Brandenburg hat immer Saison
Archiv der Ausgabe 1 | 4. Jahrgang | Frühjahr 2009
- Die märkische Agrarwirtschaft nutzte die Grüne Woche wieder als Testmarkt für so manche Erfindung
Die Brandenburger Aussteller auf der Grünen Woche verabschiedeten sich im Januar mit einem besonderen Motto von ihrem Berliner und internationalen Publikum: „12 Monate Genuss – Brandenburg hat immer Saison”. Dahinter versteckte sich eine gute Portion Selbstbewusstsein. Denn auf der alljährlichen Agrarmesse wirbt die märkische Branche zwar immer mit vielen herausgeputzten Ständen, zahlreichen Erfindungen und einem farbenfrohen Bühnenprogramm. Aber das ist längst nicht nur Fassade. Der Spruch über die ganzjährige Saison kann getrost ernst genommen werden.
Foto: Michael KunczakAuf den Erfindergeist der Brandenburger Bauern, Köche, Bäcker, Bierbrauer und Gastronomen konnten sich die neugierigen Messebesucher auch in diesem Jahr verlassen. Zwar wurden die Geschmacksnerven wieder auf eine harte Probe gestellt. Aber die beste Erfahrung gab Ministerpräsident Matthias Platzeck vor seinem Rundgang zum Besten: „Ich halte mich mit dem Essen mindestens schon zwei Tage vorher sehr zurück, damit die einzelnen Häppchen und Kreationen auch genügend Platz finden und ich nicht irgendwann umkippe.” Das hat schließlich auch prima geklappt, auch wenn seine Märker allerhand neue Sachen zum Probieren reichten. So erfand der Werderaner Tannenhof Tannen- und Rosenlikör, die Firma „Beelitzer Kaninchenspezialitäten” mischte Spargelstücke in eine Bratwurst aus Kaninchenfleisch und verfeinerte Wiener Würste mit Jogurt.
Eine Fleischerei aus Wusterhausen steckte tatsächlich kleine Stücke Bitterschokolade in eine gewöhnliche Mettwurst und Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz aus Schwante hatte ein Vollkornbrot mit Rotweinextrakt und aus Mispeln, den wieder entdeckten Ur-Äpfeln, schmackhafte Krapfen gebacken. „Werbung muss sein, sonst fällt man auf dieser Messe doch nicht auf”, sagte Thomas Kircher, der am Stand für sein kleines Brauhaus in Drebkau bei Cottbus sogar das Schild „Weltneuheit” aufstellte. „Wir sind die ersten, die Bier, Limonade und einen Extrakt von grünen Gurken zusammenmischen”, erklärte der Geschäftsführer. „Herausgekommen ist ein Spreewaldgurkenradler, den wir in den Gaststätten entlang des 250 Kilometer langen Radwegs durch die beliebteste und bekannteste Tourismusregion anbieten wollen.” Es gebe doch nichts Schöneres, als in einer Pause vom Rad zu steigen und einen Gurkenradler zu genießen. (mehr…)
Foto:
Foto: Oliver Wia
Kate Winslet und David Kross in „Der Vorleser
