Abschlag im Schulsport
Archivbeitrag der Ausgabe 4 | 5. Jahrgang | Winter 2009
- Bernhard Kurz, Präsident Golf- & Country Club Seddiner See: Golf ist ein Volkssport!
- von Brigitte Menge
Dem Klischee des gemütlich über den Platz schlendernden Golfspielers entspricht Bernhard Kurz ganz und gar nicht. Aber gegen Klischees hat er prinzipiell etwas. Seit 1997 produziert Kurz, der in den 80er Jahren mit seinem Bruder Friedrich weltberühmte Musicals wie „Cats“, „Phantom der Oper“ und „Starlight Express“ nach Deutschland brachte, im Estrel Festival Center in Berlin „Stars in Concert“. Erst vor ein paar Monaten wurde der erfolgreiche Show- und Musicalproduzent in den USA zum wiederholten Mal als bester Produzent ausgezeichnet – eine von vielen Ehrungen für den 58-Jährigen, dessen Leidenschaft für den Golfsport sich nicht nur auf dem Platz zeigt.

Golf- & Country Club Seediner See
Wie kommt ein Golf-Begeisterter eigentlich durch den Winter?
Schlecht. Und dies ist nach 15 Jahren für mich auch der erste Winter ohne USA-Aufenthalt. Sicher werde ich kurz nach Spanien reisen, um die Golf- Abstinenz zu überbrücken.
Seit wann spielen Sie Golf und wo liegt heute Ihr Handicap?
Mein Handicap liegt bei 12,5 und wird, seitdem ich der Präsident des Golfclubs Seddiner See bin, immer schlechter. Begonnen habe ich 1999 in Australien. Da nahm mich Ernie Els mit auf den Platz. Viele Künstler spielen Golf und es ist tatsächlich einfacher mit ihnen während des Spiels über Engagements und Projekte zu sprechen.
Auf dem Golfplatz werden Geschäfte gemacht. Das gehört zu den landläufigen Vorstellungen von diesem Sport. Aber auch die Meinung, Golf sei ein elitärer Sport für Reiche …
Das ist absoluter Quatsch. In den USA und auch in England ist Golf längst ein Volkssport. In Bayern lernen die Kinder im Schulsport Skifahren. Warum in Brandenburg – wo entsprechende Möglichkeiten vorhanden sind – nicht Golfspielen? Wir haben das verschiedenen Schulen angeboten und bekamen meist Antworten mit dem Tenor: Bloß keinen Kapitalistensport! Sollten nicht gerade Kindern und Jugendlichen Fertigkeiten nahegebracht werden, die man ein ganzes Leben nutzen kann? Viele Sportarten – von Reiten über Skifahren bis hin zum Tennis und Segeln – sind wesentlich teurer als Golf. Hier kauft man einmal eine Ausrüstung und kann damit zehn Jahre spielen. Golfer tragen die Kosten ihres Sports selbst, sowohl die Entstehung der Plätze und Anlagen als auch die Betriebskosten. Das belastet übrigens keinen öffentlichen Haushalt und pflegt die Landschaft. In Seddin hat sich eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt entwickelt, die es so vor der Entstehung des Golfplatzes nicht gab.
Was muss ein Interessierter tun, um Mitglied im Golf- & Country Club Seddiner See zu werden?

Walter Müller, Niederlassungsleiter Mercedes-Benz, Jürgen Hingsen, Zehnkampf-Weltrekordler, Prof. Dr. Roland Hetzer, Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin, Daly Thomsen, 2-facher Olympiasieger im Zehnkampf,Olympiasieger (v. l. n. re.)
Sie oder er sollte anrufen und einen Schnupperkurs buchen. Dann kann man in zehn Stunden probieren, ob die Sache Spaß macht. Das Equipment stellt der Club zur Verfügung.
Welche Höhepunkte hatte das Golfjahr 2009 im Golf- & Country Club Seddiner See?
Unserem Damenteam gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord. Damit gehört die Seddiner Damenmannschaft zu den 24 besten Teams Deutschlands.
Wann beginnt die Golfsaison 2010, und worauf freuen Sie sich besonders?
Ich freue mich auf die Spiele unserer Damenmannschaft in der 2. Bundesliga und bin überzeugt, dass der Club 2010 weiter zu einem Team zusammenwächst. Die Saison beginnt am 27. März 2010 – endlich das Ende der Golfabstinenz! www.gccseddinersee.de
Archiv:
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2007
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