KATZENSPRUNG MIT GAUMENFREUDEN
Archiv der Ausgabe 4 | 19. Jahrgang | Winter 2006
- Delta Air Lines hat Berlin wieder näher an New York herangerückt.
Bis vor nicht allzu langer Zeit war es nicht unbedingt eine gute Nachricht für Berliner Geschäftsleute, wenn Termine in den USA anstanden. An regelmäßige, gar tägliche Flüge war nicht zu denken, Anschlussflüge waren nicht auf die Maschinen aus der alten Welt abgestimmt und daher lange Wartezeiten in nicht eben schönen Wartehallen ein notwendiges Übel. Aus der Not geboren, quasi mit dem Rücken an der Wand stehend, hat Delta Air Lines Europa, Deutschland und speziell auch Berlin „wiederentdeckt“, sich selbst praktisch neu erfunden und bietet nun Geschäftsreisenden und Touristen ein ganz anderes Reiseerlebnis.
Preisbeispiel: Derzeit werden Flüge von Berlin-Tegel nach New York (JFK) mit Delta Air Lines schon für 356 € pro Person (inklusive Steuern und Gebühren) angeboten.
Foto: Delta Air Lines
Delta Air Lines und ihre Tochterunternehmen stehen unter den wachsamen Blicken der amerikanischen Behörden, seitdem man freiwillig eine Reorganisation unter Chapter 11 des US-Rechts eingereicht hat, um den finanziellen Herausforderungen und der damaligen schwierigen Wettbewerbssituation zu begegnen. Die Flucht nach vorn begann vor allem mit einer Überprüfung der Effizienz der vorhandenen Strecken, der eingesetzten Flugzeuge, und durch eine konsequente Umstrukturierung wurde schnell eine beispiellose Expansion eingeleitet. Seit April 2005 bietet Delta täglich eine Nonstop-Verbindung von Berlin-Tegel nach New York (JFK) an. Noch jünger ist die seit April 2006 aufgenommene Nonstop-Verbindung von Düsseldorf nach Atlanta, dort betreibt Delta das weltweit größte Drehkreuz einer einzigen Airline. Diese beiden neuen Strecken ergänzen das schon länger bestehende Angebot zweier Flüge täglich von Frankfurt aus und einer täglichen Verbindung von München, Stuttgart und Zürich nach Atlanta.
Auch im „Big Apple“ hat sich für Delta in der jüngeren Vergangenheit viel getan. Großer Wert wird auf die Anschlussmöglichkeiten für Reisende aus Europa gelegt – und man baut die Marktführerschaft in New York weiter aus. Allein in diesem Winter werden 25 neue Anschlussverbindungen zu 14 Destinationen in den Vereinigten Staaten aufgenommen.
Exquisiter Service
Schon 1999 hatte man bei Delta ein Zwei-Klassen-System auf Transatlantik-Flügen eingeführt und die BusinessElite etabliert. BusinessElite steht für einen speziell für Delta entworfenen Liegesitz, einen persönlichen Gästeservice, einen zum Teil von Starköchen entworfenen Menüplan und nicht zuletzt für eine mehrfach preisgekrönte Weinauswahl – aber dazu später mehr.
Beginnt man seine USA-Reise in Berlin-Tegel, wird man direkt nach dem Check-in am BusinessElite-Schalter zur Lounge von Air France, Partner von Delta im SkyTeam, geleitet. Die Wartezeit dort lässt sich bei kostenlos angebotenen Getränken, einer großen Auswahl an Zeitungen oder im Internet spielend überbrücken.
Foto: Delta Air LinesNun liegen nur noch die Sicherheitskontrollen und der obligatorische Duty Free Stopover zwischen Fluggast und Boarding. Der erste Champagner ist schnell serviert und auch die amerikanischen Flugbegleitungen überraschen mit zumeist fließendem Deutsch – ein guter Start für eine erfolgreiche Geschäftsreise.
Bei der Menüauswahl bleiben keine Wünsche offen. Fünf Gänge lassen sich nach den persönlichsten Bedürfnissen abstimmen. In Zusammenarbeit mit dem Human Performance Institute hat Delta eine Reihe von Alternativen zusammengestellt: Egal, ob man auf dem Flug noch viel arbeiten muss, ob man sich erholen und schlafen möchte oder ob sich direkt Termine am Zielflughafen anschließen; für jeden Anspruch und jeden Gaumen ist etwas dabei. Dazu wird eine atemberaubende Weinauswahl geradezu zelebriert. Nicht zuletzt ist Delta für das von Ken Chase – seines Zeichens Weinbauer und als weltweit gefragter Berater in Sachen Wein unterwegs – zusammengestellte Programm mehrfach ausgezeichnet worden.
Zeit, die wie im Fluge vergeht
Noch Zukunftsmusik sind weitere exklusive Geschmackserlebnisse: Vor kurzem hat Delta Air Lines eine Kooperation mit dem renommierten Nachtclub-Unternehmer Rande Gerber angekündigt. Dieser entwickelt für Delta exklusive Cocktailkreationen, die zu Jahresbeginn 2007 in der Business-Elite, den Lounges und den Crown Room Clubs von Delta eingeführt werden.
Ab 2008 wird es dann sogar noch bequemer. Als erste US-Fluggesellschaft hat Delta die Einführung von komplett horizontal verstellbaren Schlafsitzen in der BusinessElite-Klasse auf Ultra-Long-Haul-Flügen geplant, auch diese verfügen dann über das neue, industrieweit führende Unterhaltungssystem der Fluggesellschaft mit On-demand-Funktionen, digitalem Video- und Musikprogramm in jedem Sitz, das bis zum Sommer 2007 auf allen Flügen der BusinessElite angeboten wird.
Die Zeit vergeht so wie im Fluge, diese strapazierte Phrase sei hier ausnahmsweise erlaubt, und man steigt gut erholt aus dem Flugzeug. Wie oft passiert es denn schon, dass man sich – gerade angekommen – schon wieder auf den Rückflug freut?
Schnell in die Stadt
In New York angekommen, hat man dann die Qual der Wahl. Trifft man sich mit einem potenten Geschäftspartner, hat dieser vielleicht eine stilechte Limousine reserviert – sicherlich eine äußerst angenehme Art, Manhattan zu erobern, garantiert aber nicht die schnellste. Die Fahrt vom John F. Kennedy International Airport, vorbei am nationalen Flughafen LaGuardia, Richtung Downtown, kann je nach Verkehrsaufkommen auch schon mal zwei Stunden dauern. Das gilt natürlich auch für die Fahrt mit einer der tausenden gelben Taxen, die täglich auf Fluggäste aus der ganzen Welt warten. Schneller und günstiger ist es mit dem im Dezember 2003 eröffneten AirTrain JFK, der die Terminals miteinander verbindet. Kurz umgestiegen in der Jamaica Station, hat man es in einer knappen halben Stunde und für nur ein paar Dollar bis nach Manhattan geschafft – für den ÖPNV-verwöhnten Deutschen eine Selbstverständlichkeit – für den John F. Kennedy Airport und den leidgeplagten New-York-Geschäftsreisenden eine lang ersehnte Alternative, schnell und günstig in die Stadt zu kommen. Auch seinen Anschlussflug vom nationalen Flughafen LaGuardia erreicht man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nun einfacher, kostengünstiger und vor allem sicherer. Ach ja, Busse, Mietwagen und einen Helikopterservice für die ganz Eiligen gibt es auch. Acht Minuten Flugzeit – ca. 130 Dollar: „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ – das amerikanische Selbstverständnis, interpretiert vom Flughafen JFK.
Individuell wohnen
Der Hotelmarkt in New York musste seit den Anschlägen vom 11. September 2001 tiefgreifende Veränderungen über sich ergehen lassen. Knapp 7 000 Hotelbetten wurden in der Stadt seitdem abgebaut, das Aufkommen an Touristen und Geschäftsreisenden befindet sich aber schon längst wieder auf einem ähnlich hohen Niveau wie vor dem 11. September. Dies führt zwangsläufig zu steigenden Preisen, hat aber auch einen äußerst angenehmen Nebeneffekt: Auch New York hat den in Europa schon längst bekannten Trend zu kleinen, individuellen Art- und Designhotels entdeckt. Vorbei der Boom der immergleichen Bettenburgen mit landesweit einheitlich standardisierten – und damit flächendeckend langweiligen Einrichtungen. Hunderte kleinerer individueller Hotels und mehrere kleinere Ketten haben sich etabliert. Die Kimpton Hotels sind so ein Beispiel.
„Every hotel tells a story“ – der Slogan ist Programm. Nur einen Steinwurf vom Times Square entfernt greift das Kimpton Hotel „The Muse“ Themen des ebenfalls nur ein paar Meter entfernten Broadways auf. Die Lobby, hier nicht der vielerorts übliche Verschiebebahnhof für gestresste Manager, gleicht eher dem Eingangsbereich eines New Yorker Musicaltheaters. Kleine Gruppen finden sich bei kostenlos angebotenen Weinen schnell zum Small Talk zusammen, neue Kontakte sind im Handumdrehen geknüpft.
Sightseeing und Kultur
Foto: Delta Air LinesHat man die Shopping-Liste der Daheimgebliebenen Punkt für Punkt abgearbeitet, bleibt vielleicht noch etwas Zeit, ein wenig von New York zu sehen. Vor allem für New-York-Neulinge empfiehlt sich der imposante Rundblick über die Stadt vom Dach des Rockefeller Centers. Wer vorher reserviert, muss beim Besuch des „Top of the Rocks“ auch keine langen Schlangen befürchten. Monumental ist die von Swarovski gestaltete Kristallwand „Radiance“, äußerst spannend das Museum über die Geschichte des Rockefeller Centers -wer kennt nicht das Foto der in luftiger Höhe speisenden Bauarbeiter – und ein Blick über Manhattan, den man nicht so schnell vergisst.
Kunstliebhaber sollten Zeit mitbringen. Guggenheim, MoMA, die Liste der Museen und Galerien, der Auktionshäuser und Veranstaltungsorte mit Weltruf ist lang. Das Museum of Modern Arts zeigt übrigens aktuell eine Retrospektive mit Gemälden und Zeichnungen von Brice Marden. Berliner haben es besonders bequem: In Kooperation mit dem Museum of Modern Art New York zeigt die Nationalgalerie die Ausstellung vom 12. Juni 2007 bis zum 7. Oktober 2007 im Hamburger Bahnhof.
db
www.delta.com/de
www.kennedyairport.com
www.panynj.gov/airtrain
www.flyush.com
www.kimptonhotels.com
www.topoftherocknyc.com
www.moma.org
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006





















