Immer schön auf dem Boden bleiben
Archivbeitrag der Ausgabe 4 | 5. Jahrgang | Winter 2009
- Korkfußböden: ökologisch einwandfrei und natürlich angenehm
- von Johanna Vogtländer
Dielen aus Echtholz, Parkett, Laminat, Kork, Linoleum, Teppich, Terrakotta oder Stein – die Produktpalette für Fußböden ist groß und manchmal sogar bunt. Unbestritten beeinflusst das „Unten“ die Wirkung und das Klima jedes Raumes. Strahlt der Boden in einer stimmigen Optik, stellt sich das Wohlbehagen ganz von allein ein.

Foto: KWG GmbH
Die Fußbodenwahl ist natürlich immer Geschmackssache. Bewusst gewählt, kann man starke Akzente setzen. Ein Wechsel verschiedener Materialien, beispielsweise von Holz zu Stein, kann in einer geräumigen Wohnung mit großen Zimmern die verschiedenen Lebensbereiche markieren. Eine kleine Wohnung wirkt großzügiger, wenn in allen Räumen der gleiche Bodenbelag verwendet wird oder die Farbe beibehalten wird.
In den letzten Jahren geht der Trend verstärkt zu Naturböden. Sie sind robust, pflegeleicht, ökologisch und eignen sich auch für Allergiker. So wundert es Fachleute nicht, dass gerade Korkböden stärker gefragt sind. Die Rinde der Korkeiche (lat. Quercus suber), die in Europa vorwiegend in Portugal wächst, liefert den Rohstoff für diesen natürlichen Belag. Aufgrund seiner erstaunlichen 40 Millionen Zellen pro Quadratzentimeter schützt der Kork den Baum ideal vor Hitze und Kälte. Ein robustes Stück Natur also, das man sich da ins Haus holt.
Deutschland ist in der Welt der größte Markt für Bodenbeläge aus Kork. Mehr als 6,3 Millionen Quadratmeter werden jährlich in deutschen Wohnräumen verlegt. Das sind mehr als 50 % der Weltproduktion.
Allroundtalent Kork
Diesen Erfolg hat sich Kork mit vielen guten Eigenschaften verdient. Einen Korkfußboden kann man fast überall einsetzen, egal ob im Wohnzimmer, im Kinderzimmer oder in Küche und Bad. Das Naturmaterial ist elastisch und dennoch robust. Schnell ist zu spüren, dass beim Auftreten die Gelenke nicht so stark belastet werden wie bei vielen anderen Bodenbelagsarten. Kork verfügt über hervorragende akustische Eigenschaften, denn er absorbiert den Schall und ist nicht nur daher der Boden der Wahl für das Kinderzimmer. Auch im Wohnzimmer sind die Klänge der Hifi-Anlage klarer, da es zu weniger überlagerten Schallwellen kommt.
Kork bedeutet Entspannung für Allergiker, denn Hausstaubmilben können sich nicht festsetzen. Zudem ist er antistatisch, pflegeleicht und einfach hygienisch zu reinigen. Er ist in der Lage, durch seine Zellstruktur Wärme zu speichern. Auch bei Fußbodenheizungen spielt Kork mit. Er nimmt Wärme auf und speichert sie, auch wenn die Heizung schon wieder ausgestellt ist. Sein warmer Charakter ist wohltuend für die nackten Füße und seine weiche Struktur steigert die Behaglichkeit. Neben den positiven Materialeigenschaften lässt sich dieser Boden auch ziemlich einfach verlegen.
Voll im Trend
Kork ist ein nachwachsender Rohstoff: Erst wenn ein Baum sein 25. Lebensjahr erreicht hat, ist er reif genug, um geerntet zu werden. Hierbei wird der Kork in den heißen Sommermonaten mit gekonntem Werkzeugeinsatz in Handarbeit vom Stamm gelöst. Das schadet dem Baum nicht, da er in der Lage ist, neue Rinde zu bilden. Allerdings bedarf es einiger Geduld, denn nur alle neun bis zehn Jahre lässt sich ein Baum schälen. Gesetzliche Bestimmungen in den Erzeugerländern gewährleisten, dass dieser Zeitraum eingehalten wird. Das traditionelle Material bietet viel Spielraum für neue Ideen.
Neu auf dem Markt sind Korkplatten mit Fotodruck und einer Deckschicht aus Vinyl. Auch die trendigen Korkdekore überzeugen viele Nutzer. Durch die Digitaldrucktechnologie entstehen beispielsweise antik anmutende Oberflächen.
Korkparkett besticht durch ein zeitloses Design. Einige Firmen bieten als „Sahnehäubchen“ ihrer Kollektion sogar an, die Farbe, die Struktur der Oberfläche und selbst das Maß der Bodenplatten selbst zu bestimmen. Dieser Boden wird dann individuell hergestellt – Kreativität, die auf dem Boden bleibt!
Archiv:
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 2/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 4/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2008
- Archivbeiträge der Ausgabe 2/2008
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2008
- Archivbeiträge der Ausgabe 4/2008
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2009
- Archivbeiträge der Ausgabe 2/2009
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2009






















