WellnessZeit – Yoga, Socken oder Tee?
Archivbeitrag der Ausgabe 4 | 7. Jahrgang | Winter 2011
- von Brigitte Menge
Der Wecker klingelt. Nein, nicht so ein nervtötendes schrilles Schellen. Dieser Wecker holt einen mit seinem himmlischen Wellness-Naturklänge-Sound aus dem Schlaf. So sanft in den Tag gelockt, geht es flugs in die Wellness-Socken mit ihrem Super- Soft-Komfort. In der Küche wartet der Wellness-Tee in den Sorten Orange-Ingwer, Aloe Vera oder Mango-Vanille. Wellness- Musik, Wellness-Kräuterbrot, Wellness-Marmelade, Wellness-Geschenkideen, Wellness-Kleidung … welche Namen trugen all die alltäglichen Dinge, als Wellness noch nicht in aller Munde war?

Winterspaziergänge im Freien halten fit, hier der Steg vor dem Sport & SPA Resort A-ROSA Scharmützelsee, Foto: Sport & SPA Resort A-ROSA Scharmützelsee
Dabei hat der Begriff Wellness schon gute 350 Jahre auf dem wohlgeformten Leib. Die erste nachgewiesene Quelle aus dem Jahre 1654 ist ein Tagebucheintrag des schottischen Richters und antiroyalistischen Politikers Archibald Johnston, Lord Warriston (in manchen Quellen Wariston), der schrieb: „Ich … dankte Gott … für die Gesundheit meiner Tochter.“ Er verwendete dort das Wort wealnesse – im Oxford English Dictionary mit „gute Gesundheit“ übersetzt – als Antonym zu illness (Krankheit). Wellness als knackiger Begriff für körperliches und emotionales Wohlbefinden begann seinen Siegeszug erst knapp dreihundert Jahre später, dann aber als ein Boom, der den gestressten Menschen zwischen New York und Tokio seelisch- geistiges Wohlbefinden (zurück) bringen sollte und noch immer soll.
Als Zusammensetzung von „being well“ und „fitness“ umfasst Wellness scheinbar unendlich viele Produkte und Methoden zum (mehr…)




