ALTES IM NEUEN – NEUES IM ALTEN
Archiv der Ausgabe 1 | 3. Jahrgang | Winter 2006/07
- Deutsch-polnische Musikfesttage an der Oder
Seit vielen Jahren bilden sie den Auftakt im Frankfurter Festivalkalender: Die deutsch-polnischen „Musikfesttage an der Oder/ Dni Musyki nad Odra“. Hervorgegangen aus den Frankfurter Festtagen der Musik und den „Internationalen Musikbegegnungen Ost-West“ Zielona Góra bieten die Musikfesttage vom 9. bis zum 18. März 2007 wieder ein breites Spektrum an musikalischen Ereignissen. Das diesjährige Motto heißt „Altes im Neuen – Neues im Alten“ und bietet mit 22 Konzerten Raum für interessante Beobachtungen. Dabei finden die Veranstaltungen sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite statt. Aufführungsorte sind Frankfurt (Oder), Zielona Góra, Eisenhüttenstadt/Fürstenberg, Kozuchow und Nowa Sól.
Weltklasse: Das Leipziger Streichquartett Foto: www.leipzigquartet.com
Höhepunkt dürfte die Erstaufführung von Dvoraks frühem Liederzyklus „Zypressen“ am 10. März sein: Diesen Zyklus, bestehend aus 18 Liedern, schrieb der junge mittellose Bratschist Dvorak für die heimlich angebetete Schauspielerin Josefina Cermakova. Aus der (unglücklichen) Liebe wurde ebenso wenig wie aus dem Liederzyklus. Letzterer wurde zu Lebzeiten des Komponisten in Gänze weder verlegt noch aufgeführt, Dvorak arbeitete daher einige der Lieder später zu Streichquartetten um. Der Musikwissenschaftler und Komponist Hans-Peter Dott – künstlerischer Leiter dieser Musikfesttage – entdeckte das Autograph in der Prager Nationalbibliothek und vergab für sechs noch unbearbeitete Lieder zusätzliche Kompositionsaufträge für Streichquartett an junge Komponisten. In dieser interessanten Zusammenstellung aus Altem und Neuem werden die Dvorak-Lieder nun im Konzert am 10. März zu erleben sein. Auftakt der Festtage ist am 9. März ein Gemeinschaftskonzert des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt und der Philharmonie Zielona Góra mit Werken von Johann Sebastian Bach, Max Bruch und Henryk Mikolaj Górecki; Dirigent ist Czeslaw Grabowski.
Die Frankfurter Konzerthalle „Carl Philipp Emanuel Bach“, in der ein Großteil der Festival-Konzerte stattfindet, ist wohl das schönste Konzerthaus im Osten Brandenburgs. Die ehemalige Kirche des Franziskanerklosters, welches einst hier am Oderufer stand, wurde ab 1966 zur Konzerthalle umgebaut und anlässlich der 2. Frankfurter Musikfesttage 1967 als Konzerthalle eröffnet. Zum 40-jährigen Jubiläum gibt es nun am 11. März im Rahmen der Musikfesttage ein Matinee- sowie ein Festkonzert (Solist Ludwig Güttler). Auch das Matineekonzert mit dem Brandenburgischen Staatsorchester, dem Kammerchor der Frankfurter Singakademie sowie dem Organisten und Cembalisten Armin Thalheim, der zum Teil auf historischen Instrumenten spielt, dürfte einen Besuch lohnen.
Angeboten wird danach auch eine Führung durch die Konzerthalle „Carl Philipp Emanuel Bach“.
Eine Übersicht über die Musikfesttage, inklusive Informationen bezüglich einer Kulturreise zu den Musikfesttagen sowie eine Konzertfahrt nach Zielona Góra mit Rahmenprogramm finden Sie unter:
www.musikfesttage.de, www.muv-ffo.de oder www.muv-ffo.de/Kleist
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006






















