370 HEKTAR UNBEGRENZTE MÖGLICHKEITEN!
Archiv der Ausgabe 2 | 3. Jahrgang | Frühjahr 2007
- EuroSpeedway Lausitz
Der EuroSpeedway Lausitz, die Motorsport- und Entertainment-Anlage im Süden Brandenburgs, startet 2007 in die achte Veranstaltungssaison. Mit dem geschäftsführenden Gesellschafter der EuroSpeedway Lausitz GmbH, Hans-Jörg Fischer (40), sprachen wir über die Höhepunkte der bevorstehenden Saison, die vielseitigen Angebote und über die derzeitige Entwicklung des größten brandenburgischen Infrastrukturprojekts.
Herr Fischer, was erwartet das Publikum in der Saison 2007 in der Lausitz?
Hans-Jörg Fischer, geschäftsführender GesellschafterWir bieten rund 15 Zuschauerveranstaltungen von April bis September. Dabei spielt die DTM als wichtigste europäische Tourenwagenserie mit zahlreichen Spitzenstars wie Bernd Schneider und Mika Häkkinen wieder die herausragende Rolle. Der Vorverkauf läuft sehr gut und wir können seit Jahren deutlich wachsende Zuschauerzahlen registrieren. Beim diesjährigen Rennen am 20. Mai rechnen wir mit über 80.000 Zuschauern. Auch mit der Superbike-Motorrad-Weltmeisterschaft vom 7. bis 9. September bieten wir einen Event auf höchstem Niveau. Stars wie der italienische Champion Max Biaggi dürften auch einem breiteren Publikum ein Begriff sein. Mit über 50.000 Zuschauern zählt die SBK-Motorrad-WM auch als Schwergewicht im Saisonkalender. Neben vielen mittleren und kleineren Rennsportveranstaltungen freuen wir uns auch über die nun dritte Neuauflage der großen Automarkentreffen „VW Blasen“ und „Opel Blitz Hits“, die sich mit stabilen Zuschauerzahlen mit über 50.000 Gästen bei uns etabliert haben. Diese Veranstaltungen mit Festivalcharakter zeigen, dass der EuroSpeedway Lausitz deutlich mehr bietet als nur Rennsport.
Worin bestehen die Potenziale des EuroSpeedway Lausitz?
Der EuroSpeedway Lausitz ist eine multifunktionale Freizeit- und Eventanlage. 2005 haben wir im Rahmen eines fünftägigen Rockfestivals bereits unter Beweis gestellt, dass wir Kapazitäten für täglich mehr als 120.000 Fans haben. Das finden Sie so schnell nicht ein zweites Mal in Deutschland. Dabei kommt uns nicht allein die bloße Größe der Anlage von 370 Hektar mit zwölf verschiedenen Streckenvarianten zu gute, sondern wir profitieren von den idealen Freiflächen-, Camping- und Parkangeboten und den perfekten Anfahrtsmöglichkeiten. Die Parkplätze liegen nur 500 Meter neben der A13 und wir haben eine eigene Autobahnabfahrt. Hinzu kommen Räumlichkeiten verschiedenster Größenordnungen, die einen außergewöhnlichen Rahmen beispielsweise für VIP-Programme für 1 bis 1.000 Personen bieten können. Die Möglichkeiten auch außerhalb der Großveranstaltungen sind unbegrenzt.
Was kann man denn bei Ihnen erleben?
Am EuroSpeedway werden Sie von April bis November kaum einen Tag erleben, an dem sich kein Rad auf der Strecke dreht. Inzwischen haben sich bei uns drei Rennschulen für Formel- und Tourenwagen sowie Motorräder angesiedelt. Dieses Angebot wird gern von Firmen für Kunden- oder Mitarbeiter-Incentives genutzt, aber auch vom Privatmann angefragt, der einmal das „Schumi-Gefühl“ erleben möchte.
In den Saisonmonaten von Mai bis September öffnen wir die Grand-Prix-Strecke in der Regel dienstagabends für private PKW- und Motorradfahrer. An vielen Freitagabenden können Sportler bei der „Lausitzer Bladenight“ die Rennstrecke auf Inlineskates oder mit dem Fahrrad erkunden. Und kaum einer will glauben, dass wir darüber hinaus über eine professionelle Golf Driving Range verfügen in unserer Region ein einmaliges Angebot. Insgesamt verfügen wir heute über eine sehr heterogene Kundenstruktur: von Test- und Trainingsfahrten über Produktpräsentationen der Automobilindustrie bis hin zu Fahrer- und Fahrsicherheitstrainings oder Produktionen von Werbefilmen und Videoclips kann man bei uns täglich alles erleben. Unsere Schnuppertribüne ist außerhalb der Zuschauerveranstaltungen täglich kostenlos geöffnet. Wer also einfach aus Neugierde vorbeischauen will, ist jederzeit willkommen.
In den letzten Wochen wurde viel über einen bevorstehenden Verkauf berichtet. Worum geht es da?
Fotos: eurospeedwayDas ist kein neues Thema. Schon seit 2003 hat der Verkauf der Anlage Priorität und war ein maßgeblicher Bestandteil für das Zustandekommen unseres fünfjährigen Pachtvertrages bis einschließlich 2008. Unsere Pachtperiode neigt sich nun dem Ende entgegen, also nehmen auch jetzt wieder die Verkaufsbemühungen der Eigentümer zu.
Wie sehen Sie die Zukunft des EuroSpeedway Lausitz, der als Infrastrukturprojekt in Brandenburg nicht unumstritten ist?
Positiv. Mein Geschäftspartner Matthias Tomasetti und ich konnten nach einer schwierigen Startphase die junge Anlage auf einen soliden und sicheren Kurs führen. Wer um die schwierigen Rahmenumstände in Brandenburg und in der Lausitz weiß – ich nenne hier nur die dünne Besiedlung, die Abwanderung, die geringe Kaufkraft, die extrem hohe Arbeitslosigkeit – wird schnell nachvollziehen können, dass man aber nur mit kleinen Schritten ans Ziel gelangt. Wer alles will und das sofort, der wird hier eine Bauchlandung erleben. Das gilt nicht nur für unser Unternehmen. Der EuroSpeedway steht heute gut da und wird sich auch in den Folgejahren kontinuierlich weiterentwickeln und zunehmend die Akzeptanz und das Vertrauen der Menschen von nah und fern gewinnen. Wer einmal hier war, ist in der Regel restlos begeistert. In zehn bis 20 Jahren wird sich kaum einer mehr an die Geburtswehen erinnern.
Das ist eine eher nüchterne Analyse. Wessen Herz schlägt denn in Ihrer Brust? Das des kühlen Rechners oder des leidenschaftlichen Motorsportlers?
Um in dieser Branche erfolgreich zu sein, muss man ein kühler Rechner sein. Wenn man sich dabei wie ich die Freude am Motorsport erhält und auch die Leidenschaft mitbringt, selbst ins Lenkrad eines Rennwagens zu greifen, dann ist das einer der schönsten Arbeitsplätze, den man sich vorstellen kann.
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2007






















