Balsam für Körper und Geist
Archivbeitrag der Ausgabe 4 | 5. Jahrgang | Winter 2009
- Brandenburg brilliert mit zahlreichen Wellnessangeboten
- von Christa Steuer
Wenn das kühle Wetter, aufgeweichte oder gefrorene Wege und das erheblich verkürzte Tageslicht allen Unternehmungen in der Natur enge Grenzen setzen, gelangt ein Wort wieder in aller Munde: Wellness. Zwar ist der Begriff von Marketingstrategen neuerdings selbst in die Lebensmittel- und Möbelindustrie getragen worden, aber in erster Linie löst das Wort noch immer eine gewisse Sehnsucht aus. Man wünscht sich warmes und sprudelndes Wasser, Wohlbefinden in einer Wanne allein oder zu zweit, Massagen von Kopf bis Fuß, Heilschlämme auf der Haut oder das sprichwörtliche Wechselbad in einer Saunalandschaft. Doch niemand muss in diesen Träumen verharren. Es gibt in ganz Brandenburg genügend Angebote zum Wohlfühlen. Man muss sich meist nur einen Ruck geben. Körper und Geist danken es jedenfalls.

Entspannung pur, Foto: NaturThermeTemplin GmbH
Manch einer könnte sich beim Blättern in Prospekten und Internetseiten von der Vielfalt schier erschlagen fühlen. Immerhin acht große Thermalbäder und mindestens 15 Erlebnis- und Spaßbäder stehen rund um Berlin zur Auswahl. Da fällt es nicht immer leicht, das jeweils passende Ausflugsziel zu finden. Doch die Unterschiede sind durchaus beträchtlich. Überall ist es dank der wachsenden Konkurrenz aber ruhiger geworden. Die NaturThermeTemplin beispielsweise zählte nach ihrer Eröffnung im November 2000 jährlich bis zu 420 000 Besucher. Heute pendeln sich die Zahlen zwischen 260 000 und 300 000 Gäste ein, trotz erfolgter Generalüberholung und eines erweiterten Wellnessbereichs. Ähnliche Entwicklungen melden auch die meisten anderen Thermen. Wer sich nicht ständig weiterentwickelt oder den bestmöglichen Service bietet, hat schnell verloren. Die Kundenströme ziehen dann einfach weiter, weil Treue in dieser Branche nicht viel zählt. „Die Kunden wollen für den nicht gerade geringen Eintritt stets das Beste“, lautet eine Binsenweisheit. Das musste zuletzt die SteinThermeBelzig südwestlich Berlins durchaus schmerzlich erfahren. Gravierende Baumängel führten zur Sperrung des Außenbeckens und anderen Einschränkungen, sodass nur ein siebenmonatiger Umbau helfen konnte. Ab dem 5. Dezember hofft das Bad am Rande der kleinen Flämingstadt, die weiter vom Titel „Bad Belzig“ träumt, wieder auf den alten Zuspruch. Als Neuerungen erwarten den Gast unter anderem Massagedüsen, Nackensprudler und Perldüsen in allen Becken, eine neue Liegegalerie, ein mit Hecken und Blumen gestalteter Garten zum Entspannen, eine Gradiersauna mit der Verneblung der Sole über Weißdornreisig bei 45 Grad Celsius und eine Liegehalle im Saunagarten.
Der Trend geht zu Hotels gleich neben der Therme

Entspannen mit Seeblick in der Fontane Therme in Neuruppin, Foto: www.cap-pr.de
Zu den jüngeren Erfahrungen der Brandenburger Wellnessbranche gehört der Wunsch vieler Gäste, nach dem Aufenthalt in den Thermen nicht sofort den Heimweg wieder anzutreten. Der Stress auf Autobahnen und Landstraßen macht den positiven Erholungseffekt oft zu schnell wieder zunichte, zumal öffentliche Verkehrsmittel meistens keine Alternativen bieten. Ein Hotel ganz in der Nähe wäre da die Lösung. Neuruppin macht‘s vor. Während sich hier die Gäste in einem „Bademantelgang“ zwischen Seehotel und Fontane Therme bequem und unkompliziert bewegen können, müssen sie in Bad Saarow und Bad Wilsnack längere Wegstrecken unter freiem Himmel zurücklegen. Im Spreewald-Kurort Burg und in Templin in der Uckermark soll in Kürze der Neuruppiner Komfort Einzug halten. Sowohl die Spree wald therme als auch die Natur- ThermeTemplin planen den Bau von Hotels in unmittelbarer Nähe. „Spätestens in drei Jahren wollen wir soweit sein“, kündigte der Templiner Geschäftsführer Kurt Stroß an. „120 Zimmer auf Vier-Sterne-Niveau sind unser Ziel. Das Haus wird einen direkten Zugang zur Therme erhalten.“ Auf den müssen zwar die Gäste in dem Anfang Oktober eröffneten Ferienhauspark neben der Therme verzichten, aber der Eingang liegt nur einen Katzensprung von den Vier-Sterne-Häusern entfernt. Das wird sich gewiss schnell herumsprechen und die Besucherzahlen etwas nach oben treiben. So ein Standort eines Hotels neben einer Therme bringt den Investoren natürlich einen nicht zu unterschätzenden finanziellen Vorteil: Sie können auf einen eigenen Wellnessbereich verzichten. Deshalb stoßen die Hotelpläne sowohl in Templin als auch in Burg nicht überall auf Zustimmung. Einige Hoteliers befürchten durch die neue Konkurrenz doch Rückgänge bei den Übernachtungszahlen.
Das beste Haus steht weiterhin im Spreewald

Verwöhnen deluxe im Hotel Zur Bleiche in Burg, Foto: Zur Bleiche Resort & SPA
Eine Ausnahme bildet das Hotel Zur Bleiche in Burg. Es gilt als Flaggschiff sowohl der Brandenburger Hotellerie und Gastronomie als auch der Wellnessanbieter. Das Konzept wurde und wird deutschland- und europaweit ständig kopiert, bleibt aber stets unerreicht. Denn nur hier liegt die Zufriedenheit der Gäste auf einem durchgehend hohen Niveau. Die Landtherme mit ihrer Mischung aus Wasser, Spreewälder Scheune, Waschhaus und den besten Elementen traditioneller Bade-Baukunst bietet so viele gemütliche Ecken, dass jeder hier seinen Lieblingsplatz findet. Die Preise für die einzelnen Spa-Angebote gehören zwar auch zu den höchsten in ganz Brandenburg. Dafür aber können die Gäste hier Programme buchen, die es nirgendwo anders gibt. Das große „Bleiche-Bademenü“ dauert rund sechseinhalb Stunden und kostet 300 Euro pro Person. Da erlebt der Besucher unter anderem Zucker-Honig-Efeupeeling, Honig- Molkebad mit Efeublättern, Ganzkörper-Efeumassage, Kräuter- Gesichtsbehandlung, Aroma-Hand- oder Fußpflege, ein Kräutervitalmenü und zwischendurch einen kleinen Gruß aus der Küche. Andere Angebote lauten „Türkisches Hamam“, „Türkisches Ritual mit Eisabreibung, aromatischen Güssen, Bürstengesichtsmassage sowie Calendulaeinreibung“ oder ein „Leinölbad für zwei“. Neuerdings bleibt die zweite Etage den Damen vorbehalten. Hier können sie in der Sauna, im Dampfbad, in verschiedenen Anwendungsräumen und auf dem Marktplatz mit oder ohne ausgiebiges Baderitual unter „ihresgleichen“ bleiben. Einen weiteren Pluspunkt steuert natürlich die ausgezeichnete Küche bei. Das Restaurant „17fuffzig“, das mit seinem Namen an den vom Preußenkönig bestimmten Anbau von Flachs und Hanf an diesem Ort erinnert, gehört zu den ersten Adressen im Land. Jeder kann den Mitarbeitern um Chefkoch Oliver Heilmeyer bei ihren Künsten durch eine Scheibe zusehen. Die Eigentümer Christine und Heinrich Michael Clausing sehen neuen Häusern sehr gelassen entgegen. „Wichtig ist die Stärkung von Burg als Erholungsort“, sagen sie.
Vor der Entspannung noch an die Fitnessgeräte
Das neue Hotel an der SPREEWALD THERME in Burg wird und will also nie der „Bleiche“ Konkurrenz machen. Doch wie allein ein Thermalbad die Gästezahlen an einem Ort verändern kann, zeigt das von Schweizer Investoren 2005 eröffnete Burger Wellness-Center inmitten des Spreewaldes mit typischen Elementen der umliegenden Natur. Es ließ die jährlichen Übernachtungszahlen in Burg um 25 Prozent ansteigen. Inzwischen steigen an Wochentagen im Schnitt 600 Besucher und sonnabends und sonntags sogar 1 000 Gäste in die mit warmer Sole gefüllten Becken. Das Thermalwasser wird in der Umgebung aus 1 350 Meter Tiefe gefördert. Mit 240 Gramm Salzgehalt pro Liter gehört es zu den reichhaltigsten Solen der ganzen Region. Wer sich also in die Becken gleiten lässt oder im Gurkenfass den Heilwasserdampf genießt, tut dem Körper viel Gutes. Dafür eignet sich die SPREEWALD THERME nicht zum ausgiebigen Schwimmen. Wegen der starken Sole-Konzentration macht es einfach keinen Spaß. „Die Besucher sollen zu uns eher zum Entspannen kommen“, sagt Betreiber Stefan Kannewischer. „Ich rate jedoch dazu, vor einer solchen Ausruh- Phase den Körper im Fitnessbereich erst einmal richtig in Schwung zu bringen.“ Dann sei er auch aufnahmebereit für die guten Mittelchen aus dem Spreewald. Kinder im Schulalter verlieren hier schnell die Lust am Herumtoben im und am Wasser. Es herrscht Ruhe – das unterstreicht den Gesundheitsaspekt. Mit Leinöl-, Gurken-, Heilerde- oder Kräutermassagen sind die Jüngsten ohnehin nicht zu locken. Zum Toben eignen sich andere Bäder in der Umgebung besser. Immerhin ist in der Spreewaldtherme – hinter Glas – ein Trinkwasser-Planschbecken für Kleinkinder angelegt.
Nackter Wechsel zwischen Sauna und Thermalbecken
Genau wie die Burger SPREEWALD THERME fällt die Kristall-Saunatherme Ludwigsfelde unweit der südlichen Berliner Stadtgrenze etwas aus dem Rahmen. Sie gilt als das erste und größte „FKK-Hallenbad“. In den Saunas und Dampfbädern sowie in den Pools und im Wellness-Bereich ist die Badebekleidung abzulegen. Nur mittwochs und sonntags ist sie erlaubt. Die Gäste nehmen das Angebot dankend an. Hier finden sie mehrere warme Becken, acht Saunas im Innenbereich, weitere vier im angrenzenden Blockhüttendorf, außerdem zwei Dampfbäder, einen osmanischen Hamam und allerlei Räume für Massagen und kosmetische Behandlungen. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die ayurvedischen vierhändigen Massagen, die Körper, Geist und Seele wieder zu einer Einheit zusammenführen sollen. Dafür reicht die 30-minütige Behandlung zwar meist nicht aus. Aber zumindest ein ganz besonderes Gefühl des Wohlbefindens stellt sich bei den kreisenden und aufeinander abgestimmten Bewegungen auf der mit warmem Öl vorbereiteten Haut ein. Im Bad selbst findet der vielerorts übliche Kampf um freie Liegen zu keiner Zeit statt, bei mehr als 1 000 Exemplaren dürfte das Platzfinden auch kein Problem sein. Die Mehrzahl der Besucher kommt ohnehin aus Berlin in die FKK-Therme. In der Hauptstadt hat sich das besondere Angebot schnell herumgesprochen. „Hier muss man sich beim Wechsel zwischen Sauna und Thermalbecken wenigstens keine Badehose anziehen“, sagt ein Besucher der Eukalyptus- Sauna Ludwigsfelde. Außerdem findet er gut, dass man zwischen den einzelnen Bereichen keine besondere Sperre passieren muss. Auch die Geschäftsleitung gibt sich zufrieden: „Die Besucher fühlen sich einfach freier und ungezwungener. Das hebt die Stimmung, was wiederum unser größter Pluspunkt ist.“ Zum Flanieren empfiehlt sich allerdings ein Bademantel oder zumindest ein großes Handtuch. Und mindestens so bekleidet sollte man auch das Restaurant betreten. Für Familien mit Kindern ist die Therme nur mit Einschränkungen zu empfehlen. Es gibt keine Rutschen und keinen Bereich zum Planschen.
Neues Schwimmvergnügen mit Pinguinen

Schwimmen Seite an Seite mit Pinguinen in den Spreewelten, Foto: Spreewelten GmbH
Wer eine schöne Familientherme sucht, ist am besten in Bad Wilsnack, in Bad Saarow, in Belzig und in Templin aufgehoben. Doch so richtig toben können die Kinder auch da nur bedingt. Da finden sie im Freizeitpark „Tropical Islands“, im „Schwapp“ in Fürstenwalde, im Marienbad der Stadt Brandenburg oder in der TURM ErlebnisCity Oranienburg bessere Möglichkeiten. Eine ideale Kombination aus Sport-, Spaß- und Erholungsbad verwirklicht die Fläming-Therme in Luckenwalde. Im 25-Meter-Becken kann die Fitness gestärkt werden, die Reifen- und die High-Speed-Turborutsche verzückt selbst gestandene Frauen und Männer, während es im Therapie- und Entspannungsbecken und in der Saunalandschaft eher ruhig zugeht. Ganz neue Erlebnisse bieten seit rund einem Jahr die Spreewelten in Lübbenau. Aus der einstigen Kristalltherme entstand eine Kombination aus Spaß- und Erholungsbad mit einem ganz besonderen Clou: „Schwimmen mit Pinguinen“. Allerdings ist der Werbe-Slogan nicht ganz wörtlich zu nehmen, denn die Besucher steigen nicht ins selbe Wasser wie die Vögel. „Diese haben ein eigenes Terrain mit Salzwasser, Felsenlandschaft, einer Bruthöhle und südamerikanischen Pflanzen“, sagt der Direktor des Cottbuser Tierparks, Jens Kämmerling, aus dessen Anlage die ersten Tiere stammen. „Durch eine Glaswand am Außenbecken können die Badegäste die Pinguine sowohl über als auch unter Wasser beobachten.“ Im Winter halten sich die putzigen Tiere überwiegend im Wasser auf. „An Land ist es ihnen zu kalt“, erklärte der Tierpfleger Sepp Müller. „Schließlich handelt es sich um Humboldt-Pinguine, die an der Westküste Südamerikas auch in tropischen Breiten leben.“ Die Pinguinanlage kostete rund eine halbe Million Euro, der gesamte Umbau des 1998 eröffneten Bades sechs Millionen Euro. Die Hälfte davon erhielt die Stadt Lübbenau als Eigentümerin aus Bundes- und Landeskassen. Der Wellnessbereich wurde um ein Drittel vergrößert, die Zahl der Saunas stieg auf 14. Der Deutsche Tourismusverband fand die Idee immerhin so gut, dass er „Schwimmen mit Pinguinen“ für den diesjährigen Tourismuspreis nominierte. Die Jury ehrte die Lübbenauer mit einem zweiten Platz – hinter einem Projekt aus Oberstaufen in Bayern.
Vier- und Fünf-Sterne-Hotels punkten mit Wellnesscenter

Stilvoll relaxen im A-ROSA Scharmützelsee, Foto: A-ROSA
Wer nicht gleich das ganztägige Wohlfühlprogramm in einem ausgewiesenen Wellnesscenter, einem Saunadorf oder einem Thermalbad buchen will, kann sich guten Gewissens für die zahlreichen Angebote in einem Vier- oder Fünf-Sterne-Hotel entscheiden. Die meisten liegen in ausgesprochen schönen Landschaften. Vor dem Gang in die Sauna, den Schwimmzügen im ausreichend großen Becken oder dem Beginn einer Massage kann also noch ausgiebig durch Wälder und an Ufern gewandert, durch romantische Altstadtgassen gebummelt oder ein Schloss besichtigt werden. Am Scharmützelsee, von Theodor Fontane als Märkisches Meer geadelt, findet der Gast mit dem Hotel Esplanade und dem A-ROSA gleich zwei große und anspruchsvolle Hotels. Im Esplanade besteht das „Zentrum ganzheitlichen Wohlbefindens“ aus fünf Bereichen: Hydrotherapie, Ernährung, Schönheitspflege, Fitness und Stressmanagement. Auf einem 3 500 Quadratmeter großen Areal wird praktisch alles für ein neues Körpergefühl geboten: ob heiß oder kalt, ruhig oder bewegt, allein oder zu zweit. Die Spa-Manager haben nur eine Bitte. Die Gäste sollten viel Zeit mitbringen, damit die gewünschte Verwöhnung auch gelingt. Auch der Deutsche Wellnessverband fand die Angebote „exzellent“ und ehrte das Hotel mit dem gleichnamigen und höchsten Qualitätssiegel. Mit 4 200 Quadratmetern gehört der Spa-Bereich im A-ROSA Scharmützelsee zu den größten Anlagen in ganz Brandenburg. Zu den klassischen Angeboten kommen Qigong, Reiki und Yoga sowie ganzheitliches Ayurveda, hawaiianische Tempelmassage und Aqua-Balancing zur Tiefenentspannung. Pool- und Saunalandschaften, ein Ruheraum, ein Fitnessstudio nach neuesten Standards sowie 22 Wellness-Behandlungsräume gehören ebenso dazu wie ein Gesundheitscoaching sowie klassische und exotische Anwendungen. Für Golfer, die in der Umgebung gleich drei exzellente Plätze finden, werden spezielle Fitnessprogramme angeboten.
Hafendorf mit Leuchtturm und Hawaii-Massage
Das einzige Hotel mit einem Leuchtturm findet sich im IFA Hafendorf Rheinsberg. Dieser weist allen Freizeitkapitänen den Weg zu den Ferienhäusern und der großzügigen Hotelanlage in der Nähe des „Bilderbuchs für Verliebte“, wie Kurt Tucholsky seinen 1912 erschienenen Rheinsberg-Roman über das sorglose Wochenende eines Berliner Studentenpaares in einer zauberhaften Landschaft nannte. Vom 25 Meter langen Pool der Wellnessoase sind die Spitzen des begehbaren Leuchtturms sogar zu sehen. Die Angebote der Massage-Abteilung richten sich keineswegs nur an Frauen, sondern ausdrücklich auch an Männer und sogar Kinder. Zur Auswahl für Erwachsene steht unter anderem die Lotuskristall-Ganzkörpermassage, die traditionelle asiatische Methoden mit der ausgleichenden Wirkung von Kristallen verbindet. Massagen mit heißen Steinen, eine ayurvedische Kopf-Gesicht-Nackenmassage oder die aus Hawaii stammende Ganzkörpermasse Lomi-Lomi Nui wecken selbst scheinbar streng verborgene Lebensgeister wieder. Wenn ein Hotel mit dem Slogan „Ziemlich nah am Paradies“ wirbt, spricht das für ein hohes Selbstbewusstsein und eine breite Angebotspalette. Das Resort Schwielowsee in Petzow zwischen Potsdam und Werder kommt dem selbst gewählten Anspruch tatsächlich schon recht nahe. Das asiatisch-inspirierte Tao Life Wellness Center entführt die Gäste in eine Welt aus Wasser und außergewöhnlichen Details. In einer Pagode gibt es genügend Möglichkeiten zum Meditieren und Kraftschöpfen.
Sparen mit der Aktion „Winterliches Brandenburg“
Bei zahlreichen Hotels lässt sich dank der Aktion „Winterliches Brandenburg“ wieder kräftig sparen. Die teilnehmenden Häuser bieten ein entsprechendes Zimmerkontingent zu Vorzugspreisen an. Da kostet ein Doppelzimmer mit Frühstück je nach Ausstattung nur 59 oder 79 Euro. Winterliche Arrangements umfassen mindestens zwei Übernachtungen und schließen in der Regel Massagen, ein Abendessen und manchmal sogar eine Wanderung oder eine Kutschfahrt ein. Hier liegen die Preise zwar etwas höher, aber gegenüber der einzelnen Buchung oder der Hochsaison sind die Unterschiede schon beträchtlich.
Nach der Wanderung ins Bierbad oder an den Kamin

Eintauchen in ein würziges Bierbad im Landhotel Kummerower Hof, Foto: Landhotel Kummerower Hof Neuzelle
Natürlich muss sich die Ausflugsplanung im Winter nicht auf Thermalbäder oder Hotels beschränken. Die vielen Parks im ganzen Land bieten dank der fehlenden Blätter an den Bäumen ganz neue Ein- und Ausblicke. Oft hat man die Wege, Aussichtspunkte und Teiche ganz für sich allein. Da wirkt selbst der Park Sanssouci ohne die sommerlichen Touristenströme wie ausgestorben. Das trifft auch auf die vielen Naturschutzgebiete zu. Im Nationalpark Unteres Odertal stehen seit Mitte November die Polderflächen – also die Wiesen und Weiden entlang des Grenzflusses – planmäßig unter Wasser. Tausende Wasservögel geben sich hier ein Stelldichein. Auch hier erlaubt die freie Sicht phantastische Beobachtungen. Nicht selten streiten sich gleich mehrere Seeadler um die Beute. Anlaufpunkt für Informationen ist das Nationalparkhaus in Criewen bei Schwedt, wo eine gute Ausstellung die Besucher informiert und geführte Exkursionen beginnen. Die überschwemmten Wasserflächen eignen sich bei strengem Frost auch als ideale Fläche für Schlittschuhläufer. Bis die Fließe im Spreewald zufrieren, bieten einige Kahnfährleute noch Glühweintouren ab Lübbenau und Burg an. Wer selbst mit zugreifen will, bucht das Glühweinsegeln der Firma Teamgeist in Kolberg am Wolziger See. Falls Frost und Schnee ausbleiben sollten, hilft immer noch die künstliche Alternative. In der Halle Snowtropolis in Senftenberg kann jedermann die richtige Abfahrt üben. Nach einer zünftigen Wanderung wächst die Lust auf eine Einkehr in ein gemütliches Gasthaus. Dabei muss es nicht beim Kaffeetrinken bleiben. Vielerorts knistert das Feuer am Kamin, sodass sich der Aufenthalt hier durchaus lange hinziehen kann. Das Landhotel Kummerower Hof unweit des schönen Schlaubetals in Ostbrandenburg bietet auf Vorbestellung sogar ein Bierbad zum Aufwärmen an. Das gehört auch zum diesjährigen Silvesterarrangement. Zum Jahreswechsel bieten zahlreiche Hotels spezielle Programme an. Das reizvoll am Beetzsee im Havelland gelegene Hotel Bollmannsruh versetzt seine Gäste am Silvesterabend zum Beispiel in die „Goldenen 20er Jahre“.
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