Schöner Brutzeln
Archiv der Ausgabe 2 | 19. Jahrgang | Sommer 2006
- Endlich – Die Grill-Saison ist eröffnet
Grillen ist mehr, als Würstchen braten. Es ist ein Sport, eine Leidenschaft, ja geradezu eine Philosophie. Man kann viel falsch machen, dilettierend am Rost kläglich versagen. Damit man sich nicht blamiert, gibt es unzählige Ratgeber und Tipps – und sogar Vereine, die sich ganz dem heißen Vergnügen verschrieben haben.
Der „Deutsche Grill-Verein“ beispielsweise versteht sich nicht als „Schönwetterverein“, sondern engagiert sich für das Brutzeln in eher schattigen Monaten – Vereinszweck ist satzungsgemäß die „Förderung und Pflege der Grillkultur, insbesondere in der für das Grillen untypischen Zeit von Oktober bis April“.
Jeder hat beim Grillieren eigene Tipps und Vorlieben. Die einen lieben’s edel und stilvoll, benutzen Holzkohle statt ordinäre Briketts (ergibt einen würzigeren Geschmack) und reichern sogar die Glut mit erlesenen Kräutern wie Rosmarin oder Lorbeer an. Andere mögen es lieber rustikal und gönnen dem Grillgut gerne eine ordentliche Bierdusche – ein Vorgehen, das die Edel-Grill-Fraktion wegen befürchteter Aufwirbelung von Asche strikt ablehnen würde. Ein kühles Bier gehört zum Grillen meistens dazu – und ist manchmal sogar unverzichtbar. Bei den jährlich stattfindenden Speedgrill-Weltmeisterschaften in Hamburg-Altona gehört der Gerstensaft zum Reglement. Zuerst erfolgt ein Sprint über 150 Meter zur Grill-Arena. Von den zweiköpfigen Teams wird das Grill-Equipment entgegengenommen und schnellstmöglich
aufgebaut. Schon in dieser ersten Phase sind die Teilnehmer „gezwungen“, sich das erste Bier zu genehmigen. Gegen
Abgabe der leeren Flaschen erhalten die Teams Streichhölzer. Nachdem die Kohlen auf Betriebstemperatur gebracht sind, folgt für jeden Teilnehmer Bier Nummer zwei, das Leergut wird gegen die Wettkampfwurst getauscht. Während des Grillens wird Bier Nummer drei vernichtet. Erst wenn sich das Zweier-Team ein ganzes Sixpack Bier gegönnt hat, darf die Wurst abgegeben werden. Ziel der Speed-Griller ist – wie der Name schon sagt – die Ablieferung einer perfekt gegrillten Bratwurst in möglichst kurzer Zeit. Da heißt es: zügig die Bierchen schlürfen und immer schön die Wurst wenden. Für ungare oder verbrannte Würste gibt es Strafminuten. Der aktuelle Rekord liegt übrigens bei knapp über zehn Minuten.
Ob Edel-Griller oder Speed-Grillierer – grillen war, ist und bleibt Kult! Und das schon seit Jahrtausenden!
Viel Spaß dabei! kh
www.grill-verein.de
www.speedgrillen.de
Übrigens: Sepp Meier soll in Zeitungspapier gegrillten Fisch lieben!





















