Motor im Wettbewerb um den Zukunftspreis
Archivbeitrag der Ausgabe 1 | 6. Jahrgang | Frühjahr 2010
- Interview mit Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus
- von Wilko Döll
Die Handwerkskammer Cottbus möchte mehr Unternehmen für den Innovationsgedanken des Wettbewerbs begeistern. Wir sprachen mit Peter Dreißig, dem Präsidenten der Handwerkskammer Cottbus, über die Folgen der Krise für das Handwerk und über den Zukunftspreis Brandenburg.

Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus, Foto: Wilko Döll
Die Handwerkskammer Cottbus hat im vergangenen Jahr erstmals den Zukunftspreis Brandenburg gefördert. Hat sich der Einsatz für die Handwerksbetriebe ausgezahlt?
Auf alle Fälle. Immerhin kommen zwei Preisträger aus unserem Kammerbezirk. Sie zeigen, dass es sich lohnt innovativ zu sein. Außerdem wurden die geehrten Unternehmen durch einen Imagefilm und viele Medienberichte im ganzen Land ins Gespräch gebracht. Das ist gut für die Firmen, aber auch für die Handwerkerschaft insgesamt.
Wie wird der Wettbewerb um den Zukunftspreis von den Handwerkern aufgenommen?
Er ist im vergangenen Jahr auch in der Region Cottbus bekannter geworden, aber es könnten sich durchaus noch mehr innovative Firmen aus unserer Region um den Preis bewerben. Wir als Handwerkskammer möchten ein Motor der Förderer des Wettbewerbs werden und für diese schöne Idee noch mehr werben. Deshalb werden wir auch die Zusammenarbeit mit unserer Regionalzeitung ausbauen.
Was ist solch eine Auszeichnung in Krisenzeiten wert?
Sehr viel. Sie ist gerade dann eine Möglichkeit, sich gegen die Krise zu stemmen. Der Zukunftspreis steht nicht nur für Innovation, sondern auch für Mut, Standhaftigkeit und Risiko. Mit dem Preis werden nicht die Haderer und Zögerer, sondern die Aktiven und Engagierten ausgezeichnet.
Wie ist das Handwerk durch die Krise gekommen?
Das Handwerk ist anders strukturiert als die Industrie. Wir haben überwiegend kleine Handwerksbetriebe, die mit ihren Aufträgen fest mit der Region verbunden sind. Das hat uns in der schwierigen Zeit geholfen. Es hat bei uns im Kammerbezirk kaum krisenbedingte Insolvenzen gegeben. Allerdings ist die Lage in den einzelnen Gewerken sehr unterschiedlich. Noch nie wurden in einem Januar bei uns so wenig Autos verkauft wie in diesem Jahr. Das Bauhaupt- und Baunebengewerbe hat dagegen richtig zu tun. Die Mittel aus dem Konjunkturpaket II kommen endlich in den Betrieben an. Hier müssen wir auch die Verwaltungen ausdrücklich für die schnelle Vergabe loben.
Wie haben die Kammern den Unternehmen in der Krise geholfen?
Mit Betriebsberatungen und „Runden Tischen“. Dabei haben wir in kriselnden Handwerksbetrieben mit den dortigen Meistern und den Bankern, Gläubigern und Auftraggebern gemeinsam nach einer Lösung gesucht.
Ist die Krise schon Geschichte?
Keiner kennt schon jetzt die langfristigen Auswirkungen und Folgen. Außerdem haben wir mit dem Konjunkturpaket II und dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz Geld zur Krisenbewältigung eingesetzt, das wir gar nicht haben. Wir haben sozusagen von unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen Geld genommen, obwohl wir jetzt noch nicht wissen, wann und wie wir diese Schulden abtragen können.
Was erwartet das Handwerk von der Bundes- und der Landesregierung bei der Krisenbewältigung?
Von der Landesregierung wünschen wir uns, dass sie endlich mit der Arbeit beginnt. Die Bundesregierung hat mit dem Konjunkturpaket II und dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz einen guten Anfang gemacht. Zinsaufwendungen können von kleinen und mittleren Unternehmen unbegrenzt steuerlich geltend gemacht werden, geringe Wirtschaftsgüter lassen sich sofort abschreiben und auch die Erbschaftsregelungen bei der Übergabe der Betriebe an die Nachfolger sind gute Ansätze. Auch die Reduzierung der Mehrwertsteuer im Übernachtungsgewerbe hilft vielen Betrieben, wenn die Hoteliers die Einsparungen wieder zur Sanierung ihrer Häuser einsetzen und damit auch Handwerksaufträge auslösen.
www.hwk-cottbus.de / www.zukunftspreis-brandenburg.de
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