Archivbeitrag der Ausgabe 4 | 6. Jahrgang | Winter 2010

Antje Naumann und Sabine Gaßer, Foto: Oliver Wia
Dieses Heft ist ein Brandenburger Eigengewächs. Die Themen kommen aus der Region, die meisten Protagonisten der Geschichten leben und arbeiten hier und so manch Brandenburger Ereignis inspirierte uns, genauer hinzuschauen und nachzufragen. Nun wird das TOP Magazin Brandenburg auch im Land gedruckt. In der Druckerei Arnold aus Großbeeren fanden wir einen leistungsfähigen Partner. Und wir trafen dort einen Unternehmer, der in gut 20 Jahren aus eigener Kraft zusammen mit seiner Frau eine Firma aufgebaut hat, die mittlerweile Kundenwünsche zwischen Chicago und Moskau erfüllt. Wir waren für Sie dabei, als Cottbus für eine Woche den blauen Teppich für die Filmwelt ausrollte. Das Festival des Osteuropäischen Films feierte 20. Geburtstag und wurde zum Anziehungspunkt für Regisseure, Produzenten, (mehr…)
Archivbeitrag der Ausgabe 4 | 6. Jahrgang | Winter 2010
„And the winner is … mapongo!“ Für dieses einzigartige Geschäftskonzept bekamen Michael Tauer, Asja Kasdorf und Thomas Hölzel aus Cottbus den ersten Gründerpreis. Sie entwickelten eine Visualisierung von interaktiven 3D-Gebäudekarten, die die Orientierung in großen Gebäudekomplexen wie Bibliotheken oder Einkaufszentren erleichtert. 5 000 Euro gab es für „mapongo“, das bereits im Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum der BTU Cottbus eingesetzt und für die Sächsische Landesbibliothek weiterentwickelt wird.

Applaus für die Gewinner des Lausitzer Existenzgründer Wettbewerbs, Fotos: Gabi Grube
Die diesjährigen Preisträger des Lausitzer Existenzgründer Wettbewerbes (LEX), den der Verein Wirtschaftsinitiative Lausitz (WiL) auslobte, wurden am 10. November bei einer Festveranstaltung auf den IBA-Terrassen in Großräschen ausgezeichnet. Dabei waren unter anderem Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers und der Staatssekretär im sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Hartmut Fiedler. Der zweite Preis ging an Katrin Heisch aus Lauta für ihr auf individuelle Torten spezialisiertes Café „Choco Lounge“ im Hoyerswerdaer Kino CineMotion. Ein dritter Preis wurde nicht vergeben, da es zwar interessante Ideen gab, die Geschäftspläne aber noch nicht ausgereift genug gewesen seien, um einen dritten Preis zu küren, sagte Dr. Hermann Borghorst, Vorsitzender des WiL-Vorstandes und LEX-Juryvorsitzender. Initiativpreis statt Bronze Dafür wurde in diesem Jahr zum ersten Mal der „LEX-Initiativpreis“ vergeben. Dotiert mit jeweils 1 000 Euro, erhielten ihn die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus und die Gründerwerkstatt „Zukunft Lausitz“. Mit der neuen Kategorie möchte die Wirtschaftsinitiative Lausitz das Engagement von Institutionen, Kammern, (mehr…)
Archivbeitrag der Ausgabe 4 | 6. Jahrgang | Winter 2010
Was lernt man nicht alles während dieser kurzweiligen Nacht in Cottbus! Zum vierten Mal bereits lud die Lausitzmetropole zu dieser angenehmen Art des Wissenserwerbs.
Kind und Kegel waren auf den Beinen, und ob in der Hochschule Lausitz, dem Carl-Thiem-Klinikum, der Stadt- und Regionalbibliothek – um nur einige der beteiligten Einrichtungen zu nennen –, überall gab es großen Andrang. Bis in die Nacht hinein waren selbst Kinder noch munter dabei, denn im Cottbuser Jahr der Wirtschaft und Familie bot das Veranstaltungsprogramm entsprechend bunt gestaltete Unterhaltung. Jung und Alt konnten von der Kinder- Uni in der Brandenburgischen Universität über Kreativ-Angebote und Blicke hinter die Kulissen z. B. im Tierpark bis zu wissenschaftlichen Vorträgen bestens vorbereitete Programme erleben. Ein Feuerwerk und ein ungezwungenes Fest ließen nach Mitternacht den Abend im eigens dafür geöffneten und ausgestalteten Rohbau der künftigen Heimstatt des piccolo Theaters ausklingen.
110 Veranstaltungen an 20 Orten
Mit dem Ticket um den Hals begann die Tour durch die Stadt und die (mehr…)
Archivbeitrag der Ausgabe 4 | 6. Jahrgang | Winter 2010
Glocken haben etwas Faszinierendes. Ob zur Weihnachtszeit oder zu einer Hochzeit, manchmal auch zu einer Trauerstunde − ihr Geläut ist weithin zu hören, dringt durch den Alltagsstress und lässt uns oft für einen kurzen Moment innehalten. Auch Friedrich Schiller war fasziniert von Glocken und hinterließ uns eine der schönsten Balladen über die Geburtsstunde. Wer kennt sie nicht, die Zeilen, beginnend mit: „Fest gemauert in der Erden steht die Form, aus Lehm gebrannt. Heute muss die Glocke werden. Frisch, Gesellen, seid zur Hand. Von der Stirne heiß rinnen muss der Schweiß, soll das Werk den Meister loben, doch der Segen kommt von oben.“
Wer meint, das wäre alter Schnee von gestern – weit gefehlt! Im südbrandenburgischen Lauchhammer gibt es eine Kunst- und Glockengießerei. Hier darf man noch heute genau das hautnah erleben, was Schiller in seinem Jahrhundert zum Schreiben der Ballade verführte. Immerhin die 700. Glocke seit Anfang der Neunzigerjahre ist derzeit hier in Arbeit. Aus Lehm geformt, mit einer extra angefertigten Schablone ausgerichtet, um den gewünschten Klang zu erreichen, und langsam mit Feuer getrocknet. Die „falsche“ Glocke wurde zerbrochen, um Platz zu schaffen für das glühende Glockenmaterial, bestehend zu 78 Prozent aus Kupfer, der Rest aus Zinn. Im wahrsten Sinne heiße Handarbeit ergänzt sich mit minimalen maschinellen Hilfsmitteln, gerade genug, um beispielsweise die 1 441 kg Masse für die 700. Glocke nicht tragen zu müssen. Der Schmelzkübel muss allerdings genau justiert werden – alles andere als ein Kinderspiel. Ein Gluckern zeigt schließlich an: Der Glockenraum ist ausgefüllt, die entweichende Luft oben an den Schloten flammengeschwängert. Die Glocke ist gegossen.
Abstecher ins Kunstgießermuseum
Nach dem Säubern mit Sand und Wasser sowie eventuellen Schleifarbeiten – schließlich soll die Glocke ein wohlklingendes Dreiergeläut bilden – geht sie gemeinsam mit einer ebenfalls neuen, aber kleineren Schwesterglocke nach Wilthen. Dort werden sie eine dritte, bereits bestehende Glocke ergänzen und die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde jahrein, jahraus erfreuen. Wer sich auf (mehr…)
Archivbeitrag der Ausgabe 4 | 6. Jahrgang | Winter 2010
Das Oderbruch ist eine Kulturlandschaft, wie sie im Buche steht. Vom Fluss geprägt und vom Menschen geschaffen, haben die Bewohner dem fruchtbaren Boden das abgerungen, was der Mensch am nötigsten braucht: frische und gesunde Nahrung. Das satte Grün der Weiden im Sommer und die langen Erntetage im Herbst bestimmen noch heute das Bild und das Zeitempfinden im Oderbruch. Und indirekt bestimmt beides auch den Geschmack dieser Region, den die beiden Autoren Mirjam Pikula und Wolfgang Schirmer für „Das Oderbruch Kochbuch“ eingefangen haben. Am 21. Oktober präsentierten die Autoren ihr Buch in der Dorfkirche von Altwustrow.

Die Autoren bei der Vorstellung ihres Buches, Foto: Olaf Schöllhorn
Rund drei Jahre arbeitete das Ehepaar an diesem Buch. Sie schrieben ihre eigenen Rezepte auf, mit denen sie einst im Landgasthof Gänseblümchen in Schiffmühle „am schönsten Rand Deutschlands“ die Gäste mit ihrer „verfeinerten ländlichen Küche“ verwöhnten. Die zweite wichtige Quelle waren die Oderbrücher selbst. „Ich bin einfach zu den Seniorentreffs auf die Dörfer gefahren und habe mit den Menschen, vor allem den Frauen, gesprochen“, erzählt Mirjam Pikula. So kommt ihr auch das Verdienst zu, so manches Rezept vor dem Vergessen bewahrt zu haben. Was macht sie denn aus, die Oderbruch- Küche? „Es gibt keine typische Oderbruch-Küche, nur übereinstimmende Merkmale, die sie charakterisiert“, berichtet die Autorin. „Es kam und kommt auf die Teller, was die Scholle hergibt, also (mehr…)