JOBMOTOR SOLARENERGIE
Archiv der Ausgabe 1 | 3. Jahrgang | Winter 2006/07
- Im Osten geht die Sonne auf
Das Land Brandenburg entwickelt sich zu einem „Solar-Valley“. Immer mehr Unternehmen der Branche siedeln sich in Brandenburg an. Allein in der Region Frankfurt/Oder sollen durch den Bau neuer Fabriken mittelfristig rund 1 500 neue Arbeitsplätze entstehen.
Foto: Sun Technics GmbHSo errichten die Unternehmen Conergy AG, First Solar Manufacturing und Odersun AG aktuell neue Fabriken in der Grenzstadt und bieten Arbeitnehmern damit langfristige Berufsperspektiven. Das US-Unternehmen First Solar baut die weltgrößte Solarfabrik für Dünnschicht-Solarmodule mit künftig 450 Mitarbeitern. Odersun, eine Musterfabrik zur Produktion von Solarmodulen, will zunächst mit 40 Beschäftigten eine ganzheitliche Dünnfilmtechnologie entwickeln, um preiswerte Solarzellen und -module in nahezu jeder Größe und mit jeder Leistung zu produzieren. In den Startlöchern steht die Hamburger Conergy AG, welche die ursprünglich für eine Chipfabrik konzipierte Halle zu einer Solarfabrik mit 1.000 Mitarbeitern umrüstet. Ende Dezember genehmigte die EU-Kommission 76 Millionen Euro Beihilfen für das Projekt.
Doch nicht nur in Frankfurt/Oder steht die Brandenburger Solarbranche vor einem Boom. Auch in Brandenburg an der Havel wird gerade eine neue Solarfabrik errichtet. Die Johanna Solar Technology wird dort ab Mitte 2007 Dünnschicht-Solarmodule produzieren und in der ersten Ausbaustufe 180 neue Arbeitsplätze schaffen. Bereits seit längerem produzieren rund 250 Beschäftigte in Prenzlau Solarmodule in den Fabrikanlagen der aleo solar AG.
Brandenburg hat damit als Solarstandort den Anschuss an die Länder Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin gefunden und bildet mit diesen das „Solar-Valley“ mit einer weltweit einzigartigen Dichte von solaren Produktionsstätten.
Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft e. V. (BSW) wird hier ein Großteil der laufenden Investitionen von rund einer Milliarde Euro getätigt. Carsten Körnig, Geschäftsführer des BSW, führt den Erfolg der neuen Bundesländer bei den Firmenansiedlungen außer auf Standortvorteile auf die Erfolge bei der Personalgewinnung zurück: „Die Solarwirtschaft macht den Osten anziehend für Ingenieure, Manager, Facharbeiter und Kommunikationsprofis.“ Fachkräfte aus allen Teilen der Republik und selbst aus dem Ausland würden von der Aufbruchstimmung im Osten angezogen und bildeten Teams mit einheimischen Solar-Profis. Körnig schreibt dieses Phänomen auch dem DDR-Bildungssystem zu: Neben der Film- und Chemieindustrie hätten die einstigen volkseigenen Betriebe für Halbleitertechnik sowie die Universitäten und Forschungszentren viele gute Leute ausgebildet.
Experten sagen der Solarenergie weltweit jährlich zweistellige Wachstumsraten und damit eine sonnige Zukunft voraus. Für 2007 rechnet der BSW mit über 50.000 Arbeitsplätzen in der deutschen Solarbranche. Um den Fachkräftebedarf zu decken, unterstützt der Verband die kürzlich gestartete Ausbildungsoffensive des Bundesumweltministeriums, an der sich auch brandenburgische Unternehmen beteiligen.
www.conergy.de, www.odersun.de und www.firstsolar.com
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006






















