Rheuma
Archiv der Ausgabe 4 | 20. Jahrgang | Winter 2007
- Wenn der Schmerz kommt
Der Begriff „Rheuma“ kommt aus dem Griechischen (= „ich fließe“) und bezeichnet einen ziehenden, reißenden Schmerz.
Röntgenaufnahme vom Kniegelenk; Foto: Pixelio.de / Melanie VollmertSchmerzen in Gelenken und Muskeln, steife Knie, geschwollene und rote Gelenke – typische Beschwerden, die unter dem Sammelbegriff „Rheuma“ zusammengefasst werden. Den bis zu 450 verschiedenen Erkrankungen gemeinsam ist eine schmerzhafte Veränderung des Bewegungsapparates. In Deutschland leiden etwa 20 Millionen Menschen daran, 2/3 davon sind Frauen.
Entgegen der landläufigen Meinung betrifft Rheuma nicht nur Ältere, sondern auch junge Erwachsene und selbst Kinder. Viele Formen äußern sich durch den typischen rheumatischen Schmerz, der bevorzugt in Ruhephasen und in der Nacht auftritt. Charakteristisch sind auch Morgensteifigkeit und Durchblutungsstörungen einzelner Finger.
Degenerativ-rheumatische Erkrankungen
Verschleißbedingte Gelenkbeschwerden treten meist im fortgeschrittenen Alter auf; die bekannteste ist die Arthrose, meist an Hüft-, Knie- und kleinen Wirbelgelenken. Häufige Ursachen: Überlastung, Verletzungen und Gelenkfehlstellungen (X- oder O-Beine).
Entzündlich-rheumatische Erkrankungen
Foto: Pixelio.de / Melanie VollmertSie beginnen typischerweise zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, am weitesten verbreitet ist darunter die rheumatoide Arthritis. Sie betrifft im Anfangsstadium vor allem Finger oder Zehen und verläuft im Normalfall schubweise, häufig sind mehrere Gelenke davon betroffen.
Ursachen
Die Ursachen für diese Krankheiten sind noch unbekannt, vermutlich spielen genetische Faktoren und Umwelteinflüsse dabei eine Rolle. Wenn das Immunsystem gestört ist, bildet es Antikörper gegen körpereigenes Gewebe (Autoantikörper), die die Gelenkinnenhaut angreifen. Deren Zerfall bringt das Immunsystem dazu, erneut Antikörper und Botenstoffe zu bilden, die die Entzündungsreaktion noch verstärken. Ohne die frühzeitige medikamentöse Behandlung zerstört die Krankheit die Gelenke.
Behandlungsmöglichkeiten
Ziel der Therapie ist, das Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern. Das gelingt nur dann, wenn so früh wie möglich mit der Behandlung begonnen wird.
Mit Basismedikamenten lässt sich der gelenkzerstörende Prozess bremsen; ihre Wirkung setzt erst nach mehreren Wochen oder Monaten ein, hält aber lange an. Entzündungshemmende und schmerzlindernde Maßnahmen verbessern die Beweglichkeit. Während eines akuten Schubes wird kurzfristig Kortison verabreicht, um die schlimmsten Beschwerden zu lindern.
Neben Medikamenten tragen Krankengymnastik, Ergotherapie und physikalische Therapie zum Erfolg bei. ae
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