Pariser Lebensgefühl
Archiv der Ausgabe 4 | 20. Jahrgang | Winter 2007
- Galeries Lafayette Berlin: Internationale Mode und französische Spezialitäten
Die Galeries Lafayette in der Friedrichstraße sind die einzige Auslands-Dependance der berühmten Pariser Kaufhaus-Institution Galeries Lafayette. Kollektionen und Accessoires auf vier Etagen, exklusive Düfte und Pflegeprodukte in der Beautéabteilung, Klassiker der Weltliteratur, Comics und Bestseller in französischer Sprache und Schlemmen wie Gott in Frankreich im einmaligen Lafayette-Gourmet. Wir trafen Geschäftsleiter Thierry Prévost und fragten nach Erreichtem und Zukünftigem und seiner Beziehung zu Berlin.
Seit fünf Jahren sind Sie der Chef des renommierten Hauses an der Friedrichstraße. Fünf ruhelose Jahre?
Thierry Prévost, Geschäftsleiter der Galeries Lafayette (Deutschland) GmbH; Fotos: derdehmel.de, Galeries Lafayette BerlinDurchaus. In dieser Zeit haben wir das Haus komplett neu organisiert und umgestaltet. Wir kreierten moderne Konzepte, führten viele neue Marken ein und vergrößerten innerhalb von drei Jahren die Verkaufsfläche um 2.000 m². So wurden die Galeries Lafayette immer attraktiver, aber das ist Philosophie des Hauses. Hier arbeitet ein Team, das Wissen und Engagement hat, diese Veränderungen mitzutragen und umzusetzen. Die Galeries Lafayette haben 40 Manager/innen, die einen bestimmten Bereich verantworten. Jede/r führt dieses Ressort wie ein eigenverantwortlicher Unternehmer stets mit einem konsequent kundenorientierten Handeln.
Worauf gründet sich Ihre Zuversicht, die Erwartungen Ihrer Kunden zu erfüllen?
Zum einen auf einer jährlichen Marketinganalyse, in der wir Kunden und Nichtkunden zu ihren Wünschen umfassend befragen, und zum anderen auf dem klaren Konzept des Hauses: Internationale Mode und französische Delikatessen im Lafayette-Gourmet, wo wir das umfangreichste Angebot an französischem Käse in der Stadt haben, 180 Sorten Champagner offerieren und natürlich viel französisches Lebensgefühl vermitteln. Zudem bieten wir unseren Kunden rund um die Themen Mode und französische Genüsse viele Events, von Schlemmerseminaren in kleinem Rahmen bis zur Ausstellungseröffnung. So zeigen wir gegenwärtig Originalzeichnungen von Edmond Kiraz, witzig-spritzige Illustrationen unter dem Titel „Les Parisiennes et la Mode“.
Worauf dürfen sich Galeries-Lafayette-Kunden 2008 freuen?

Auf viele neue Marken, schließlich ändern wir etwa 20 Prozent unseres Sortiments jährlich. Dabei achten wir auf Exklusivität, das heißt, viele dieser Labels gibt es nur bei uns.
2008 werden wir die Fischabteilung komplett umgestalten.
Neu wird auch ein V. I. P.-Bereich sein. Wir ermöglichen Prominenten genau so wie Kunden mit einem knappen Zeitbudget einen sehr individuellen, persönlich betreuten Einkauf von Mode. Das darf man sich wie einen großen Salon vorstellen. Wenn gewünscht, treffen wir eine Vorauswahl, auch eine Schneiderin steht für Änderungswünsche bereit. Gerade von vielen Prominenten wissen wir, dass sie einen Einkauf fernab von neugierigen Blicken und Handykameras schätzen.
War für Sie als Franzose ihr erster Berlin-Besuch ein großer „Kulturschock“?
Ja, in der Tat. Es ist ungefähr zehn Jahre her und es war ein nasskalter Wintertag … Inzwischen hat sich mein Berlin-Bild komplett verändert, meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl. Berlin hat so viele liebenswerte Seiten: Es ist grün, hat eine ausgebaute Infrastruktur, Kultur und Kunst sind bezahlbar.
Ich staune oft, wenn ich Berliner treffe, die so wenig stolz auf ihre Stadt sind. Die sollten einfach überlegen, was in dieser Stadt in den letzten zehn Jahren passiert ist, und das authentische moderne Lebensgefühl dieser Metropole würdigen und genießen.
Welche Ecken der Hauptstadt lieben Sie besonders?

Viele, aber ganz besonders die kleinen Brandenburger Dörfer, die zum überwiegenden Teil schmuck saniert sind. Mitten im Grünen laden sehr gute kleine Restaurants ein. Hier scheint es, als habe Zeit eine andere Bedeutung – eine stille Art Zufriedenheit und damit ein wunderbares Kontrastprogramm zum Alltag. bm
Thierry Prévost, Geschäftsleiter der Galeries Lafayette (Deutschland) GmbH
Thierry Prévost wurde 1963 in Versailles geboren. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Verkaufs- und Vertriebstechniker bei der Industrie- und Handelskammer in Paris ging er 1984 für fünf Jahre in die USA. 1989 begann sein Weg bei der Galeries Lafayette Gruppe. 1990 wurde er zum Geschäftsleitungsmitglied der Galeries Lafayette in Bordeaux ernannt, darauf folgten Stationen als Stellvertretender Geschäftsleiter in Marseille, Clermont Ferrand und schließlich 1996 zur Eröffnung der Galeries Lafayette in Berlin als Stellvertretender Geschäftsleiter mit Schwerpunkt Mode. Nach zwei Jahren zog es ihn wieder nach Frankreich, wo er in Caen 1998 sowie danach in Orléans im Jahre 2000 die Funktion des Geschäftsleiters übernahm. In 2002 folgte er abermals dem Ruf in die deutsche Hauptstadt und sah sich nunmehr einer neuen Herausforderung als Geschäftsleiter der einzigen Auslandsdependance des französischen Konzerns gegenüber. Im Rahmen dieser Tätigkeit engagiert er sich als französischer Außenhandelsberater für die deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen. Thierry Prévost ist seit 1987 mit seiner Frau Isabelle verheiratet, das Paar hat drei Kinder.
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 4/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 2/2007
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2007





















