
Jürgen H. Blunck, Foto: Tanja Schnitzler
Zugegeben: Der Brandenburger neigt meist nicht zu überschwänglicher Euphorie und ein hier kurz und knapp ausgesprochenes „gut gemacht“ ist anderswo bereits eine ausführliche Lobesrede wert. Angesichts der Wirtschaftszahlen aus dem Jahr 2011 waren die Reaktionen landauf, landab eher – nun sagen wir – zurückhaltend. Brandenburg gehört allerdings zu den erfolgreichsten Bundesländern Deutschlands. Trotz Euro-Krise und Turbulenzen auf den Finanzmärkten haben brandenburgische Industrieunternehmen 2011 fast 15 Prozent mehr umgesetzt als noch im Vorjahr: 22,8 Milliarden Euro. Über 78.000 Menschen arbeiteten in brandenburgischen Industriebetrieben, auch hier eine Steigerung von immerhin 7,5 Prozent. Der Mittelstand wächst, die Auftragsbücher sind voll. Obwohl wir die Stimmen der Skeptiker, Nörgler und (mehr…)
Auf Erfolg haben die Brandenburger lange warten müssen. Das Land hat einen enormen Strukturwandel hinter sich gebracht. In den Nachwendejahren wurden ungezählte Betriebe in Brandenburg geschlossen, abgewickelt, die Märkte konnten sich Konkurrenzunternehmen meist aus dem Westen Deutschlands teilen. An die Rolle der Treuhandanstalt erinnern sich viele Brandenburger aus zeitlicher Distanz mit gemischten Gefühlen. Zu schnell – heißt es heute oft – sei damals auch industrielle Substanz für immer vernichtet worden.

Damit jeder weiß, wo es lang geht: Bauarbeiter montieren Verkehrsschilder am neuen Flughafen, Foto: Ludwig / Berliner Flughäfen
Doch diese Zeiten sind endgültig vorbei. Kleine und mittlere Unternehmen wurden gezielt unterstützt, der sogenannte Mittelstandsbauch des Landes wächst. Die Meldungen des statistischen Landesamtes spiegeln das wider. Sie zeigen, dass Brandenburg tatsächlich eine Wende geschafft hat. Und auch als Industrieland ist Brandenburg wieder erfolgreich. Trotz Euro-Krise und Turbulenzen auf den Finanzmärkten haben 2011 brandenburgische Industrieunternehmen fast 15 Prozent mehr umgesetzt als noch im Vorjahr: 22,8 Milliarden Euro. Über 78.000 Menschen arbeiteten in brandenburgischen Industriebetrieben, auch hier eine Steigerung – von immerhin 7,5 Prozent.
Großflughafen lockt andere Branchen an

Der Business Park Berlin ist ein Wirtschaftsstandort mit einzigartiger Perspektive, Foto: Pysall.Ruge Architekten
Noch erfolgreicher ist Brandenburg bei der Luft- und Raumfahrt. Die Region ist zum drittgrößten Standort der Luftund Raumfahrtindustrie Deutschlands geworden – nach Hamburg und München und noch vor Frankfurt am Main. Rund 60 mittelständische Betriebe und die beiden großen Triebwerkshersteller MTU und Rolls-Royce Deutschland bilden zusammen mit 15 Hochschulen und branchenspezifischen Instituten den Kern. Der wird mit Sicherheit weiter wachsen. Auch und gerade weil am 3. Juni 2012 der neue Flughafen Berlin- Brandenburg in Schönefeld eröffnet wird. (mehr…)
Während sich die Finanzminister (und nicht nur die) anderer Bundesländer die Haare raufen, schaut Helmuth Markov zufrieden auf die Zahlen aus dem Jahr 2011. Der starke Aufschwung macht sich auch in der Länderhaushaltskasse bemerkbar und hilft beim Sparen. Nur vier Länder schafften es ins Plus: Sachsen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Forschungsprojekt „See im See“, Fotos: © Uwe Dobrig / Vattenfall ( Forschungsstelle Technikstress der BTU), © Sebastian Gabsch / Landeshauptstadt Potsdam ( Stadt für eine Nacht ), © MOZ Oliver Vogt ( Wanderoper Brandenburg), © IGB („See im See“), © Unitechnik Automatisierungs GmbH (Unipack – Automatische Fluggepäckverladung), © SunCoal Industries GmbH (CarboREN®)
Wie innovativ die Brandenburger Wirtschaft ist, beweist das Ergebnis des deutschlandweiten Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“. Im Jahr der Fußball-WM 2006 ins Leben gerufen, werden seitdem jährlich 365 herausragende Projekte und Ideen, die einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten, geehrt. Für 2012 lagen der Expertenjury aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten und Politikern – darunter auch Prof. Dr. sc. nat. Christoph Meinel, Institutsdirektor und Geschäftsführer, Inhaber des Lehrstuhls für Internet-Technologien und Systeme am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut, 2.000 Bewerbungen vor. Projekte aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Umwelt, Bildung und Gesellschaft; die „Macher“: Mitarbeiter aus großen Unternehmen oder kleinen Start-ups, Ingenieure und Künstler, Handwerker und Studenten. Unter den ausgezeichneten 14 Brandenburger Projekten ist auch eine automatische Fluggepäckverladung des Unternehmens Unitechnik Automatisierungs GmbH aus Eisenhüttenstadt. Die intelligente Technik ermöglicht die vollautomatische (mehr…)

Tatjana Jury, Marion Kracht, Joana Zimmer, René Kohl und Bernd Ebert, Foto: Andreas Klaer
Was mochte eigentlich Friedrich der Große auf den Tellern und Tafeln? Marcel Leidig, Küchenmanager des Kongresshotels Potsdam am Templiner See, hat sich lange vor dem 12. Ball der Wirtschaft des Landes Brandenburg mit den kulinarischen Vorlieben des großen Preußen (mehr…)
Marion Kracht stand schon als Kind vor einer Fernsehkamera. Mit 14 Jahren spielte sie die Tony in der Fernsehserie „Die Buddenbrooks“. Spätestens seit der Rolle als Schwiegertochter Tina in der Erfolgsserie „Diese Drombuschs“ kennen Millionen die vielseitige Schauspielerin, die aktuell als Hebamme Antonia Hellmann in der ZDF-Sonntagsfilm-Reihe „Liebe, Babys …“ zu sehen ist. Neben der Fernseharbeit steht Marion Kracht immer wieder auf Theaterbühnen, so am Renaissance Theater Berlin. 2002 bekam die Schauspielerin vor allem für ihr Engagement für Gehörlose das Bundesverdienstkreuz verliehen. Sie ist Kuratoriums- Mitglied der internationalen Kinderhilfsorganisation Plan. Marion Kracht lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Foto: Tom Solo International © All Rights Reserved
Beim Ball der Wirtschaft am 11. Februar in Potsdam ermunterte und ermutigte sie die Gäste zu Spenden für Plan. Kurz davor trafen wir die sympathische Schauspielerin zum Gespräch.
Frau Kracht, Sie gehen mit offenen Augen und aktiv durchs Leben und engagieren sich neben Plan auch im Innovationsbeirat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Beziehungen (BMZ) und die Aktion Bio-Brotbox für gesunde Pausenbrote. Was ist Ihnen wichtig bei der Entscheidung für soziale Organisationen und Projekte?
Von meiner Mutter stammt der Satz: Tu was für andere, wenn es dir gut geht. Den beherzige ich schon sehr lange. Dabei muss ich eher aufpassen, dass ich mich nicht verzettele, denn es gibt sehr viele Projekte, für die ein Engagement notwendig ist. Schon Mitte der Neunzigerjahre (mehr…)