in den angebotenen Speisen. Überall trägt die im Institut für Getreideverarbeitung in Bergholz-Rehbrücke vermehrte Alge dank ihrer Vitamine und Spurenelemente zur Stärkung des Wohlbefindens bei.
Internet:
www.NaturThermeTemplin.de
www.flaemingtherme.de
www.bad-saarow.de
www.jaromar.de
www.iberotel.de
www.advenahotels.com
www.hotel-ambiance.de
www.kristall-saunatherme-ludwigsfelde.de
www.kristalltherme-bad-wilsnack.de
www.DAS-AHLBECK.de
www.ancon-hotels.de
www.hotel-am-meer.de
























