Solide und Innovativ
Archiv der Ausgabe 3 | 19. Jahrgang | Herbst 2006
- Gewinnender Unternehmergeist
30 Grad im Schatten, ein Raum ohne Klimaanlage. Darin versammelt eine hochkarätige Experten-Jury, die sich neun Stunden lang an eine Entscheidung heranarbeiten muss: Wer erhält den Deutschen Gründerpreis der StartUp-Initiative 2006? Am 12. September fand in Anwesenheit der deutschen Wirtschaftsprominenz die Preisverleihung im ZDF-Hauptstadtstudio statt.
Werner Otto (96) und Sohn Michael Otto (63) wurden für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Weitere Preisträger: Dr. Wulf Bentlage (geohumus) und Torsten Sturm (hotel.de), Foto: eventpressIm Jahr 2002 wurde der Gründerpreis erstmals verliehen. Ins Leben riefen die Auszeichnung die McKinsey & Company, die Sparkassen, der Stern und das ZDF. Jährlich werden Unternehmen und Persönlichkeiten in den Kategorien „Lebenswerk“, „Visionär“, „Aufsteiger“ und „Konzept“ geehrt. In den vergangenen Jahren wurden die Unternehmer Heinz-Horst Deichmann, Günther Fielmann, Reinhold Würth und Claus Hipp für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
Unternehmer mit gesellschaftlicher Verantwortung
2006 erhielten Werner und Michael Otto den Preis in der Kategorie „Lebenswerk“ für den Aufbau des größten Versandhauses der Welt und das soziale Engagement des Hamburger Familienunternehmens. „Die Entwicklung der Unternehmensgruppe Otto ist einer der größten Erfolge der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Beide Unternehmer zeigen seit Jahrzehnten, dass gesellschaftliche Verantwortung und Unternehmertum sich nicht ausschließen“, fasste der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Klaus-Peter Siegloch das Votum der Jury zusammen.
Aus dem Nichts schuf Otto ein Weltunternehmen. 1950 erschien der erste Otto-Katalog, den Werner Otto und seine Mitarbeiter handgefertigt hatten, und in dem 28 Paare Schuhe angeboten wurden. Heute hat der Konzern mehr als 55.000 Mitarbeiter auf drei Kontinenten.
Software unterstützt Krankheitsdiagnosen
Den Preis in der Kategorie „Visionär“ erhielt der Forscher und Unternehmer Prof. Dr. Heinz-Otto Peitgen mit seinem Unternehmen Mevis-Gruppe aus Bremen. Der Wissenschaftler entwickelte medizinische Softwareprodukte, mit denen Diagnosen und Therapien von Krankheiten erleichtert werden. Die Software macht es beispielsweise möglich, Röntgenbilder dreidimensional auszuwerten.
Bestes junges Unternehmen des Jahres und Gewinner in der Kategorie „Aufsteiger“ ist die Hotel.de AG aus Nürnberg. Die Firma entwickelte eine Hotel-Buchungsplattform im Internet, die einen kostenlosen weltweiten Reservierungsservice für 180.000 Hotels online anbietet.
Das Frankfurter Unternehmen Geohumus International erhielt den Deutschen Gründerpreis 2006 in der Kategorie „Konzept“. Die Firma entwickelte, produziert und vermarktet ein Granulat zur Wasserspeicherung. Die Substanz ist ein nanotechnischer Zusatzstoff, der Feuchtigkeit im Erdreich bindet („Pampers-Prinzip“). Mit ihrer Hilfe kann der Wasserbedarf in Gebieten mit künstlicher Bewässerung um 50 Prozent gesenkt werden. Die Firma wurde 2005 gegründet, hat 11 Mitarbeiter und Kunden aus aller Welt. bm
www.gruenderpreis.de
- Archivbeiträge der Ausgabe 2/2006





















