SCHAUPLATZ DER GESCHICHTE
Archiv der Ausgabe 2 | 3. Jahrgang | Frühjahr 2007
- Das Brandenburger St.-Pauli-Kloster erstrahlt in neuem Glanz
Die Stadt Brandenburg erhält mit dem restaurierten Kirchenbau das Archäologische Landesmuseum und eine außergewöhnliche Kultur- und Veranstaltungsstätte.
Historische Klosteranlage — vor und nach der Restaurierung; Foto: Büros BASDNeue Töne dringen seit kurzer Zeit aus der alten Klosteranlage St. Pauli in der Stadt Brandenburg nach draußen. Während sich hier mehr als vier Jahre lang Betonmischer drehten und Presslufthämmer sich in uraltes Gestein vorarbeiteten, bestimmen nun eher sanft vorgetragene Kommandos und leichte Hammerschläge das Geschehen. Sie künden vom Aufbau des Archäologischen Landesmuseums, das am 1. Dezember 2007 als Schaufenster der Geschichte seine Türen öffnen soll. Außerdem kehrt das event-theater der Havelstadt wieder an seine angestammte Spielstätte zurück.
Einzigartiges Ambiente
Der Brandenburger Klostersommer nutzt das Kirchenschiff, ein Zeugnis der Backsteingotik, als faszinierende Kulisse. In diesem Jahr erleben die Besucher unter anderem „Nathan der Weise“, das Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“, „Undine“ und englische Märchen und Lieder des Frühbarocks unter dem Motto „Orange & Zitrone“.

Künstler des event-theaters hatten Ende der neunziger Jahre das St.-Pauli-Kloster am Rande des historischen Stadtzentrums als Spielstätte entdeckt und in Beschlag genommen. Bis dahin war die 1286 erbaute und 1945 in den letzten Kriegstagen völlig zerstörte Anlage aus der Wahrnehmung in der Stadt fast verschwunden. Nur die Kinder hatten hier einen einzigartigen und höchst gefährlichen Abenteuerspielplatz gefunden.
Die Restaurierung des Klosters kostete rund 14 Millionen Euro. Davon stammte die Hälfte aus dem von der Europäischen Union gespeisten Kommunalen Kulturinvestitionsprogramm des Landes, den Rest stellten Land und Bund zur Verfügung. Der Sanierungschef, Professor Karsten Westphal, verdeutlichte mit einem einfachen Vergleich die Dimensionen des, wie er sagt, „großen Kastens“: „Hier hätten 60 bis 70 Einfamilienhäuser Platz.“ Dieser große Raum bietet sich als ungewöhnlicher Ort für Veranstaltungen aller Art geradezu an.
Der große Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer am 6. Juni 2007 wird zeigen, ob sich auch alle Erwartungen erfüllen. An diesem Tag erleben die Feierlichkeiten zum 850-jährigen Bestehen der Mark Brandenburg einen weiteren Höhepunkt. Die IHK Potsdam hat dazu Persönlichkeiten aus “Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, aus Kultur und Sport und allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens in Westbrandenburg eingeladen.
Tradition und Moderne
IHK-Präsident Dr. Ing. Victor Stimming ist vom Erfolg des St.-Pauli-Klosters überzeugt. Es symbolisiere den Aufschwung der Stadt. „Die Wiege der Mark wird auch mit der Hilfe der Wirtschaft wiederbelebt – und wir zeigen unseren Gästen, wie es gehen kann“, sagte Stimming. Die Stadt Brandenburg brauche noch mehr Beachtung. Nach der “Wende sei es dem Ort schwergefallen, seine Wirtschaft zu entwickeln und Neuansiedlungen zu fördern. Heute gebe es eine andere Situation. „Wir werden im St.-Pauli-Kloster zeigen, dass Tradition und Moderne zusammengehören und neue Technologien auch dem Bewahren dienen“, kündigte der IHK-Präsident an.
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2007






















