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Archiv der Ausgabe 3 | 2. Jahrgang | Herbst 2006
- Mit der Regional-Express-Linie 5 in den Norden Brandenburgs
Drei Dinge sollten Sie auf jeden Fall vor Ihrem Ausflug besorgen: Das Brandenburg-Berlin-Ticket, einen kleinen Fahrplan und Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Zwar sind die fünf Bände für einen Ausflug nicht gerade handlich, aber ein willkommener Ratgeber für eigene Wanderungen. Und einige Tipps finden Sie auch hier.
Foto: DB AG/WeberStation 1: Oranienburg
Umgeben von einer reizvollen Kulturlandschaft mit Seen und Wäldern bietet die Stadt im Norden Berlins vielfältigste Möglichkeiten für Freizeit, Erholung und Kultur. Großstadtmüde Hauptstädter fahren hierher zum Reiten, Wandern, Radfahren, Angeln, Schwimmen … Oranienburg hat ein sehenswertes Schloss mit Schlossmuseum, die T.U.R.M. Erlebniscity, die Orangerie im Schlosspark und sieht blühenden Zeiten entgegen. 2009 wird hier die Landesgartenschau stattfinden. Kein Zufall, denn Oranienburg ist die Wiege der Gartenkultur Brandenburg-Preußens. Von April bis Oktober 2009 wird es heißen: „Kommen Sie nach Oranienburg und Sie können in der Lieblingsstadt der niederländischen Mutter des ersten Preußenkönigs, Friedrichs des I., ein großes Gartenwunder erleben“. Diese niederländische Mutter, Louise-Henriette von Oranien, Namensgeberin der Stadt, steht noch heute als Denkmal im Herzen Oranienburgs. Vom neuen Berliner Hauptbahnhof dauert es nun runde 30 Minuten bis nach Oranienburg.
Station 2: Gransee
Natürlich gibt es Ereignisse auf der Welt, die noch mehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen als der „Havelländische Posaunentag“. Da wären beispielsweise die „Dresdner Musikfestspiele“, die „Bayreuther Festspiele“ oder die „Festwochen von Ushuaia“ (der südlichsten Stadt der Welt) in Argentinien. Aber es wäre dennoch ungerecht, wenn man den „Havelländischen Posaunentag“ übergehen würde. Denn seit nunmehr 44 Jahren gibt es die Reihe „Granseer Sommermusiken“. Und eben dieser „Havelländische Posaunentag“ bildet am 14. Oktober den Abschluss dieser Reihe. Und im Gegensatz zu den vielen anderen Festivals wird in Gransee kein Eintrittsgeld verlangt, lediglich die Evangelische Kirchengemeinde als Veranstalterin bittet am Ende um einen kleinen Obolus als Spende. Und zum anderen kommt man auch günstig im Stundentakt mit der Bahn nach Gransee.
Station 3: Fürstenberg
Von Gransee nach Fürstenberg ist es dann nur noch ein Katzensprung, die Bahn benötigt manchmal 13, manchmal 14 Minuten. Die Stadt an der Havel bezeichnet sich selbst als das Tor zur mecklenburgischen Seenplatte – ausgedehnte Spaziergänge laden gerade im Herbst ein. Der Tourismusverein „Fürstenberger Seenland“ hat verschiedenen Routen im Angebot, beispielsweise kommen Pilzsammler voll auf ihre Kosten. Wer sich beim Wandern nicht so sehr auf die eigene Nase verlassen will, findet ein gut ausgeschildertes Wegenetz – und viel Ruhe „bei Mutta Jrün“. Übrigens tritt Fürstenberg am 14. Oktober den Beweis an, dass Bayern durchaus auch über beliebte Exportartikel verfügt: In der Mehrzweckhalle wird das Oktoberfest gefeiert. Bei Bier, Brez’n und Weißwurst krachen die Lederhosen.

Olga und Melli in Freienhagen
Station 4:
… Die sollten Sie selbst herausfinden. Denn im Norden Brandenburgs gibt es vieles zu entdecken – wir wollen nur einige Anregungen geben. Wem beispielsweise der Sinn nach aktiver sportlicher Erholung steht, der könnte mit der Regionalbahn in Berlin aufbrechen und dann mit dem Rad – je nach Laune – ein Stück auf dem Radweg Berlin– Kopenhagen (http://www.bike-berlin-copenhagen.com) zurücklegen. Auch für Sportliche: Eine Fahrt mit der Draisine von Fürstenberg nach Templin. (bis 29.10., http://www.draisine.com/). Und für alle, die ihre Kondition beim Konditor hinterlegt haben – es gibt auch Schnuppertouren.
In Liebenwalde/Neuholland (RE 5 bis Oranienburg, dann Abholung mit dem Auto) gibt es organisierte Kräuterwanderungen, und man ist herzlich eingeladen, Wild vom gästehauseigenen Hochsitz zu beobachten (http://www.gaestehaus-sperberhof-neuholland.de).
Von Nassenheide aus (RE 5 bis Oranienburg, dann RB 12 bis Nassenheide) bietet sich die Besichtigung eines Rinderhofs an, Wissbegierige bekommen Antwort auf die Frage: „Wie entsteht gesundes Rindfleisch?“ (http://www.robustrinder-von-freienhagen.de).
Zu allen Angeboten gibt es auch nähere Infos bei den Reisezentren der Bahn. Und merke: Der Herbst ist zwar die Jahreszeit, in der die Tage kürzer werden. Aber mit einer dicken Jacke und ordentlichen Schuhen kann auch das Wandern Spaß machen – mit vielen Indian-Summer-Erlebnissen in der Brandenburger Natur. mt
Das Brandenburg-Berlin-Ticket im Überblick:
Das Ticket gilt in allen Nahverkehrszügen der DB und in allen Bussen und Bahnen im gesamten VBBTarifgebiet* in Berlin und Brandenburg.
Das Ticket kostet 24 Euro im Internet oder am Automaten, 26 Euro am Schalter.
Das Ticket gilt an einem Tag von Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages für bis zu fünf Personen – ohne Kilometerbegrenzung. Eltern bzw. Großeltern (oder ein Elternteil bzw. ein Großelternteil) können mit beliebig vielen eigenen Kindern oder Enkelkindern (bis einschließlich 14 Jahren) einen Tag lang durch Brandenburg und Berlin fahren. Am Wochenende ist das Ticket ab 0 Uhr bis 3Uhr des Folgetages gültig.
Das Ticket gilt vor 9 Uhr in den Zügen von und nach Szeczcin und in den Ausflugszügen „Rheinsberger“ und „Stettiner Haff“.
* außer Schöneicher-Rüdersdorfer-Straßenbahn (SRS)






















