Archiv der Ausgabe 2 | 3. Jahrgang | Frühjahr 2007
- Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns will die Kompetenzen der Region stärken
Das Land Brandenburg hat aufgeholt. Im Standortranking hat sich die Mark auf den zweiten Platz in Ostdeutschland vorgearbeitet – hinter dem Spitzenreiter Sachsen. So steht es im Brandenburg-Länderbericht zum jüngsten Deutschland-Zukunftsatlas 2007 der Schweizer Beratungsfirma Prognos AG. Die Brandenburger Exportwirtschaft hat einen Top-Start ins Jahr 2007 hingelegt. Märkische Unternehmen führten im Januar Waren im Wert von 930 Millionen Euro aus, das entspricht einer Steigerung um satte 71,6 Prozent im Vergleich zum Januar 2006.
Herr Minister, man hat den Eindruck, es kämen derzeit nur gute Nachrichten aus Brandenburg!

Wir müssen die wirtschaftliche Verflechtung in den Regionen stärken und sie mit ihren Kompetenzen vermarkten. Foto: Michael Lüder
Es freut mich ganz besonders, dass es uns gelingt, auf den internationalen Märkten präsenter zu sein. Die Exportkraftentwicklung ist ein wichtiges Indiz, dass sich Brandenburg auf einem guten Weg befindet. Das reicht aber noch nicht. Wir müssen die unternehmerische Basis für die Exportwirtschaft weiter verbreitern – und wir müssen die Erfolge vor allem stabilisieren.
Die Kehrseite: Der Studie zufolge belegt die Uckermark bundesweit den letzten Platz. Der Region werden damit die geringsten Entwicklungschancen bundesweit zugetraut. Die Kreise Elbe-Elster und Spree-Neiße liegen nur knapp dahinter auf den Plätzen 434 und 433. Der Kreis Oder-Spree liegt auf Rang 368. Was können Sie für die betroffenen Kreise tun?
Wir haben diese Studie sehr gründlich ausgewertet. Ich betrachte die Ergebnisse in einem anderen Kontext: Brandenburg gehört zu den Aufsteigerländern. 10 der 18 Brandenburger Kreise und kreisfreien Städten haben (mehr…)
Archiv der Ausgabe 2 | 3. Jahrgang | Frühjahr 2007
- Eine Stadt mit Geschichte feiert sich
Brandenburg an der Havel präsentiert sich während einer Festwoche im Juni und auf vielen anderen Veranstaltungen als aufstrebende Stadt. Ein Besuch der Stadt Brandenburg lohnt zwar immer – bei einem Abstecher in diesem Sommer und Herbst jedoch ganz besonders, trifft der Besucher doch auf einen ganzen Ort in Feierlaune. Vor 850 Jahren begann hier die Geschichte der Mark Brandenburg. Zu Recht bezeichnet sich die Havelstadt als Wiege der Mark. Volksfeste, ein Festumzug, ein offizieller Festakt der Landesregierung und viele andere Veranstaltungen füllen den Kalender des Jubiläumsjahres.

Oberhavel am Mühlendamm; Fotos: Sebastian Bodach, Bootskontor Detlev Delfs GmbH, Loft GmbH
Bei der Fülle der Programmpunkte und der guten Stimmung in der Stadt scheinen alle anfänglichen Probleme mit dem Festjahr vergessen zu sein. Denn ursprünglich wollte die Staatskanzlei in Potsdam von einer großen Beteiligung des Landes an dem angeblichen „Ereignis von kommunaler Bedeutung“ nicht viel wissen. Doch die Beharrlichkeit von Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann ließ (mehr…)
Archiv der Ausgabe 2 | 3. Jahrgang | Frühjahr 2007
- Bundesland als „Innovationslabor für erneuerbare Energien“
Ein neues Schlagwort bestimmt seit einiger Zeit die Auftritte des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck. Er sieht sein Land als „Innovationslabor für erneuerbare Energien“. Nirgendwo anders in Deutschland gebe es so viele Ideen und Anlagen zur Nutzung von Wind, Sonne und Biomasse. Mehrere in Brandenburg entwickelte Technologien gehörten sogar zur Weltspitze, schwärmt Platzeck vor Unternehmern, Politikern und Wissenschaftlern aus aller Welt. Allein sieben große Firmen produzieren Anlagen zur Nutzung der Sonnenenergie oder bereiten sich auf den Fertigungsbeginn noch in diesem Jahr vor.

Foto: Odersun AG/Winfried Mausolf
In seinen Reden vergisst Platzeck allerdings nie die Nennung des Urhebers für das Schlagwort vom Innovationslabor. Ja, er stellt ihn sogar als überzeugenden Werbeträger der Botschaft vor: Professor Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung und Berater von EU-Kommission und Bundesregierung. Der international anerkannte Wissenschaftler versucht in seinen vielen Gesprächen nicht nur die Menschheit vor den Folgen eines weltweiten Klimawandels zu warnen, sondern auch Alternativen aufzuzeigen. Gern verwendet Schellnhuber das Bild vom Untergang der „Titanic“, um seine Gesprächspartner aufzurütteln. „Es liegen viele Eisberge vor der Menschheit“, sagt der Professor. „Wenn wir nichts unternehmen, endet sie wie einst das (mehr…)
Archiv der Ausgabe 2 | 3. Jahrgang | Frühjahr 2007
Cottbus – der Hotspot in Brandenburg
Viel Aufhebens um die eigene Stadt zu machen, das liegt den Cottbusern nicht. In der Niederlausitz gibt man sich traditionsbewusst, kaufmännisch solide und stolz. Und während die schöne große Schwester Potsdam in altem Glanz strahlt, peilt man in Cottbus längst die Zukunft an: Heimlich, still und leise hat sich die zweitgrößte Stadt Brandenburgs zu einer modernen Forschungs- und Dienstleistungsmetropole gemausert.

Die IKMZ-Universitätsbibliothek Cottbus wurde als „Bibliothek des Jahres 2006“ ausgezeichnet; Foto: Ralf Schuster
Dabei setzt die Großstadt mit ihren rund 100.000 Einwohnern vor allem auf innovative Technik. An der jüngsten TU Deutschlands (1991 gegründet) sind Spitzenplätze im nationalen Uni-Ranking an der Tagesordnung. International anerkannte Leistungen im Flugzeugbau, der Architektur und der Umweltwissenschaft sorgen für den guten Ruf der Brandenburgischen Technischen Universität; auch die Fachhochschule Lausitz bietet ihren Studenten ein breites Angebot an ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen. Dabei lässt es sich im neuen Hotspot Brandenburgs nicht nur gut studieren und forschen, in der ehemaligen Industriestadt – zu DDR-Zeiten wichtigster Kohle- und Energielieferant – lässt es sich heute auch sehr gut leben. Im Mittelpunkt der lebendigen Theaterszene steht das Staatstheater Cottbus, das (mehr…)
Archiv der Ausgabe 2 | 3. Jahrgang | Frühjahr 2007
- Ideen und Mut zur Veränderung werden belohnt
Der brandenburgischen Landeshauptstadt bescheinigt das Schweizer Prognos-Institut die besten Zukunftschancen im Osten. Der Aufschwung ist überall sichtbar.

Fotos: Stadtverwaltung Potsdam Michael Lüder
Dieser Aufstieg Potsdams überraschte selbst die kühnsten Optimisten. Von Rang 148 im Jahre 2004 kletterte die brandenburgische Landeshauptstadt im jüngsten Zukunftsatlas des Schweizer Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos auf Platz 15. Mit Dresden liegt auf Rang 13 nur eine ostdeutsche Stadt vor Potsdam, Jena folgt als Nummer 20. Spitzenreiter unter den 439 auf ihre Wettbewerbsfähigkeit untersuchten kreisfreien Städte und Landkreise bleibt zwar München, aber im Osten bescheinigten die Wirtschaftswissenschaftler eindeutig Potsdam die besten Zukunftschancen. Im Windschatten Berlins habe sich die Stadt zu einem Zentrum für Service-Unternehmen entwickelt, heißt es in der Prognos-Analyse. Die Fortschritte sieht jeder Besucher beim aufmerksamen Gang durch den zu drei Vierteln sanierten Stadtkern, beim Bummel durch die königlichen Schlösser und Parks oder bei einem Abstecher nach Babelsberg und andere Vororte. (mehr…)