Starke Frauen
Archivbeitrag der Ausgabe 3 | 7. Jahrgang | Herbst 2011
Sie besteigen den Mount Everest, durchschwimmen den Ärmelkanal, durchqueren die unendlichen Weiten des Weltalls, erobern Olympische Disziplinen, erhalten Nobelpreise, schreiben Bestseller und bekommen Oscars für die besten Drehbücher und Schauspielleistungen: Frauen.
Längst erreichen sie alles, was auch Männer schaffen (sogar das Bundeskanzleramt) – und manchmal auch ein bisschen mehr. Nur in den Chefetagen sind sie oft noch in der Unterzahl, die berühmte gläserne Decke gibt es eben offensichtlich doch. Aber vielleicht nicht mehr lange? Wir trafen für unsere Herbstausgabe Frauen aus dem Land Brandenburg, die mit Power, Charme, Intelligenz und Humor in ihrem Leben viel erreichen und erreicht haben. Zum Beispiel Bettina Schulz, deren faire Fitnesslösung für ihr Sportstudio ganz aktuell mit der Auszeichnung zur Unternehmerin des Landes Brandenburg 2011 belohnt wurde. Spaß am Sport hat auch Juliane Adam, die Geschäftsführerin des lokalen Radiosenders Cottbus 94,5, die in ihrer Freizeit aktive Triathletin ist. Dagmar Reim hat seit 2003 erfolgreich die Intendanz des Rundfunk Berlin-Brandenburg inne und war die erste Frau an der Spitze einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, übernächstes Jahr feiert sie 10-jähriges Intendantinnen- Jubiläum. Auch der ADAC Berlin-Brandenburg hat seit diesem Jahr erstmals eine Frau an der Spitze: Dorette König übernahm als hauptamtliche Geschäftsführerin den Chefposten der Verwaltung. Caren von Hertzberg führt ebenfalls eine Institution: das Café Wildau am Werbellinsee, das unter ihrer Führung zum kulinarischen und kulturellen Treffpunkt wurde.
Gläserne Decke ade?
In Brandenburg scheint es schon geklappt zu haben!
»Mein Haus am See«

Foto: Tiefenschärfe, Thomas Raddatz
Wie ein preußisches Gutshaus thronen die strahlend weißen Gebäude zwischen Buchen und Erlen am Ufer des Werbellinsees. Als Caren von Hertzberg und ihr Mann dieses Fleckchen Erde entdeckten, erfuhren sie dessen Geschichte, die sich die Menschen rings um den See erzählten: Café Wildau, einst beliebtes Ausflugslokal, verschwand 1981 beim Staatsbesuch von Helmut Schmidt auf dem nahe gelegenen Jagdschloss Hubertusstock kurzerhand im See, schließlich wollten die Regierenden dem Gast aus dem Westen den Verfall nicht zeigen. Die studierte Betriebswirtin Caren von Hertzberg wusste, wie schwer und teuer es ist, eine Marke zu etablieren. Sie blieb beim traditionsreichen Namen und steckte das Geld lieber in den Ausbau des Hotels, das zwischen eigenem Bootssteg und finnischer Sauna über viele Behaglichkeiten verfügt. In nur zwei Jahren etablierte Caren von Hertzberg das Café Wildau zu einem Haus, das Gäste anzieht, die Natur genauso schätzen wie eine Gastronomie, die Regionalität und Inspiration kreativ (mehr…)




