Archiv der Ausgabe 3 | 2. Jahrgang | Herbst 2006
- IHK-Geschäftsführer Peter Egenter verabschiedet
Generationenwechsel bei der IHK Potsdam: Der langjährige Hauptgeschäftsführer der Industrieund Handelskammer Potsdam, Peter Egenter, ist nach 16 Jahren in den Ruhestand verabschiedet worden. Seine Nachfolge hat zum 1. Oktober René Kohl angetreten. Egenter hatte den Aufbau der IHK Potsdam wesentlich geprägt. In seiner Zeit als Hauptgeschäftsführer wuchs Westbrandenburg zu einer wirtschaftlich starken Region heran und mit ihr die IHK Potsdam zu einem leistungsfähigen Partner für Wirtschaft und Politik. Darüber hinaus entstanden während seiner Tätigkeit die IHK-Neubauten im Zentrum Potsdams, die mit ihren Weiterbildungs- und Dienstleistungsangeboten als Plattform und Begegnungsstätte für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik geschätzt und anerkannt sind.

Peter Egenter, ehemaliger Hauptgeschäftsführer IHK Potsdam
„Peter Egenter zählt zu den Schlüsselfiguren des öffentlichen Lebens in Brandenburg. Sein Name steht für Verlässlichkeit und Seriosität, verbunden mit Praxisnähe und hohem Interesse an Fortschritt und Entwicklung.“ Mit diesen Worten dankte IHK-Präsident Dr. Victor Stimming seinem scheidenden Hauptgeschäftsführer für die geleistete Arbeit beim Aufbau der IHK Potsdam seit 1990. Zu dem offiziellen Empfang zur Verabschiedung Egenters Anfang Oktober in Potsdam waren mehrere hundert Gäste erschienen, darunter Ministerpräsident Matthias Platzeck mit einigen Kabinettsmitgliedern, Landtagspräsident Gunter Fritsch sowie Präsidenten und Hauptgeschäftsführer von Kammern und Verbänden, Vertreter von Parteien, Kommunen, Kultur und Sport.
Stimming verkündete bei dem Empfang eine frohe Botschaft: Die IHK Potsdam hat in diesem Jahr erstmals über 3 000 Lehrstellen geschaffen. Außerdem werden im kommenden Jahr die Mitgliedsbeiträge gesenkt. Nun könne, wie CDU-Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns schmunzelnd betonte, „auch in Potsdam die Kohl-Ära beginnen“. Egenter habe maßgeblich mit dafür gesorgt, dass im neuen IHKGebäude in der Breiten Straße ein Kompetenzzentrum für moderne Medien Platz fand.
Der Vielgelobte blieb bescheiden: Wenn nur 50 Prozent von dem, was man über ihn gesagt hat, stimme, „dann reicht das auch schon“, sagte Egenter. Sein Dank ging an seine Mitarbeiter – allen voran an die beiden Sekretärinnen. Doch dass der scheidende Hauptgeschäftsführer in den vergangenen 16 Jahren vieles auf die Beine gestellt hat, ist unbestritten. Die ehemalige Handelsund Gewerbekammer aus DDR-Zeiten ist nicht mehr vergleichbar mit der heutigen IHK. „Damals gab es höchstens 4 000 private Gewerbebetriebe, Gastwirte und Läden“, erinnert sich Egenter. „Heute haben wir unter dem Dach der IHK Potsdam rund 64 000 Unternehmen, darunter Großbetriebe mit mehr als 2 000 Beschäftigten – aber auch kleine Betriebe mit ein, zwei oder drei Leuten.“
An die Anfangsjahre nach der Wiedervereinigung denkt der 62-Jährige, der zu DDR-Zeiten Chef des Potsdamer Bezirksneuererzentrums war, gern zurück: „Das ist, als wäre es gestern gewesen. Ich wünsche jedem, so eine Zeit des Aufbruchs, der Hoffnungen und des Ärmelhochkrempelns zu erleben.“ Für den Ruhestand hat sich Egenter einiges vorgenommen: „Erst einmal Abstand gewinnen, mich um meine Familie und um meine Hobbys kümmern – aber ich war nie ein Urlaubsmensch. Deshalb habe ich mir schon ein paar Aufgaben organisiert.“ So will er der Kammer auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen.

René Kohl, neuer Hauptgeschäftsführer IHK Potsdam
Davon wird auch sein Nachfolger profitieren. Der 38-jährige René Kohl aus Brandenburg an der Havel war in seiner bisherigen beruflichen Laufbahn unter anderem im Brandenburger Landesrechnungshof, im Brandenburger Landtag und im Ministerium für Wirtschaft des Landes Brandenburg tätig. In die Fußstapfen Egenters zu treten, sieht er als riesige Herausforderung: „Die IHK Potsdam redet dort mit, wo der Wirtschaft der Schuh drückt, und mischt sich ein, beispielsweise bei der Abschaffung bürokratischer Hürden für Unternehmer und für solche, die es werden wollen.“
Die Konjunkturaussichten in Westbrandenburg – der IHK-Bezirk Potsdam umfasst neben Potsdam und Brandenburg an der Havel die Landkreise Potsdam-Mittelmark, Prignitz, Ostprignitz- Ruppin, Havelland, Oberhavel und Teltow-Fläming – beurteilt Kohl optimistisch: „Nicht nur, dass Unternehmen wieder investieren, auch beim Personal geht man wieder etwas wagemutiger vor. Die Auftragslage hat sich gebessert; selbst die Sorgenkinder wie der Bau und die Gastronomie geben Anlass zu Hoffnung.“ Das bedeute allerdings nicht, so der neue Hauptgeschäftsführer, dass all jene, die noch am Markt seien, jetzt sorglos sein könnten. „Aber wer die lange Talfahrt bis jetzt überstanden hat, hat allen Grund, mit Ideen und Geschick neue Projekte anzugehen.“
Dem drohenden Fachkräftemangel will die IHK Potsdam entgegenwirken und gemeinsam mit den brandenburgischen Unternehmern versuchen, junge Leute im Land zu halten. René Kohl hat sich dazu einiges vorgenommen: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Weiterbildung funktioniert und somit aus alten neue Fachkräfte entstehen. Das Bildungszentrum der IHK Potsdam ist dazu bestens aufgestellt mit Lehrenden aus der Wirtschaft, aus Wissenschaft und Forschung. Längst haben auch viele Unternehmer gemerkt, dass die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter eine lohnende Investition in die Zukunft ist. Bis zu 90 gut besuchte Veranstaltungen pro Woche künden davon.“
IHK-Präsident Stimming setzt hohe Erwartungen in den neuen Hauptgeschäftsführer: „Wir haben uns als Präsidium der IHK Potsdam für René Kohl entschieden, weil wir meinen, dass wir mit ihm die Entbürokratisierung im Land, die Stärkung der Metropolregion Berlin-Brandenburg, die Zusammenarbeit mit den anderen IHKs sowie die Erfüllung des nationalen Ausbildungspaktes vorantreiben.“ cr
www.ihk-potsdam.de
Ball der Wirtschaft am 3. Februar 2007
Potsdam. Zum siebenten Mal findet in Potsdam der Ball der Wirtschaft des Landes Brandenburg statt: Die drei Veranstalter Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, Handwerkskammer Potsdam sowie Wirtschafts-Presse-Forum Brandenburg e. V. planen den traditionsreichen Ball am Sonnabend, 3. Februar 2007, im neuen Hans-Otto-Theater auf dem integrierten Kultur- und Gewerbestandort an der Schiffbauergasse in Potsdam zu veranstalten. Die Schirmherrschaft übernimmt wieder Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck. Die Vorbereitungen für das Programm laufen, wie im vergangenen Jahr, mit der Unterstützung der Agentur Gabler.Media auf Hochtouren.
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