REISENEWS …
Archiv der Ausgabe 2 | 3. Jahrgang | Frühjahr 2007
Palast auf Rädern
In fürstlichen Wagen reiste der englische Generalgouverneur; Foto: Indian Luxury Train HolidaysViele deutsche Reiseanbieter entdecken im Jahr 2007 den Kontinent Indien für ihre Kunden. Da kommt auch das meistbeworbene Produkt des indischen Ministers für Tourismus für deutsche Urlauber ins Visier – der Palace of Wheels, einer der schönsten Luxuszüge der Welt. Superlative an Komfort in 14 klimatisierten Salonwagen mit je vier Luxuskabinen und einer Lounge, einem Barwagen und einem Salon mit Bibliothek rollen auf den Schienen. Die Zweibett-Kabinen sind im Maharadscha-Stil eingerichtet und selbstverständlich steht ein Butler in Klingelweite zur Verfügung. Auf der einwöchigen Reise zeigt sich das geheimnisvolle, schöne, unwiderstehliche Goldene Dreieck Indiens und Rajasthans. Zu den Höhepunkten der Reise zählt der Besuch des weltberühmten Taj Mahal in Agra, das bei den indischen Reiseveranstaltern als Weltwunder der Liebe eingestuft wird. Dieses Grabmal eines Kaisers für seine Frau, dessen weiße Marmorsteine 40 Fußballfelder bedecken würden und das mit 1,6 Tonnen Perlen und Edelsteinen verziert ist, gilt als teuerstes Bauwerk aller Zeiten.
Termine: September bis April, Abfahrt Delhi mittwochs, Preise 2.300 Euro pro Person im Doppelzimmer. www.palaceonwheels.net
Urlaub im Kloster
Eine Oase der Stille – im Kreuzgang des Klosters der Zisterzienser vom Stift Zwettl; Foto: Stift ZwettlGregorianische Choräle und Orgelmusik, romanische Torbögen, barocke Turmverzierungen und gut ausgestattete Klosterküchen – die ältesten Herbergen der Welt öffnen sich interessierten Touristen. Im Jahr 2007 haben sich erstmalig 21 Klöster und Stifte in Österreich, Tschechien und Ungarn unter dem Dach Klösterreich zusammengefunden. Sie laden in ihre wieder zeitgemäß gewordenen Oasen ein, um hier Ruhe, Kraft und frische Lebensenergie zu suchen. Die Angebote sind vielfältig und reichen von der Teilnahme an öffentlichen Gottesdiensten über eine tageweise Beherbergung bis zum mehrwöchigen totalen Rückzug hinter die Klostermauern. Zu hungern und zu dursten braucht niemand. Spezialität vieler Klosterküchen sind Fischgerichte, besonders Forellen, und die Weinkeller haben oft eine exquisite Auswahl. Die Klostertore stehen allen konfessionslosen Stressgequälten offen. Auch Familien mit Kindern, die in den teilweise angeschlossenen Kloster-Hotels wohnen können, sind zu Besichtigungen und Gottesdiensten eingeladen. Die Ansprechpartner in den einzelnen Klöstern nennen sich „Gastmeister“. Mit ihnen kann der Besucher ganz individuell besprechen, was er will, wie nah er dem Klosterleben sein darf und welche Kosten anfallen. www.kloesterreich.at
Per Postschiff durch die Fjorde
Strände wie in der Karibik – nur wenige Flugstunden entfernt; Foto: TUI DeutschlandDie gewaltige Nordsüdausdehnung von Norwegen machte sie notwendig – eine Schiffsroute 2.500 Meilen entlang der Westküste, die Fracht, Post und Passagiere transportiert. Als vor 114 Jahren der norwegische Schiffskapitän With eine schnelle Schiffsroute, bezeichnet als Hurtigrute, eröffnete, waren damals bereits einige Touristen mit an Bord. Im Laufe der Jahre ist ihre Zahl stetig gestiegen. Heute legt täglich eines der 13 Hurtigruten-Schiffe von Bergen ab, um mit einer durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeit von 16 Knoten an der einmaligen Fjordküste gen Norden bis nach Kirkenes und wieder zurück zu fahren. Der Reiz für die Reisenden besteht in dem skandinavischen Flair auf diesen traditionellen oder modernen Schiffen und dem zwanglosen Ambiente an Bord. Hier kann man getrost das „kleine Schwarze“ und den Smoking zu Hause lassen und sich auf das Wesentliche konzentrieren: grandiose Landschaften bestaunen. Auf der Hurtigrute gibt es auch ein Programm für Landausflüge, beispielsweise zum Nordkap-Plateau oder zu der Inselwelt der Lofoten. Neu in diesem Jahr: Sommer-Special von dem Bestseller der Hurtig-Linie-Reiseveranstalter ZeitRäume: 795 Euro pro Person für sechs Tage, 1.495 Euro für 12 Tage. Ebenfalls neu auf allen Schiffen sind eine deutschsprachige Reiseleitung und organisierte Charterflüge von Hamburg nach Bergen. www.zeitraeume-reise.de
Reisen zum Bäder-Ort der Preußen
Nobel übernachten die Gäste in exquisiten Zimmern und Suiten des Cavalierhauses; Foto: Habichtstein-ResortNaturgenießern ist das Harzer Gebirgshotel Habichtstein schon lange bekannt. Es liegt direkt gegenüber dem historischen Bahnhof der dampfbetriebenen Harzer Schmalspurbahn in Hanglage am romantischen Fluss Selke. Ab Frühjahr 2007 hat das Familienhotel Habichtstein im Resort Alexisbad seinen Gästen etwas Besonderes zu bieten. Es ist das erste zertifizierte Bio-Hotel in Sachsen-Anhalt. Das bedeutet, dass neben der hauseigenen Brauerei, Metzgerei und Konditorei insgesamt mindestens 95 Prozent aller angebotenen Produkte aus dem ökologischen Landbau stammen, gute Köche und Ernährungsberatung inklusive. Bereits 1811 wurde das Stammhaus Alexisbad gegründet und hatte einen prominenten Namensgeber, den preußischen Herzog Alexis von Anhalt-Bernburg. Damals ließen sich hier auch fürstliche Kurgäste der sogenannten hohen Stände verwöhnen. Noch heute sprudelt der Alexisbrunnen gehaltvolles Quellwasser und es entstand ein ganzjährig geöffnetes Wellness-Paradies. Arrangements: Sechs Tage Selke-Tal, fünf Übernachtungen und viele Extras pro Person im Doppelzimmer für 238 Euro von Juli bis Oktober; Kuschelwochenende inklusive Nutzung großer SPA-Anlage pro Person im Doppelzimmer 159 Euro. www.habichtstein.de
Mit der Bahn auf das Dach der Welt
Pilgerstätte für tibetische Buddhisten und Touristen aus aller Welt ist der Portala-Palast; Foto: CAISSAIn diesem Jahr hat sich erstmals eine völlig neue spektakuläre Reiseroute für Touristen nach Tibet aufgetan. Im Juli vergangenen Jahres wurde die höchstgelegene Eisenbahnstrecke der Welt eröffnet. Die Lhasa-Bahn bewegt sich auf 5.000 Metern Höhe (Scheitelpunkt 5.072 Meter) in atemberaubender Fahrt auf das Dach der Welt. Hier wandeln die Touristen auf den Spuren des Dalai Lama, besuchen abgelegene Klöster und können sich von faszinierender Natur überwältigen lassen. Einer der Höhepunkte der Reise ist der Besuch des Portala-Palastes, der Winterresidenz des Dalai Lama. Der Palast steht erhaben auf dem roten Berg und beherrscht das Stadtbild von Lhasa. Der 13-stöckige Bau soll über 999 Hallen verfügen, die von 15.000 Säulen gestützt werden. Zu den Attraktionen in den zahlreichen Klosteranlagen von Tibet gehört der Schrein im Kloster Tashilunpo, der eine 27 Meter hohe Buddha-Figur beherbergt. Die Reisen starten in der Regel in Beijing, im „Zentrum der Welt“. Die Touren führen über die alte Kaiserstadt Xi`an, weiter in die Landschaft des Himalaya bis nach Tibet. Bei dem China-Experten CASSIA kostet eine 18-Tage-Erlebnisreise für zwei Personen insgesamt 2.899 Euro im Zeitraum Juli bis Oktober. www.caissa.de
Auf den Spuren des Fürsten Pückler
Die berühmte Seepyramide, in der Fürst Pückler und seine Frau beerdigt wurden; Foto: Boettcher TMB FotoarchivVöllig zu Recht gehört Hermann Fürst von Pückler-Muskau zu den bekanntesten deutschen Gartengestaltern. Der von ihm geschaffene Landschaftspark in Branitz bei Cottbus ist ein internationales Gartenkunstwerk, für das Gehöfte versetzt, Hügel geformt, Wasserläufe gebildet und Pyramiden in den märkischen Sand gebaut wurden. Im Jahr 2007 lädt ein Fürst-Pückler-Arrangement dazu ein, seinen berühmten Branitzer Park und das Schloss-Museum zu besuchen, und es gibt sogar eine Multimedia-Show über den Fürsten. Das Best Western Parkhotel Branitz & SPA gewährt außerdem einen Blick hinter die Kulissen der Schlossküche. Hier darf der Gast gemeinsam mit dem Küchenchef das berühmte Fürst-Pückler-Eis zubereiten und natürlich verkosten. Da stört es niemanden, dass das auch unter Pückler-Schnitte bekannte Pückler-Eis in den Sorten Erdbeere, Vanille und Schokolade überhaupt nicht von dem Fürsten stammt, sondern nur sein Name damals, weil prominent, von Berliner Bäckern entlehnt wurde. Allerdings gestattete Pückler einem Branitzer Konditor, Eis unter seinem Namen zu verkaufen, um auch auf diese Weise seinen kostspieligen Park zu finanzieren. Pückler-Arrangement im Doppelzimmer, zwei Übernachtungen pro Person 154 Euro. www.branitz-bestwestern.de
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2007






















