URLAUB FÜRS ICH
Archiv der Ausgabe 3 | 2. Jahrgang | Herbst 2006
- Wie aus dem Herbstblues ein schwungvoller Walzer wird
„Seufzend in geheimer Klage streift der Wind das letzte Grün …“ So poetisch beschrieb Theodor Storm den Abschied vom Sommer. Herbstblues, November-Moll, leise Melancholie. Gleich dem Garten vor der Tür kommen auch wir zur Ruhe. Der üppige, laute, rauschende Sommer ist zu Ende. Zeit für Entspannung, innere Ruhe, Gemütlichkeit und ein ganz persönliches Verwöhnprogramm. Ob Gesundheitsurlaub, Wellness-Quickie oder Kuschel-Wochenende – Brandenburg bietet zwischen Bad Wilsnack und Bad Saarow, zwischen Templin und Belzig eine Fülle von Angeboten, die Erlebnis, Zuwendung, Genuss und die Weite der Landschaft vereinigen.

Auch wenn es als ganz modernes Wort erscheint, wurde der Begriff „Wellness“ erstmals um 1650 erwähnt und bedeutete schon damals Gesundheit und gute körperliche Verfassung. Heute verstehen die meisten Menschen darunter einen Zustand von hohem Wohlbefinden, der den harmonischen Gleichklang von Körper, Geist und Seele beschreibt. SPA ist kein Synonym für „Wellness“, sondern eine Abkürzung für „sanum per aquam“ = Gesundheit durch Wasser.
„Medical Wellness” ist der neueste Trend. Dahinter verbirgt sich die Kombination aus Erholung, Vorsorge und Fitness-Training, um so nachhaltige Ergebnisse für die Gesundheit zu erzielen. Gerade für Menschen, die unter den so genannten Zivilisationskrankheiten wie Rückenbeschwerden, Rheuma, Herz- Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, stressbedingten Beschwerden und Störungen leiden, sind die „Medical-Wellness“-Programme hilfreich, da sie langfristig angelegt sind. Sie zielen auf Veränderungen des Lebensstils, auf ein Mehr an Selbstverantwortung, Ernährungsbewusstsein, körperliche Fitness, Stressmanagement und Umweltbewusstsein.
Die Kräfte zu nutzen, die uns die Natur in reichem Maße schenkt – das ist seit alters her das beste Rezept des Menschen, gesund zu bleiben. Ob Sie sich für einen Kuraufenthalt oder einen Gesundheitsurlaub entscheiden – in Brandenburgs Bädern werden stets die vorhandenen natürlichen Heilmittel, verbunden mit modernen medizinischen Methoden, genutzt, damit sich Körper und Seele in sanfter Balance erholen können. Im Land Brandenburg besitzt das Kur- und Bäderwesen eine mehr als 300-jährige Tradition. Ein Aufenthalt in Thermalsolebädern, Therapiezentren, Kureinrichtungen und großzügigen Saunalandschaften ist ein Urlaub für das Ich, der dem Herbstblues keine Chance lässt.
Bad Wilsnack

Bad Wilsnack im Nordwesten Brandenburgs ist das Tor zum Naturpark Elbtalaue, eine der letzten naturnahen Flusslandschaften Mitteleuropas. Hier haben seltene Tiere, wie Seeadler, Kraniche, Weiß- und Schwarzstörche, Biber und Fischotter sowie Rotbauchunken und Laubfrösche letzte Rückzugsräume. Bad Wilsnack hat seinen besonderen Reiz durch den mächtigen Waldgürtel, der die Stadt von drei Seiten umschließt. Dieser liefert die besonders saubere, sauerstoffreiche Luft, so dass Bad Wilsnack bereits vor 1900 als Luftkurort bei den Großstädtern sehr beliebt war. Die Entwicklung zum Kurort begann faktisch mit der Entdeckung der eisenoxidhaltigen Moorerde, so dass die Moorbadeanstalt 1907 eingeweiht wurde. Gut 20 Jahre später erhielt der prosperierende Kurort den Titel „Bad“.
Im Jahr 2000 eröffnete die Kristall- Kur- und Gradiertherme. Gesundbaden können die Gäste in bestem eisen- und jodhaltigen Thermalheilwasser aus einer eigenen Quelle in 1 070 Metern Tiefe. Die Therme verfügt über fünf verschiedene Becken mit einer Wassertemperatur von 34 bis 36° C und einem Solegehalt von 1,5 bis 5 Prozent. 58 eingebaute Unterwasser-Massagedüsen verwöhnen den Körper vom Nacken bis zur Fußsohle. Seit Ende des vergangenen Jahres gibt es in der Kristall-Therme ein 12-prozentiges Sole-Außenbecken mit angenehmer Wassertemperatur von 34° C. Die konzentrierte Sole fördert die Gesundheit in den Bereichen Haut, Gelenke, Muskulatur und Stoffwechsel. Die Sole reizt die Haut, was zu einer verstärkten Durchblutung der Haut und der inneren Organe führt. In dieser Heilsole kann man wegen des erheblichen Auftriebes schweben wie im Toten Meer und einen besonderen Badegenuss erleben.
Buckow

Der Naturpark Märkische Schweiz begeisterte bereits in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts viele Urlauber und Berliner. Vor allem Künstler und Industrielle gönnten sich hier ihren Sommersitz und ließen sich von der wundervollen Landschaft, den Bergen, Tälern und unzähligen Seen inspirieren.
Buckow, die heimliche Hauptstadt der Märkischen Schweiz, ist der einzige staatlich anerkannte Kneipp-Kurort des Landes Brandenburg. Schon der Leibarzt des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. schwärmte 1854 von der guten würzigen Luft: „Majestät, in Buckow geht die Lunge auf Samt.“
Im Laufe der Jahre lernten auch viele Berühmtheiten Buckow und seine waldund seenreiche Umgebung schätzen. Hier logierten gleich mehrere deutsche Kaiser, dirigierte Paul Lincke das Buckower Kurorchester, drehte Heinz Rühmann einen Film, residierte und arbeitete der „rasende Reporter“ Egon Erwin Kisch. Ob der romantische Dichter Albert von Chamisso seinen „Peter Schlemihl“ tatsächlich in Buckow geschrieben hat, ist nicht verbürgt. Fest steht aber, dass Wolf Biermann hier in den sechziger Jahren seine „Buckower Balladen“ verfasste. Ein ganz besonderer Besuchermagnet ist das ehemalige Sommerhaus von Bertolt Brecht und Helene Weigel, das heute ein Literaturmuseum beherbergt.
Die „Perle der Märkischen Schweiz“ – wie Buckow beschrieben wird – hat eine Vielzahl an Kur- und Therapiezentren. Eine Verwöhnadresse ist das Hotel „Bellevue“, das seinen Namen zu Recht trägt. Von der Terrasse hat der Gast einen wunderbaren Blick über den Ort und den Buckowsee. Das aufwendig sanierte Haus im neoklassizistischen Stil versprüht den Hauch des Besonderen. Die Beauty- und Wellness- Angebote sind umwerfend vielfältig und das „kleinste Faltenbügeleisen der Welt“ macht neugierig.
Luckenwalde
50 Kilometer südlich von Berlin liegt Luckenwalde inmitten ausgedehnter Laub- und Kiefernwälder. Der gepflegte Ort mit Stadtpark, Kunsthalle und gleich mehreren architektonisch interessanten Bauten ist das Tor zum Fläming- Skate. Fernab des Straßenverkehrs bieten sich Skatern, Rad- und Rollstuhlfahrern auf dem insgesamt 210 km langen Streckennetz vielfältige Möglichkeiten, sich die reizvolle Landschaft zu erschließen.
Badespaß und Entspannung garantiert die Fläming-Therme. Auf rund 7 000 Quadratmetern Nutzfläche und 990 Quadratmetern Wasserfläche laden ein Sportbecken, ein Erlebnisbecken mit Strömungskanal, Massagedüsen, Bodenbrodlern und Kletternetz ein. Mehrzweckbecken, ein Kinderplanschbecken mit Rutsche, Whirlpools, Solarien und eine attraktive Saunalandschaft mit vier verschiedenen Saunen, wie einem Dampfbad, einem Bio-Saunarium, einer finnischen Sauna sowie der urgemütlichen Karpatensauna im Außenbereich mit allen dazugehörigen Einrichtungen, wie einem Eisbrunnen, Tauchbecken, Schwallwasserduschen, Fußbecken, Saunabar, einem Ruhe- und Kaminraum, sind Spaß und Erholung zugleich.
Unser Tipp: Nach der Sauna unbedingt den Eisbrunnen probieren, danach in das neue Saunaruhehaus – 25 Ruheplätze mit Panoramafenster, Terrasse und Sicht auf den Saunagarten.
Ludwigsfelde

Wer Lust hat, den Ort näher kennen zu lernen, dem sei das Stadtmuseum empfohlen, das im umgebauten Bahnhofsgebäude ist. Der repräsentative honiggelbe Backsteinbau wurde im Jahre 1886 erbaut und ist eines der ältesten Gebäude der Stadt. Die Ausstellung erzählt lebendig die Technik- und Industriegeschichte des Ortes. Vor Ludwigsfeldes Haustür liegt der Naturpark Nuthe-Nieplitz, einer der jüngsten Naturparks der brandenburgischen Großschutzgebiete. Er beeindruckt durch seine besonders reizvolle Landschaft, bietet Lebensräume für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt.
In der Ludwigsfelder Kristall Saunatherme erwartet den Gast eine Welt aus Licht, Wärme und Wasser. Zwei Thermalsole- Becken mit bis zu 5 Prozent Solegehalt und 33 bis 36° C Wassertemperatur im Innenbereich und das Thermalsole-Außenbecken mit Strömungskanal laden zum Gesundbaden ein.
Alle Thermal-Solebecken sind mit Unterwassermassageeinrichtungen ausgestattet. Wer es gerne zwischendurch etwas kühler hat, steigt ins Süßwasserbecken und kann sich dort bei einer Wassertemperatur von ca. 26° C angenehm erfrischen. Mehrmals täglich wird zur kostenlosen Wassergymnastik gerufen.
Die Kristall Saunatherme ist nach der Heilslehre der Weltheiligen Hildegard von Bingen ausgerichtet. Ein besonderes Saunaerlebnis bietet das Saunadorf mit großem Freibereich und den Saunahütten.
Das Natursole-Heilwasserbecken ist mit bestem Sole-Heilwasser aus eigener Quelle, aus Bad Karlshafen, der „Stadt der heißen Quellen“, aufbereitet. Das Heilwasser kommt aus 1 150 Metern Tiefe und hat einen sehr hohen Gehalt an Mineralstoffen.
www.kristall-saunatherme-ludwigsfelde.de
Lübbenau
Der Ort ist ein guter Ausgangspunkt, um den Spreewald mit seinem dichten Netz von Fließen (1 000 km Wasserarme) zu erkunden. Felder, Wiesen und Gehölze prägen diese einzigartige Natur- und Kulturlandschaft. Etwa zwei Kilometer von Lübbenau entfernt liegt das wohl bekannteste Spreewalddorf Lehde, das in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz steht. Das Spreewalddorf Leipe ist über einen wunderbaren Wanderweg, ca. 6,5 km, von Lübbenau aus zu erreichen.
Lübbenaus Kristall Kur- und Freizeitbad entführt in ein Ambiente aus 1001 Nacht. Zur Ausgestaltung der Saunawelt wurden mehrere Tonnen Edel- und Halbedelsteine, Marmor und Mosaike verwendet. Edelsteine haben nicht nur eine dekorative, sondern auch eine beruhigende und heilende Wirkung auf den Menschen. Das angrenzende Saunadorf mit großem Freibereich bietet sieben verschiedene „Schwitztempel“. Die Saunen sind allesamt in fast 300 Jahre alte Sennhütten, Mühlen oder Getreidespeicher gebaut. Innen modernste Technik – außen liebevoll rustikal, dazu ein Dorfplatz, ein kleiner Bach, der in einen See mündet, und ein Dorfbrunnen zum Eintauchen.
Das Thermal-Solewasser der Therme lindert Beschwerden bei rheumatischen Erkrankungen, Polyarthritis, Arthrosen, chronischen Gelenkerkrankungen, Herz- und Kreislaufproblemen, Verspannungen, Haut- und neurologischen Erkrankungen, schmerzhaften Entzündungen der Nervenbahnen, Frauenerkrankungen und fördert die Durchblutung. Eine Verweildauer von 30 Minuten wird empfohlen.
Templin

Inmitten der sanfthügeligen Landschaft der Uckermark liegt das historische Templin, eingerahmt von seiner vollständig erhaltenen mittelalterlichen Wehranlage mit gotischen Backsteintoren. Zwei der interessantesten Naturräume Brandenburgs – der Naturpark Uckermärkische Seen und das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin – liegen vor der Haustür. Raum und Gelegenheit, bronzezeitliche Hügelgräber, Klosterruinen, mittelalterliche Stadtmauern, Schlösser, Herrenhäuser, Feldsteinscheunen, Lehmkaten und vieles mehr zu entdecken.
Als erster Kurort im Land Brandenburg erhielt Templin das Gütesiegel „WELLNESS IM KURORT®” verliehen. Prämiert wurden die drei Angebote „Bewegung der Sinne”, „Fit & Vital”, sowie „Mobil & Fit”, bei denen das ortsgebundene Heilmittel Thermalsole im Mittelpunkt steht. Bei der Prüfung wurden 10 Qualitätskriterien des Deutschen Heilbäderverbandes e. V. berücksichtigt, die allesamt erfüllt sein müssen, um das Prädikat zu erhalten. Das Gütesiegel garantiert Erholung und Entspannung auf höchstem Niveau.
Noch bis zum 22. Dezember bestimmen die Bauarbeiter das Geschehen in der NaturTherme Templin. Jahrelange Erfahrungen flossen in das Umbaukonzept ein. Nach der eigenen Schön- heitskur wird die Anlage eine Oase für Romantiker, Ruhesuchende, Sonnenhungrige, Seepferdchen, Wassernixen, Wellenreiter und Winterbader.
Wie wär’s mit Bömitz?
Wer in Brandenburgs nördliches Nachbarland fährt, entdeckt gar nicht so selten mit hohem Aufwand und Liebe zum Detail sanierte alte Gutshäuser, die ein ganz besonderes Flair verbreiten.
Im Städtedreieck Wolgast, Greifswald, Anklam vor der südlichen Brücke zur Insel Usedom, umgeben von wildreichen Wäldern und Feldern liegt das Dörfchen Bömitz. Aus dem ehemaligen Rittergut wurde ein stilvolles und elegantes Landhotel. Die Gutsherren auf Zeit können von hier aus zu Ausflügen in die berühmte pommersche Endmoränenlandschaft, die immer wieder zum Wasser führt, sei es zum Oderhaff, zum Achterwasser, zu den zahlreichen Binnenseen, zur Peene oder gar zur Ostsee, starten.
Das Landhotel umgibt eine naturbelassene Parkanlage aus dem 18. Jahrhundert mit den alten Bäumen und dem Teehaus. Auch mit der Kutsche oder mit dem Fahrrad kommen die Gäste der Natur auf die Spur. Das eigene Pferd ist willkommen, wird im Stall von „Pferdepeter” gut betreut und kann auch auf dem hauseigenen Reitplatz geritten werden. Das Haus verfügt über 3 Suiten, 14 Doppelzimmer und ein Einzelzimmer, alle im Landhausstil eingerichtet. bm
Fotos: A-ROSA Reisen, Fläming Therme, K & F GmbH Bad Saarow, Naturtherme Templin, Spreewald Therme






















