Spitzenköche machen Dampf
Archivbeitrag der Ausgabe 2 | 6. Jahrgang | Sommer 2010
- Zehn der besten Küchenchefs verpflichten sich in einer Genuss-Charta zu Frische und Regionalität
- von Christa Steuer

Die Spitzenköche Brandenburgs / Fotos: p3pr
Manche Vorurteile wollen einfach nicht weichen. Das angeblich einfache Niveau der Brandenburger Gastronomie gehört dazu. Dabei können Einheimische und Gäste durchaus sehr gut essen. Man muss nur wissen, wo. Zehn Spitzenköche haben mit neuem Elan die schon 2004 gestartete Aktion „Brandenburg unter Dampf“ wiederbelebt. Wer bei ihnen einkehrt, darf sich auf beste Qualität und ausgezeichneten Service freuen.
Die Köche nehmen ihre Mission sehr ernst, wie der Blick in ihre verabschiedete „Genuss-Charta“ beweist. Regionalen Speisen wird stets der Vorzug gegeben, um die kulinarischen Traditionen der Mark zu bewahren. Die Köche ermuntern dabei die Landwirte, auch fast vergessene Obst- und Gemüsesorten wieder anzubauen.
Das kulinarische Netzwerk schottet sich dabei nicht ab, sondern will auch den Nachwuchs fördern. „Jeder ist willkommen, der unsere Charta lebt und umsetzt“, hieß es bei der Präsentation der Aktion in Potsdam.
Beste Restaurants rund um Berlin
Die Teilnehmerliste liest sich wie ein Wegweiser zu den schönsten Restaurants. Gleich drei Adressen finden sich in Potsdam:
Alexander Dressel kocht im Restaurant „Friedrich Wilhelm“ im Hotel Bayrisches Haus, Steffen Schwarz im Restaurant „Fiore“ im Hotel Travel Charme am Jägertor und Steffen Specker in Speckers Landhaus in der Jägerallee. Danach geht es schon auf Landpartie. In seiner Heimatstadt Brandenburg hat sich Michael Wiesner im Restaurant „Am Humboldthain“ in der Plauer Straße einen ausgezeichneten Ruf erworben. Maik Vogt ist der Chef in der landschaftlich reizvollen „SeeLodge“ in Kremmen, während Torsten Voigt das Restaurant „Windspiel“ im Hotel Schloss Hubertushöhe bei Storkow längst wieder in die Spitzengastronomie zurückgeführt hat. Auf Beständigkeit setzt Dieter Kobusch schon seit Jahren im Hotel „Vierseithof“ in Luckenwalde, genau wie Frank Schreiber im „Goldenen Hahn“ in Finsterwalde. Noch vergleichsweise neu in dieser Aufstellung ist Peter Krüger vom Gut Klostermühle zwischen Berlin und Frankfurt (Oder). Der erst 26-jährige René Jahnke verwöhnt die Gäste im Restaurant „Märkische Stuben“ im Residenz- Hotel Motzen.
Einige Spitzenköche fehlen noch in der Gilde. Aber die stoßen vielleicht später dazu, zumal der erstmals vergebene Preis „Märkisches Gaumengold“ im April an eine Frau ging. Carmen Krüger, Inhaberin und Köchin von Carmens Restaurant in Eichwalde am südöstlichen Ortsrand von Berlin, wurde für ihre Verdienste um die kulinarische Entwicklung Brandenburgs ausgezeichnet. „Sie war nach der Wende die Erste, die in der schlichten Ehrlichkeit der Brandenburger Rezepturen die Zukunft erkannte“, hieß es in der Laudatio.
www.brandenburg-unter-dampf.de
Archiv:
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