Rainer Speer
Archiv der Ausgabe 2 | 3. Jahrgang | Sommer 2008
- Zu guter Letzt
Eine große Berliner Tageszeitung bezeichnete ihn einmal als die „Allzweckwaffe der SPD“: Rainer Speer, Finanzminister des Landes Brandenburg. Am 19. Juli 1959 in Berlin geboren, arbeitete der gelernte Betriebsschlosser unter anderem an den staatlichen Kulturhäusern Potsdam und war als Holzrestaurator am Potsdamer Schloss Lindstedt tätig. Nach der Wende baute er die Potsdamer SPD mit auf. Speer ist verheiratet, hat 2 Töchter und liebt sportliche Betätigungen wie Kajak fahren und radeln – die härteste Radtour: Von Lhasa nach Katmand u. Wir sprachen mit ihm über seine Pläne für ein schuldenfreies Brandenburg und über kommende Investitionen.
1 Sie waren bis 2004 Chef der Staatskanzlei, seitdem kümmern Sie sich um die Finanzen des Landes Brandenburg. Würden Sie sich heute wieder für das Ministeramt entscheiden?
Rainer Speer, Finanzminister des Landes Brandenburg; Foto: Ministerium der Finanzen des Landes BrandenburgBeide Funktionen bieten viel Gestaltungsspielraum, wenn man Brandenburg voranbringen will. Die jetzige Wahlperiode geht bis zum Herbst 2009. Dann entscheidet der Wähler.
2 Ihre Position bringt es mit sich, dass Sie Ihre Kollegen ständig zum Sparen ermahnen müssen. Was bereitet Ihnen mehr Freude: Geld zu sparen oder es auszugeben?
Wir haben einen Landeshaushalt von rund 10 Mrd. Euro. Viel Geld! Wir investieren sehr viele Mittel in Hochschulen, Forschung und Hightech. Schulen zu eröffnen ist natürlich schöner als Schulen zu schließen. Das ist ganz klar. Grundsteinlegungen, Richtfeste und Schlüsselübergaben gehören zu meinen liebsten Terminen als Finanzminister. Vor kurzem konnten wir ein neues Laborgebäude an der FH Lausitz übergeben und den Grundstein für eine neue Unibibliothek in Potsdam legen. Da kann man sehen, dass es vorangeht.
3 Wann wird Brandenburg schuldenfrei und wie wollen Sie das erreichen?
Brandenburg hat 18 Mrd. Euro Schulden – diesen Berg abzutragen ist eine Generationenaufgabe. Würden wir ab 2010 jährlich 100 Mio. Euro abtragen, bräuchten wir 180 Jahre, um schuldenfrei zu sein. Das ist in etwa der Zeitraum, über den man bei diesem Thema reden muss. Mit dem Wegfall des Solidarpakts II im Jahr 2019, geringeren EU-Mitteln und der demografischen Entwicklung kommen weitere, riesige Herausforderungen auf uns zu. Dass wir im letzten Jahr erstmals einen Haushaltsüberschuss von gut 400 Mio. Euro verzeichnen konnten, ist vor diesem Hintergrund großartig. Wir werden dies Geld anlegen, um Vorsorge für die deutlich steigenden Pensionslasten zu treffen.
4 Im Gegensatz zum Bund hat die Große Koalition in Brandenburg mittlerweile fast schon Tradition. Ist es einfacher, in der großen Koalition zu regieren?
Das entscheidet ganz wesentlich der Wähler. Berücksichtigt man die Wählerstimmen, trifft der Begriff der Großen Koalition für Brandenburg eigentlich gar nicht zu – denn die PDS war 2004 klar stärker als die CDU. Die Koalition aus SPD und CDU arbeitet bei uns aber gut zusammen, sie hat vorzeigbare Erfolge erzielt. Ich sehe Brandenburg auf einem guten Weg.
5 Wie entspannen Sie sich in der Freizeit von Ihrem Ministerjob? Haben Sie bevorzugte Orte, an welche Sie sich gern zurückziehen? Ich fahre gern Kajak in den
Gewässern in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Ansonsten hilft mir mein Rennrad. Die Spiele von Babelsberg 03 besuche ich natürlich regelmäßig. Als Präsident des OSC Potsdam sehe ich mir auch andere Sportveranstaltungen an, etwa Schwimmen, Kanu oder Wasserball. Und ich höre gerne laut Musik – am liebsten Frank Zappa.
6 Wie ist Ihre persönliche Einstellung zum Nichtraucherschutzgesetz? Leiden Sie unter dem Rauchverbot in Gaststätten und Kneipen?
Ich leide!
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 2/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 4/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2008






















