Schöne Orte zum Stillen der Sehnsucht
Archiv der Ausgabe 3 | 3. Jahrgang | Herbst 2008
- Das Havelland lohnt vor allem wegen der Schlösser des märkischen Landadels einen Besuch
Schloss Klessen, ein klassizistischer Kulturschatz der Mark; Foto: Götz MagieraDie westlich an Berlin angrenzende Region wirbt mit einem neuen Slogan um Touristen: „Havelland. Stille Deine Sehnsucht“, steht auf Prospekten, Flyern, Pressemitteilungen und den Autos des Tourismusverbandes. Man wolle selbstbewusst das Havelland als einen Ort präsentieren, den Reisende in der Tiefe ihres Herzens schon immer besuchen wollten, heißt es zur Erklärung. Die Besucher sollten hier ihrem Bedürfnis nach Ursprünglichkeit, nach unberührter Natur, weiter Landschaft und prächtigen Kunstschätzen folgen. Zu den schönsten Zielen gehören die Schlösser des märkischen Landadels, die alle als Symbol des neuen Slogans gelten können.
Zwei Schlösser in der Potsdamer Umgebung können sich bereits überregionaler Bekanntheit rühmen. In Paretz wandeln die Besucher auf den Spuren der hochverehrten Königin Luise, die hier mit ihrem Mann nach dem Vorbild des Schlosses Hohenzieritz bei Neustrelitz eine wunderschöne Sommerresidenz gestaltete. Die Beschreibung als Schloss „Still im Land“ sagt mehr als tausend Worte. Nur hier, so sagt man, sei die so früh verstorbene Königin tatsächlich glücklich gewesen. Auch Caputh steht als das Lusthaus aus der Zeit des Großen Kurfürsten längst auf der Favoritenliste der Ausflügler.
Nennhausen erinnert an den einstigen literarischen Musenhof
Märchenhaft romantisch, Schloss Nennhausen; Foto: Horst SchützeDagegen können Besucher das Schloss Nennhausen nur bei Konzerten innerhalb der Havelländischen Musiktage kennenlernen. Alexander von Stechow führt gemeinsam mit seiner Frau Benita das Herrenhaus als ein privates Refugium, das sie denkmalgerecht saniert haben. Mit dem Konzertangebot knüpfen sie an den einstigen „literarischen Musenhof“ an, der Anfang des 19. Jahrhunderts viele zeitgenössische Persönlichkeiten
wie E.T. A. Hoffmann, Chamisso, Wilhelm von Humboldt, Schlegel oder Varnhagen von Ense zum Schloss lockte. Hier schrieb der romantische Dichter Friedrich de la Motte Fouqué sein berühmtes Kunstmärchen „Undine“.
In Privateigentum befindet sich auch das Schloss Klessen, das sich ebenfalls oft für die Kultur öffnet. Die Familie von Bredow, die Theodor Fontane treffend als „urmärkisches Geschlecht“ bezeichnete, hat hier neben einem sehr schönen klassizistischen Herrenhaus auch einen wunderbaren Garten hinterlassen. Die heutigen Schlossherren betreiben auch ein Spielzeugmuseum im ehemaligen Schulhaus des Ortes, das sich vor allem dem einst in der Havelstadt Brandenburg hergestellten Blechspielzeug widmet.
In Ribbeck und Reckahn wird der Schulalltag wieder wach
Schloss Reckahn beherbergt ein einmaliges Museum über Friedrich Eberhard von Rochow; Foto: Heike SchulzeIm nächsten Jahr öffnet das restaurierte Schloss Ribbeck seine Tore für Besucher. Sie finden dann hier unter anderem ein Museum, das sich auch mit dem wohl bekanntesten literarischen Werk der ganzen Region auseinandersetzen wird: dem Fontane-Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“. Generationen von Schulkindern lernten den Text.
Ein einzigartiges Museum beherbergt schließlich das Schloss Reckahn. Es zeichnet die Lebensgeschichte des durch seine Reform des Landschulwesens bekannt gewordenen Gutsherren Friedrich Eberhard von Rochow (1734 bis 1805) nach. In der Nähe befindet sich eine Rochowsche Musterschule, die unter anderem einen originalgetreu eingerichteten Klassenraum aus der Zeit um 1915 zeigt.
Alle Infos unter www.havelland-tourismus.de
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 2/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 4/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2008
- Archivbeiträge der Ausgabe 2/2008






















