Archiv der Ausgabe 2 | 3. Jahrgang | Frühjahr 2007
Aktuelles aus der Region
► Bekommt Oranienburg bald ein chinesisches Viertel? Der Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung hat Mitte April den Rahmenplan für das Projekt „Chinatown“ auf dem ehemaligen Flugplatzgelände gebilligt. Dort soll ein neuer Stadtteil im chinesischen Stil für etwa 2.000 Bewohner entstehen. Wie in chinesischen Städten früher üblich, soll das Gebiet von einer Mauer umschlossen werden. Hinter der Idee steht die Brandenburg China Projektmanagement GmbH. Der Baubeginn ist für Herbst 2008 geplant. Erst müssen jedoch Geldgeber gefunden werden. Schätzungen zufolge wird das Projekt knapp 500 Millionen Euro kosten.
► Branchentreffen der „Stimmen der Filmwelt“ in Potsdam-Babelsberg: Ende März wurde vor 180 Gästen und Medienvertretern aus ganz Deutschland der Deutsche Preis für Synchron verliehen. Zu den diesjährigen Preisträgern gehören die Schauspielerin Suzanne von Borsody und der Sprecher Stefan Krause. Mit der Auszeichnung würdigte die Jury Borsodys Synchronisierung der Rolle der Schauspielerin Joan Allen in dem Film „Yes“, einem in Versform erzählten Liebesdrama. Krause hatte in dem Film „Capote“ dem extravaganten Reporter Truman Capote, gespielt von Philip Seymour Hoffmann, seine Stimme geliehen. Der „Synchron-Oscar“ ist undotiert und besteht in einer Plastik der Künstler Paul Böckelmann und E.R.N.A.

Til Schweiger, Nora Tschirner, Armin Rhode, Alwara Höfels und Matthias Schweighöfer (v.l.n.r.)
► Regisseur und Schauspieler Til Schweiger dreht einen neuen Film in Berlin und Brandenburg. Für die romantische Liebeskomödie „Keinohrhasen“ schlüpft er in die Rolle eines Klatschreporters, der zu Strafarbeit in einem Kinderhort verdonnert wird. Weitere Stars des Films sind unter anderen Nora Tschirner, Armin Rohde und Matthias Schweighöfer. Die Dreharbeiten auf einem Bauernhof in der Nähe von Potsdam sollen bis Anfang Mai dauern.
► Starkult wird nicht nur um Schauspieler betrieben. Auch als Küchenchef kann man berühmt werden. So wurde Alexander Dressel vom Restaurant „Friedrich Wilhelm“ als bester Gourmet-Koch Brandenburgs ausgezeichnet. Der Direktor des Hotels „Bayrisches Haus“ in Potsdam wurde Anfang März bei einer großen Gourmet-Gala mit 250 Gästen im Potsdamer Seminaris-Hotel gekürt. Sechs Brandenburger Spitzenköche hatten gemeinsam ein Sechs-Gänge-Menü gekocht. Mit dabei auch Carmen Krüger („Carmens Restaurant“, Eichwalde), Frank Schreiber vom Restaurant „Goldener Hahn“ in Finsterwalde, Peter A. Strauss (ehemals „Windspiel“, Storkow), Oliver Heilmeyer („Hotel zur Bleiche“, Burg/Spreewald) und Dirk Güttes („Juliette“, Potsdam).
► Peter Armin Strauss hat das „Windspiel“ im Schloss Hubertushöhe zwischenzeitlich in Richtung Allgäu verlassen. Hoteldirektor Marc Debourdon hat als neuen Küchenchef Ralph Knebel engagiert. Der 33-Jährige hat sich vorgenommen, das Restaurant wieder in den Sternehimmel zu führen. Dazu wurden der Service neu aufgestellt und die Öffnungszeiten auf fünf Tage reduziert. Knebel begann seine Küchenlaufbahn im Zwei-Sterne-Restaurant „Zur Traube“ in Grevenbroich. Zuletzt wirkte er als Souschef bei Sterne-Koch Martin Fauster im Münchener Königshof. Unter Spitzenkoch Kurt Jäger hatte das „Windspiel“ bereits von 1998 bis 2002 einen Michelin-Stern.
► Brandenburg ist nicht nur gastronomisch Spitze: Das Land produziert auch bundesweit die größte Menge Biodiesel. Anfang März weihte Ministerpräsident Matthias Platzeck ein neues Biodieselwerk der EOP Biodiesel AG in Pritzwalk ein. „Dank zeitgemäßer Technologie entsteht hier ein Produkt aus Rapsöl, das einen Beitrag zur CO2-neutralen Emission von Kraftstoffen leistet“, so Platzeck. In Brandenburg werden pro Jahr 380.000 Tonnen des umweltfreundlichen Sprits erzeugt.

► Die Flutung des künftigen Ilsesees bei Großräschen kommt voran. Seit Beginn der Aktion Mitte März sind bereits über eine Million Kubikmeter Wasser in den ehemaligen Tagebau Meuro geleitet worden. Der Wasserspiegel habe sich schon um zirka zwölf Meter erhöht, sagte ein Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH in Senftenberg. Mit dem Ilsesee wird die letzte DDR-Braunkohlegrube geflutet. Bis zum Jahr 2018 soll ein rund 780 Hektar großer See in dem früheren Tagebau entstehen. Das Gebiet wird Europas größte künstliche Seenlandschaft mit einer Wasserfläche von rund 140 Quadratkilometern.
► Mit der Auftragslage im Bauhandwerk scheint es für kleine und mittlere Unternehmen wieder bergauf zu gehen. Auf der Messe BAUEN+ENERGIE 2007 waren fast 250 Unternehmen vertreten. 7.100 Besucher strömten bei fast sommerlichen Temperaturen am letzten März-Wochenende auf das Frankfurter Messegelände. Vor allem in der Themenhalle „Energie“ präsentierten sich zahlreiche neue Aussteller, darunter die Solarfirmen Odersun und Conergy. Beide Unternehmen starten in den kommenden Monaten ihre Produktionen am Standort Frankfurt (Oder) und nutzen die Messe als Gelegenheit, die geplante Produktpalette Fachbesuchern und dem interessierten Publikum vorzustellen.

Verkaufsleiter Ingo Verleger
► Das Autohaus Dallgow wird First-Class-Gebrauchtwagenhändler. „Die Volkswagen AG vergibt diese Auszeichnung nur an Autohäuser, die sich in der Präsentation von Gebrauchtwagen außerordentlich hervorheben“, betont Verkaufsleiter Ingo Verleger, der seinen Posten in Dallgow vor einem Jahr antrat. Das Autohaus Dallgow verfügt über eine 1.000 Quadratmeter große Halle für die Ausstellung von Gebrauchtwagen. Es hat Zugriff auf 1.500 Werkswagen. Ist ein Fahrzeugtyp ausnahmsweise einmal nicht vor Ort, wird er sofort angefordert.
► Auf Wachstumskurs ist die Ortrander Eisenhütte. Die mittelständische Gießerei errichtet – unterstützt vom Land Brandenburg – für 17,2 Millionen Euro zwei neue Werkhallen mit modernster Form-, Bearbeitungs- und Montagetechnik sowie ein Logistikzentrum. Die Ortrander Eisenhütte GmbH ist mit derzeit rund 200 Beschäftigten und 23 Auszubildenden der größte Arbeitgeber im äußersten Süden des Landkreises Oberspreewald Lausitz.
► Auf die CEBIT in Hannover hat es die Technologie der uwe braun GmbH aus Lenzen geschafft. Die brandenburgische Polizei stellte auf der Messe Mitte März ihr neues interaktives Polizeiauto vor. Es ist unter anderem auch mit dem in Lenzen produzierten Antiblendlicht ausgestattet. Das Antiblendlicht unterstützt aktiv die Sehleistung bei Dämmerung und Nachtfahrten und wird in PKW und LKW eingesetzt. Es reduziert die Blendung entgegenkommender Fahrzeuge auf ein Minimum und beugt dem gefährlichen Sekundenschlaf vor. Das Lenzener System hat den Innovationspreis Berlin / Brandenburg sowie den brandenburgischen Ingenieurpreis gewonnen.

► Jungunternehmer können jetzt in Potsdam-Golm durchstarten. Mit einem Festakt ist dort Ende März Brandenburgs größter Wissenschaftspark eröffnet worden. Auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern bietet das Innovationszentrum „GO: IN“ moderne Büro- und Laborräume. Es soll speziell wissenschaftsorientierten Existenzgründern und Jungunternehmern aus den Bereichen der Biochemie, Chemie, Werkstofftechnik und physikalischen Technik optimale Startbedingungen bieten. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs sagte, neue Produkte und Verfahren sollten in dem Neubau ihren Ursprung haben und fortentwickelt werden. Zehn Firmen sind bereits eingezogen.
► Schon eine Koryphäe ist der Potsdamer Geowissenschaftler Prof. Dr. Gerald Haug. Der Klimaforscher vom GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) erhielt Mitte März von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einen der diesjährigen Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preise. Professor Haug erforscht mit seiner Arbeitsgruppe die Entwicklung des Klimas während der letzten Jahrtausende bis Jahrmillionen. Anhand von Meeres- und Seesedimenten ist es ihm gelungen, die klimatischen Veränderungen in zahlreichen Schlüsselregionen unseres Planeten zu rekonstruieren. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Untersuchung des Wärmeaustausches zwischen Ozean und Atmosphäre, der eine zentrale Rolle in der globalen Klimaentwicklung spielt.
► Europaweit einmaliges Testprojekt in Ketzin: Seit Ende Februar wird in der Kleinstadt ein 700 Meter tiefer Schacht gebohrt. Ab Juni sollen unter der Leitung des Potsdamer Geoforschungszentrums in einem unterirdischen Speicher in den kommenden zwei Jahren 60.000 Tonnen CO2 eingelagert werden. Mit dem Projekt soll untersucht werden, ob Kohlendioxid zur Senkung der Klimabelastung langfristig eingelagert werden kann. Mehrere Energiekonzerne arbeiten derzeit an Techniken zur Abtrennung und Speicherung von CO2 bei der Stromerzeugung mit Kohle. Der Vattenfall-Konzern hat bereits mit dem Bau einer Pilotanlage im brandenburgischen Schwarze Pumpe begonnen, die 2008 in Betrieb gehen soll.

► Wer Ruhe und Besinnung sucht, hat in Brandenburg viele Möglichkeiten. Mit der neuen VBB-Tageskarte für das Gesamtnetz lassen sich das brandenburgische Seenparadies, die Naturschutzgebiete oder die Schlösser der Mark Brandenburg erkunden. Die Tageskarte kostet 19 Euro und gilt in allen Verkehrsmitteln des VBB von 9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages sowie am Wochenende ganztägig von 0 Uhr bis 3 Uhr des folgenden Tages. Eine Fahrrad-Tageskarte ist für 5 Euro erhältlich.
► Dass es sich im Spreewald gut entspannen lässt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Auf der ITB Anfang März waren die Mitarbeiterinnen der Burger Touristinformation regelrecht umlagert. „Besonders groß war die Nachfrage nach Aktiv- sowie Wellness- und Gesundheitsangeboten“, resümiert Nicole Kollosche. „Großes Interesse hatten die Besucher ebenfalls an den Angeboten der Spreewald-Therme.“ Nicht zuletzt den Spreewälderinnen in ihren schönen Trachten, dem Wassermann, der für die „Spreewälder Sagennacht“ im Kurort Burg warb, und dem Cottbuser Postkutscher ist es zu verdanken, dass die TMB Tourismus Marketing Brandenburg GmbH einen ITB Award gewonnen hat. Sie erhielt den ersten Preis in der Spezialkategorie Public Visitors vor Tahiti Tourismus und Gay & Lesbian Travel.

► Wellness wird auch im Norden Brandenburgs großgeschrieben: Mitte April wurde Richtfest für das IFA Wellness Resort im Hafendorf Rheinsberg gefeiert. Die IFA Hotel & Touristik AG baut an der Südspitze der Mecklenburger Seenplatte ein Haus der Kategorie „Vier Sterne plus“. Das Unternehmen ist Deutschlands größter Ferienhotelbetreiber. Teil des Gebäudekomplexes wird eine Veranstaltungsarena sein, die nach ihrer Fertigstellung bis zu 1.500 Besucher aufnehmen kann und damit die größte Brandenburgs sein wird.
► Von den Wellness-Qualitäten Brandenburgs können sich im Mai auch die G8-Finanzminister überzeugen. Rechtzeitig vor ihrem Gipfeltreffen ist im Resort Schwielowsee zwischen Werder und Potsdam ein vier Millionen Euro teures Event-Center feierlich eröffnet worden. Das moderne Tagungszentrum in Petzow bietet neben erstklassigen Arbeitsbedingungen einen fantastischen Blick auf die Havellandschaft. Investor Axel Hilpert kündigte an, weitere 100 Millionen Euro in Petzow investieren zu wollen. Schon bald beginne die Sanierung des Schlosses, das Ostern 2009 als Fünf-Sterne-Hotel eröffnet werden soll. Darüber hinaus soll gemeinsam mit dem Unternehmen TUI ein Familienhotel gebaut werden.
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