Rauschende Nächte
- Die Ballsaison ist so gut wie beendet. Zeit für die Ballveranstalter, zurückzuschauen und Bilanz zu ziehen, über das eigene Event und die anderen gesellschaftlichen Ereignisse. Martina Reckermann hat sich für Sie umgehört.
Archiv der Ausgabe 1 | 23. Jahrgang | Frühjahr 2010

GASAG-Ball 2009, Foto: GASAG
Otfried Lauer ist vollauf zufrieden mit seinem Theaterball, der Mitte November als einer der ersten Bälle die Saison eingeläutet hat. „Unser Ball hat von der ersten bis zur letzten Sekunde gelebt, es wurde viel getanzt und es gab durchgehend gute Unterhaltung, ohne Unterbrechung. Auf jeder Bühne wurde etwas geboten, entweder ein ausgewähltes Showprogramm oder tolle Bands und Orchester. Es gab eine schöne Tombola mit ausgezeichneten Preisen.“ Der Chef des Berliner Theaterclubs habe gemeinsam mit seiner Frau Leni auch wie immer viele andere Bälle besucht. „Ich glaube, die anderen setzen andere Schwerpunkte als wir. Mir sind die meisten anderen Veranstaltungen zu langatmig und zu steril“, kritisiert Otfried Lauer.
Auch der Kommunikationschef der Berliner GASAG Dr. Klaus Haschker war nicht von allen Bällen, die er besucht hatte, begeistert. „Mir gefällt der Berliner Presseball nicht mehr, weil er mir zu kommerziell geworden ist und zu sehr auf Prominenz und Präsenz der Sponsoren Wert legt. Bei unserem Ball ist es viel lockerer zugegangen, es herrschte eine tolle Ballatmosphäre, auch ohne Stars und Sternchen.“ Viel getanzt wurde auch, allerdings ohne ihn, er sei nicht zum Tänzer geboren, dafür habe man sich sehr gut unterhalten oder sich in der Zigarrenlounge oder bei der Spielbank amüsieren können. Lobende Worte fand Dr. Haschker für den Bundespresseball. „Man trifft hier immer viele bedeutende Politiker oder Vertreter aus der Wirtschaft und viele Presse-Kollegen, denen man auf dem gleichnamigen Berliner Ball nicht begegnet.“ Der Veranstalter des Berliner Presseballs, Andreas Dorfmann, kann diese Kritik nicht nachvollziehen. Er war aus Termingründen in dieser Saison auf keinem anderen Ball als seinem eigenen. Mit dem Ergebnis war der langjährige Moderator mehr als zufrieden. „Prominenz ist uns sehr wichtig. Obwohl wir auch viele Politiker begrüßen konnten. So haben wir eine unglaubliche überregionale Präsenz bekommnen, die natürlich mit unserem Glamour-Faktor zu tun hat.“ Auch die Spendenbereitschaft sei sehr groß gewesen. „Wir haben von der Wirtschaftskrise nichts zu spüren bekommen. Was bestimmt auch daran liegt, dass sich die lange Tradition des Presseballs bewährt. Die Gesamtmischung muss einfach stimmen. Tradition, gepaart mit neuen Ideen wie unserem Speeddating, das ein Riesenerfolg war“, erzählt Andreas Dorfmann. Der Termin für den nächsten Berliner Presseball steht auch schon fest: der 8. Januar 2011.
Von Mozart bis zum Big Band- Sound
Auch die Komische Oper wird 2011, genauer gesagt am 12.2. nach dem gelungenen diesjährigen Ball wieder auf und vor die Bühne einladen. Die geschäftsführende Direktorin Susanne Moser erklärt, was ihren Ball so besonders macht. „Es ist ein sehr privater, kleiner Ball. Unser Ensemble spielt nicht nur an diesem Abend für die Gäste, sondern mischt sich auch unter das Ballvolk und feiert mit ihnen. Die Musikauswahl ist auch ganz speziell: von Mozart über Jazz zum Walzer bis hin zum Big Band Sound.“ Außerdem sei der Ball auch eine Metropolenmischung zwischen Berlin und Wien, da Susanne Moser das Flair der österreichischen Hauptstadt mit habe einfließen lassen.
Ein bisschen chaotisch

Jörg und Kerstin Woltmann mit Birgitt und Dr. Ulrich Nußbaum beim Filmball „Notte delle Stelle, Foto: U. Lindner
Internationale Verbandlungen gab es auch beim traditionellen Filmball „Notte delle Stelle“, diesmal im Maritim Hotel, aber wieder organisiert von Promi-Gastronom und Besitzer von „Bacco“ und „Bocca di Bacco“ Massimo Mannozzi. Die Gala mit 600 Gästen im Rahmen der Berlinale wurde wieder von Mannozzis rechter Hand Barbara Dahms mitorganisiert. „Wir haben es geschafft, Grandezza, italienische Leichtigkeit, Flair und Musik nach Berlin zu bringen. Mit einer Piazza zum Flanieren und zum Probieren der italienischen Köstlichkeiten. Schillernd, bunt, ein bisschen chaotisch – aber genau das lieben unsere Gäste – haben wir in lockerer Atmosphäre wie eine große Familie gefeiert“, lächelt Barbara Dahms.
Gesellschaftlich bedeutend
Naturgemäß etwas ernster ging es auf dem 10. Ball der Wirtschaft Brandenburg im Kongresshotel Potsdam am Templiner See zu. „Unser Ball ist eines der bedeutendsten gesellschaftlichen Ereignisse in der Metropolregion. Wir unterstützen immer karitative Projekte. Diesmal den Iris Berben Fonds für Hirnforschung. Da die Bälle in Berlin meistens ähnliche Zwecke verfolgen, nutze ich diese Veranstaltungen, um neue Kontakte zu knüpfen, bestehende zu pflegen und natürlich auch zum Feiern“, sagt Dr.-Ing. Victor Stimming, Präsident der IHK Potsdam.
Ein Fest von Freunden für Freunde
Kräftig gefeiert wurde auch beim Verein der Berliner Kaufleute und Industrieller. Der VBKI-Ball im Hotel InterConti setzt jedes Jahr den Schlusspunkt der Saison. „Ich liebe unseren Ball, weil ich hier Menschen treffe, die ich gut kenne, oder andere, die ich nur einmal im Jahr, nämlich hier, sehe. Wir haben alle Spaß, es herrscht gute Laune. Der Ball ist gesellschaftlich homogen. Wir setzen nicht auf Prominenz. Es ist ein Fest von Freunden für Freunde“, schwärmt Geschäftsführer Udo Marin. Einmal im Jahr werde nicht an die schlechte wirtschaftliche Lage gedacht, sondern man tanze sie einfach weg. Auch er habe wieder bis zum frühen Morgen das Tanzbein geschwungen und sich so wie auch alle anderen Gäste bestens amüsiert. Vergleiche mit vielen anderen Bällen könne er in diesem Jahr nicht anstellen, da er nur wenige besucht hat. „Jeder Ball hat seinen eigenen Schwerpunkt. Man muss einfach die Unterschiedlichkeiten respektieren und nicht kritisieren.“ Viel Lob fand der VBKI-Geschäftsführer für den ADAC-Ball. „Ich habe mich bestens unterhalten, es gab schöne Musik und Otto Waalkes hat mir sehr gefallen“.
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