Die Gunst der Stunde nutzen
Archiv der Ausgabe 1 | 3. Jahrgang | Frühjahr 2008
- Ministerpräsident Matthias Platzeck: Den demografischen Wandel als Chance begreifen
Der demografische Wandel bietet dem Einzelhandel nach Einschätzung von Ministerpräsident Matthias Platzeck auch Chancen, neue Käuferschichten zu erschließen. Die Branche müsse sich noch stärker auf die Kaufkraft von Senioren, die als ‚Silver Economy‘ bezeichnet wird, einstellen, sagte Platzeck beim Neujahrsempfang des Handelsverbands Berlin-Brandenburg (HBB) am 24. Januar in Potsdam.
Neue Möglichkeiten für das Handelsgewerbe; Fotos: Jürgen AlbrechtZu ihrem traditionellen Neujahrsempfang trafen sich Kaufleute aus dem Land Brandenburg und Berlin diesmal in Potsdam. Rund 400 Gäste nutzten die Gelegenheit für ausführliche Gespräche, für den Dialog zwischen Politik und Einzelhandel. Unter den Gästen: Bundes- und Landtagsabgeordnete, Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses und viele weitere Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur beider Bundesländer. Insgesamt könne 2008 für das Handelsgewerbe in der Region „ein Jahr der neuen Möglichkeiten“ werden, äußerte Matthias Platzeck. „Die erweiterten Ladenöffnungszeiten werden angenommen, hochwertige Produkte setzen sich durch, das Bewusstsein für gute Beratung und Service steigt“, betonte der Ministerpräsident. Zugleich bekräftige Platzeck die Absicht der Landesregierung, weiter für gute Rahmenbedingungen zu sorgen: „Die Landesregierung konsolidiert den Haushalt und tut alles für optimale Investitionsbedingungen. Unsere Region kann aus eigener Kraft wachsen.“ Der Regierungschef betonte, vorteilhaft für den Handel im Land sei auch der Wegfall der Grenzkontrollen: „Gerade wir in Brandenburg gewinnen neue Kunden dank der offenen Grenzen nach Mittelosteuropa. Auch der Tourismus bringt mehr Gäste in unser Land, die ihr Geld hier ausgeben und positive Eindrücke mit nach Hause nehmen.“ Platzeck wies darauf hin, dass die Erträge der Einzelhändler in den Regionen des Landes noch sehr unterschiedlich seien und vielerorts besser sein könnten. Ungeachtet dessen hätten viele Kaufleute neue Stellen geschaffen und damit einen Beitrag zum Rückgang der Arbeitslosigkeit geleistet. Der Ministerpräsident betonte ferner: „Attraktive Innenstädte und die Leidenschaft fürs Shopping gehen Hand in Hand, so hat unser Einsatz für schöne Innenstädte langfristig positive Folgen für den Handel.“
Einkaufstouristen aus aller Welt
Die Ehrenämter des Verbandes mit ihren prominenten Gästen: Jann Jacobs, Oberbürgermeister von Potsdam; Heinz-Peter Bischoff, Vizepräsident des HBB; Dr. Frhr. von Leoprechting HBB-Schatzmeister; Karin Genrich, Präsidentin des HBB; Dr. Victor Stimming Präsident IHK Potsdam; Ministerpräsident Matthias Platzeck; Dr. Gerd Böker und Volker Pesarese, beide Vizepräsidenten des HBBÄhnlich optimistisch äußerte sich Berlins Bürgermeisterin und Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reiher: „Berlin und Brandenburg gewinnen täglich neue Fans. Die Region wird immer mehr zum Ziel von Einkaufstouristen aus der ganzen Welt. Die Metropole Berlin gilt inzwischen als absoluter ‚hot spot‘ für fashionbewusste Flaneure aus aller Welt. Ich bin mir sicher, dass in den nächsten Jahren die Besucherströme nach Berlin und Brandenburg weiter wachsen werden. Der Handel wird genauso wie alle anderen Wirtschaftszweige der Region vom neuen Single-Airport BBI profitieren.“ Unterschiedliche Erfahrungen schilderten Brandenburgs Einzelhändler. Während die Kaufleute aus der Landeshauptstadt sich zufrieden mit der Umsatzentwicklung zeigten, hoffen die Händler in den östlichen Landesteilen auf deutliche Aufschwungsignale.
Der Handelsverband Berlin-Brandenburg e. V. (HBB) entstand 2005 aus dem Zusammenschluss von Gesamtverband des Einzelhandels Land Berlin e. V. und Einzelhandelsverband Land Brandenburg e. V. mit dem Ziel, die Attraktivität des Handelsstandortes Berlin-Brandenburg zu erhöhen. Als starker, im politischen Bereich geschätzter Verband verfügt der HBB über eine hohe Durchschlagskraft und aktuelles Know-how. Die rund 2.000 Einzelhandelsunternehmen, die Mitglied im HBB sind, repräsentieren mehr als 85 Prozent der Marktanteile im Einzelhandel beider Bundesländer. Die Tätigkeit des HBB konzentriert sich vor allem auf die Koordinierung und Vertretung der Interessen des Wirtschaftszweiges gegenüber Politik, Kammern, Verbänden und anderen Institutionen. Weitere Schwerpunkte sind die Tarifverträge für den Berliner und Brandenburgischen Einzelhandel sowie die Öffentlichkeitsarbeit für den Wirtschaftszweig. Präsidentin des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg ist die Potsdamer Unternehmerin Karin Genrich. Hauptgeschäftsführer des HBB ist Nils Busch-Petersen.
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