ORIGINELL UND ORIGINAL
Archiv der Ausgabe 3 | 3. Jahrgang | Sommer 2007
- 17. Berliner Gauklerfest 2007: First-Class-Entertainment, exklusive Gastlichkeit und bunte Kunst
Es schien, als ob auch die Sonne Lust auf das Berliner Gauklerfest hatte. Pünktlich zur Eröffnung am 3. August riss der graue Himmel über der Hauptstadt auf: eine ideale Kulisse für Berlins schönstes Sommerfest. Schon am ersten Wochenende registrierten die Veranstalter einen neuen Rekord: Über 50 000 Besucher kamen zum Areal rund um das Opernpalais Unter den Linden, das zehn Tage lang zur Aktionsfläche für Kleinkünstler aller Genres, die besten Köche der Region, die kreativsten Barkeeper und Kunsthandwerker aus dem ganzen Land wurde. Das Berliner Gauklerfest war auch 2007 die perfekte Verbindung von First-Class-Entertainment, exklusiver Gastlichkeit, bunter Kunst und einer ganz besonderen Sommer-Urlaubs-Stimmung in der Stadt.
Fotos: O. WiaDie Seele und die Namensgeber des Gauklerfestes sind die vielen Kleinkünstler aller Genres: Komödianten, Stand-up-Künstler, Magier, Artisten, Schauspieler, Akrobaten, Pantomimen, Musiker, Jongleure, Clowns … sie alle tummelten sich rund um das Opernpalais Unter den Linden und verzauberten das Publikum. Auf vier Bühnen wurde ein breit gefächertes, hochkarätiges Musikprogramm geboten. Die Jazzbühne an der Oper, die rs2-Showbühne, die Opernpalais-Bühne und die Marktplatz-Bühne boten Entertainment zwischen Soul, Salsa, Swing und Alpenrock. Außergewöhnliche Orchester und Bands mit Weltmusik im besten Sinne des Wortes. Im Anschluss an die Konzerte gab es für Ausgeschlafene und Nachtschwärmer die rs2-Partynacht.
Berlin-Premiere auf dem Berliner Gauklerfest feierte eine Band, die pure Lebensfreude vermittelte: „LOS DOS Y COMPAÑEROS“. Im Salsa-Rhythmus schlug sie eine Brücke von der Pfalz in die Karibik. Bei Soul- und Funk-Musik von SOUL SYNDICATE geriet dann unweigerlich auch die letzte Hüfte in Schwung. Der aus London stammende Musiker CRAIG LEES präsentierte ein breites Repertoire der besten Hits aller Zeiten, Songs der 50er- bis 90er-Jahre sowie die aktuellen Hits der Charts. Mit originell arrangierten Jazz-, Pop-, Afro-, Funk- und Blues-Klassikern, gemischt mit eigenen Kompositionen, luden EASY GOIN’ auf der Jazzbühne zum Tanzen ein. Das SALON ORCHESTER BERLIN präsentierte mit bekannten Schlagern eine Hommage an die 1920er-Jahre.
Faszinierende Kleinkunst
Das internationale Aktionstheater FEUERVOGEL hat schon eine Fangemeinde auf dem Berliner Gauklerfest. 1993 fanden Tänzer, Akrobaten, Stelzenläufer und Musiker zusammen und kreierten völlig neue „Stelzenwesen“. Eine Welt voller Magie, Poesie, Rhythmus und Sinnlichkeit brachte das Aktionstheater nach Berlin.
Ein kleiner, dicker, glatzköpfiger Herr um die Fünfzig im grauen Anzug – ein Typ, dem man überall begegnen könnte – sorgte in wohltuender Weise für Unruhe: HARRY KRAUSE, geführt vom Puppenspieler Peter Kirsch, plauderte mit jedem über Gott und die Welt und war ständig auf der Suche … beispielsweise nach seiner Frau.
Fotos: O. WiaDen Zeiten kollektiver Schwarzmalerei stellte ANDY CLAPP die ganze Farbigkeit der Welt entgegen. Im Zirkus, in Varietés und als Straßenkünstler hat er sich mit britischer Comedy einen Namen gemacht. Auch TOMMY NUBE ist ein Zehnkämpfer des Humors und bei aller Vielseitigkeit (Kabarett, Clownerie, Improvisation etc.) ein Spezialist.
Knallenge Stretchhosen, Westen im Tigerlook und die pinkfarbenen Haare zu Spitzen aufgetürmt – so versprühte OPUS FURORE gleich kiloweise seinen Charme. Das originelle Jonglage-Duo vereinte absolute Körperbeherrschung mit intelligentem Wortwitz.
Für die kleinen Besucher gastierte ZABELLAS ZEUG. Das Straßen-Spiel-Kunst-Projekt für Kinder vereinte Spaß und Kreativität. Dazu gesellte sich THOMAS BENIRSCHKE mit seiner besonderen Töpferkunst.
Kunsthandwerker bei der Arbeit
Der stimmungsvolle Kunstmarkt mit Rekordbeteiligung in diesem Jahr gilt als einer der schönsten Deutschlands. Über 70 Aussteller aus dem ganzen Land waren in Berlin dabei. Erstklassige Künstler und Kunsthandwerker stellten hier ihre Produkte aus, ließen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen und verkauften ihre Produkte an Ort und Stelle. Für jeden Geschmack, für große und kleine Geldbeutel, für Jung und Alt war etwas dabei. Ob chic oder praktisch, ausgefallen oder traditionell – Hüte, Keramiken, Malerei, Schmuckstücke, Spielzeug, Kleidung, Lederwaren und vieles mehr haben hier eins gemeinsam: Sie sind originell und original!
Dabei ist schon die Organisation des Kunsthandwerkermarktes originell, denn zwei Original-Kunsthandwerker akquirieren ihre Kollegen. Hans Matthei und Iwan Schroda fertigen in ihrer Schöneberger Werkstatt (Monumentenstraße 33/34, Aufgang A) Gürtel, Hosenträger und andere Lederaccessoires. Akribisch achten Hans Matthei und Iwan Schroda darauf, dass zwischen den einzelnen Handwerkszweigen ein ausgewogenes Verhältnis herrscht und viele alte Handwerkstechniken auch gezeigt werden.
Geschirr für den Alltag, von Hand an der Töpferscheibe gedreht, entsteht bei „Königsblau Keramik“, einer Töpferei, die im Hohen Fläming zu Hause ist. Typisch für die Keramik ist die leuchtend blaue Glasur, die „Königsblau“-Glasur, nach der die Töpferei auch benannt ist. Verwendet werden hierbei natürliche Gesteinsmehle und Mineralien sowie Holzasche, die extra hierfür aufwändig gewaschen und aufbereitet wird. Die Keramik hält Alltagsbelastungen stand, ist lebensmittelecht, spülmaschinenfest und mikrowellengeeignet. Die Töpferei ist ein Zweckbetrieb der Suchthilfegemeinschaft „Scarabäus Hoher Fläming e. V.“. Suchtkranke bekommen hier die Möglichkeit, in ein drogenfreies Leben zurückzufinden. Töpfermeister Thomas Rottenbücher kennt das Berliner Gauklerfest noch von seinen Anfängen am Los-Angeles-Platz. „Es macht einfach Spaß, denn es sind zehn schöne, gemeinsame und bunte Tage“, berichtete er. „Auch das Theater- und Musikangebot ist einfach klasse.“
Exklusive Gastlichkeit
Die besten Köche der Region deckten die Tische für ihre Gäste. Den Feinschmeckern wurden Köstlichkeiten der internationalen und regionalen Küche angeboten, ein mehrgängiges Menü konnte genauso gewählt werden wie eine lukullische Vorspeise, Deftiges vom Grill oder süße Verführungen. Das Getränkeangebot reichte von ausgesuchten Weinen über frisch gezapfte Biere bis hin zu verlockenden Cocktails. Längst eine Gauklerfest-Institution ist Vollblut-Barkeeper Andreas Lanninger von „Le Bar“ im MARITIM Hotel Berlin. Seit 1993 mixt „Lanni“ auf Berlins schönstem Sommerfest. Täglich ab 22 Uhr steigerte sich die Stimmung, denn dann schneite es an seinem Stand zu jeder vollen Stunde kräftig – die Schneemaschine machte es möglich. Dazu legte der DJ schon mal den „Schneewalzer“ auf und die munteren Gäste tanzten im 3/4-Takt oder sangen „Last Christmas“ in den Berliner Augusthimmel. Partystimmung pur. Auch die Barkeeper vom SPAGOS BAR & LOUNGE, Park Inn Berlin-Alexanderplatz, aus der „Bebel Bar“ des Hotel de Rome und vom „Billy Wilder’s“ am Potsdamer Platz mixten, rührten und schüttelten zehn Tage lang.
Dicht umlagert war stets der Stand von Sternekoch Karlheinz Hauser vom Hamburger Süllberg in Blankenese, der seinen Arbeitsplatz für zehn Tage in die Hauptstadt verlegte. Für ihn ein Heimspiel, schließlich verwöhnte er einst die Gäste des Hotel Adlon.
Brandenburger Gastlichkeit offerierten Gastronomen aus Glindow, Stahnsdorf, Potsdam, Werben, Mahlow, Dahlwitz-Hoppegarten und Strausberg. Während Gäste ansonsten auch mit dem Boot das Restaurant „Porta Helena“ in Glindow ansteuern können, war die Wasseranbindung in Berlin auf die Spree beschränkt. Das Porta Helena-Team um Timo Stellmacher servierte deftige Spezialitäten.
Am Stand der „Seelodge. Restaurant · Café · Seebrücke“ machten Leckereien Appetit auf einen Besuch des idyllischen, neu eröffneten Ausflugslokals im Norden Brandenburgs.
Spreewaldkoch Peter Franke ließ täglich den Spreewälder Gurkenflieger Unter den Linden landen. An Bord: Gurken aus der ersten Ernte 2007. Auch die Spreewälder Brühgurken, Gurkenbockwurst und -bratwurst schmeckten den Besuchern ausgezeichnet.
Seit vielen Jahren sind die Eventprofis der Wohlthat Entertainment GmbH kreative und verlässliche Partner des Berliner Gauklerfestes. „Wir organisieren jährlich deutschlandweit über 40 Veranstaltungen“, berichtete Firmenchef Rainer Wohlthat. „Dabei gehört das Berliner Gauklerfest zu den ganz besonders schönen.“ Er muss es wissen, schließlich sind Wohlthat-Events so faszinierende Ereignisse wie die Potsdamer Schlössernacht, die jährliche Silvesterfeier am Brandenburger Tor oder das Baumblütenfest in Werder.
bm
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