Auf “Aufbau Ost” folgt “Ausbau Ost”
- von Brigitte Menge
Bleibt sie oder geht sie? Die Diskussion um den künftigen Standort der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) war eines der bestimmenden Themen beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam Anfang Mai im Kaiserbahnhof der Landeshauptstadt. Seit 1992 findet die ILA auf dem Flughafen Schönefeld statt. Nach der Fertigstellung des BBI könnte jedoch Leipzig/ Halle das Rennen machen.

Hausherr Rüdiger Grube, Ministerpräsident Matthias Platzeck, IHK-Präsident / Foto: Sabine Gaßer
Im Potsdamer Kaiserbahnhof, seit 2005 Akademie für Führungskräfte der Deutschen Bahn, begrüßte Hausherr Rüdiger Grube die Gäste, darunter Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, IHK-Präsident Victor Stimming und IHK Hauptgeschäftsführer René Kohl. Vor dem Beginn des Jahresempfangs hatte die IHK-Vollversammlung eine Werbekampagne auf den Weg gebracht, die Jugendliche für eine Ausbildung in Brandenburg begeistern soll. Ministerpräsident Matthias Platzeck erklärte beim Jahresempfang, dass nach 20 Jahren „Aufbau Ost“ nun ein Wechsel zu 20 Jahren „Ausbau Ost“ anstehe. Er bilanzierte die Wirtschaftspolitik seit Wiedergründung des Landes mit den Worten: „In den Phasen von Umbruch, Erneuerung, Wachstum und Konsolidierung ist es uns gelungen, zunächst ein neues Brandenburger Profil zu entwickeln und das dann zu schärfen. Zum Beispiel mit der Förderpolitik der regionalen Wachstumskerne oder beim Ausbau von Zukunftsbranchen wie der Biotechnologie.“ Nun gelte das Prinzip „Kontinuität und Konzentration“. Kontinuität werde man dort walten lassen, wo sich Konzepte bewährt hätten – zum Beispiel in den Förderkonzepten oder bei der ökologischen Ausrichtung der Industrie- und Standortpolitik. „Trotzdem müssen wir grundsätzlich überall auch über die Konzentration der Finanzmittel und über Einsparmöglichkeiten diskutieren. Da werden uns auch in Brandenburg harte Debatten nicht erspart bleiben. Wer sich konzentrieren will, muss seine Prioritäten kennen und dafür eintreten“, fügte Platzeck hinzu. Platzeck warb erneut für einen Bewusstseinswandel im Land: „Politik und Wirtschaft müssen noch deutlicher machen, dass sich im Land Brandenburg neue Möglichkeiten auftun. Wir haben mittlerweile beste Studienbedingungen an unseren Universitäten und Fachhochschulen. Wir spielen mit Exzellenzclustern wie dem Potsdamer Telegrafenberg sogar international in der ersten Liga. Wir bieten neue Jobs in Zukunftsbranchen wie im Energiebereich oder in der Luft- und Raumfahrtbranche.“ Auch deshalb ist die Entscheidung über den künftigen ILA-Standort so wichtig.
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