Halali ohne Jagdgewehr
Sport-Archiv der Ausgabe 4 | 3. Jahrgang | Winter 2007
- 8. Internationale Hubertusjagd in den Wäldern bei Storkow
Schöner kann man sich die Kulisse für eine Internationale Hubertusjagd kaum vorstellen: ein Märchenschloss im leuchtenden Herbstwald, weiß gedeckte Tische auf der Terrasse und ein herrlicher Blick zum See. Genau dieses Bild lässt jedes Jahr Hunderte Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland zum Schloss Hubertushöhe bei Storkow aufbrechen. Bereits zum achten Mal hieß es im November viele aktive und passive Teilnehmer zum feierlichen Abschluss des Jagdjahres willkommen.

Als „wunderbare Gelegenheit zum Genuss der farbenfrohen märkischen Natur“ bezeichnete Marc Debourdon, Direktor des Hotel Schloss Hubertushöhe, die völlig unblutige Jagd. Außerdem biete so ein Zusammentreffen von Politikern, Botschaftern, Gesandten und führenden Unternehmern den passenden Rahmen für so manche bedeutende Gespräche in ganz entspannter Atmosphäre, meinte er. In diesem Jahr hatte der Freundeskreis der Internationalen Hubertusjagd rund 350 Gäste und 80 Reiter in die Wälder nahe des Scharmützelsees eingeladen. „Wir freuen uns sehr, dass unserer Einladung zahlreiche Botschafter und Gesandte gefolgt sind“, sagte Mitorganisator Thomas Haupt. Vertreten waren Diplomaten unter anderem aus Ekuador, Mauritius, Costa Rica, Chile, Russland, Neuseeland, den Niederlanden, China und der Schweiz.
Nach dem Auftakt vor dem Schloss Hubertushöhe, das sich der Druckereibesitzer Büxenstein Ende des 19. Jahrhunderts zum Frönen seiner Jagdleidenschaft hatte bauen lassen, zog der Tross mit Kremsern und Kutschen ins nahe Dahmsdorf. Hier erinnerte das katholische Militärbischofsamt der Bundeswehr während der Heiligen Hubertusmesse an den Schutzpatron der Jäger. Seit dem Mittelalter erzählt man sich die Geschichte, wonach der begeisterte Jäger Hubertus (655 bis 728) während einer Jagd von einem prächtigen Hirsch mit einem Kreuz auf der Stirn bekehrt wurde. Er schaffte es danach immerhin bis zur Ernennung zum Bischof von Tongern-Maastricht.
Lautes Hundegebell kündigte nach der Messe unter freiem Himmel in Dahmsdorf den Start zum 18 Kilometer langen Reiterritt an. Bis vor einigen Jahren sollten während einer Hubertusjagd die Hundemeuten die Füchse aus ihren Verstecken treiben, damit die Jäger hoch zu Ross einen guten Schuss abfeuern konnten. Heute ist daraus eine vergnügliche Jagdtradition geworden. Die Hundemeuten folgen einer extra gelegten Spur durch den Wald. Unterwegs warten auf die Reiter einige Springprüfungen und eine gesellige Rast.
Nach der erfolgreichen achten Hubertusjagd dürfte bei den meisten Teilnehmern die nächste Verabredung schon feststehen: Anfang November 2008 geht es wieder zum Schloss Hubertushöhe – zum Halali ohne Jagdgewehr.
www.hubertusjagd.cipher-db.net
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