DIE GAUKLER KOMMEN!
Archiv der Ausgabe 2 | 20. Jahrgang | Sommer 2007
- Berlins schönstes, buntestes und fröhlichstes Sommerfest
Vom 3. bis 12. August 2007 wird das Areal rund um das Opernpalais Unter den Linden auch in diesem Sommer zur Aktionsfläche für Kleinkünstler aller Genres, Berlins beste Köche, die kreativsten Barkeeper und Kunsthandwerker aus dem ganzen Land. Treffpunkt für alle, die Kunst und Künstler, Küche und Köche, Unterhaltung und Entertainer, Sommer und Feste lieben. Das Berliner Gauklerfest ist die perfekte Verbindung von First-Class-Entertainment, exklusiver Gastlichkeit, bunter Kunst und einer ganz besonderen Sommer-Urlaubs-Stimmung in der Stadt.
„Die gelungene Verbindung von Artistik, Entertainment, Gastronomie und Kunsthandwerk macht dieses Fest so einmalig.“Das erste Berliner Gauklerfest fand 1986 am Los-Angeles-Platz statt. Die Idee zu dieser bunten Sommerveranstaltung hatten Jean van Dahlen, damaliger Direktor des Hotel Steigenberger, und Harry Owen vom Traumtheater Salomé. Ein paar Jahre später war das Fest die szenigste Sommerattraktion im alten Westberlin, die viele Besucher an den Los-Angeles-Platz zog – sehr zum Ärger ruhebedürftiger Anwohner, die dann auch für das Aus der Veranstaltung sorgten. Doch gute Ideen entwickeln oft eine mitreißende Dynamik und so startete das Berliner Gauklerfest 1991 im wiedervereinigten Berlin am Kastanienwäldchen in Mitte. Auch wenn der Neustart zunächst misslang, kamen Jahr für Jahr mehr Besucher, um Künstler, Köche und Kunsthandwerker open air zu erleben. Vor allem dem Engagement von Manfred Otte, Chef des Opernpalais Unter den Linden, ist es zu verdanken, dass das Berliner Gauklerfest seinen neuen attraktiven Standort fand und so beste Bedingungen für Künstler, Gastronomen und Handwerker bietet.
Längst kommen die Besucher von Berlins schönstem Sommerfest aus dem ganzen Land, auch international findet die Veranstaltung Fans und Nachahmer. Kein Wunder – die gelungene Verbindung von Artistik, Entertainment, Gastronomie und Kunsthandwerk macht dieses Fest so einmalig und immer wieder anders, denn in jedem Jahr sind auch wieder neue Akteure dabei.
Kunst und Kurioses
Los Dos y CompañerosSeele und Namensgeber des Berliner Gauklerfestes sind die vielen Kleinkünstler aller Genres: Komödianten, Stand-up-Künstler, Magier, Artisten, Schauspieler, Akrobaten, Pantomimen, Musiker, Jongleure, Clowns … sie alle tummeln sich rund um das Opernpalais und verzaubern das Publikum. Um die Gaukelei und Zauberei inmitten der Besucher rankt sich ein hochkarätiges Musikprogramm, das zum Hinhören und Mittanzen einlädt.
Berlin-Premiere auf dem Berliner Gauklerfest feiert eine Band, die pure Lebensfreude vermittelt und ein musikalischer Knaller ist: „Los Dos y Compañeros“. Im Salsa-Rhythmus schlagen sie eine Brücke von der Pfalz in die Karibik. Seit mittlerweile elf Jahren beweisen Los Dos y Compañeros, dass es ihre einzigartige Musik-Mischung ist, die beim Publikum bestens ankommt. Den Anfang nahm alles 1996 beim Zündfunk-Wettbewerb, als Don Michon und Don Macson ein Fassbinder-Zitat zum Salsa-Stück „I mecht Musik macha kena“ vertonten. Seitdem auf heute zwölf Mann angewachsen und kontinuierlich in Sachen Rhythmus verbessert, sind die Amberger weit über den süd- und mitteldeutschen Raum hinaus bekannt. Durch zahlreiche Radio- und TV-Auftritte sowie Erfolge bei Wettbewerben eroberten die sympathischen Musiker in Anzug, Sonnenhut und aufgemaltem Bart neben ganz Deutschland auch die Schweiz und Österreich. Ihre Palette reicht von Salsa, Merengue, über Son und Danzón bis hin zu Rumba und ChaChaCha. Darunter finden sich Klassiker karibischer Musik wie „Oye como va“ oder „Bésame mucho“, aber auch eigene Kreationen. Nahezu alle Titel werden entweder mit außergewöhnlichen Einlagen gesanglichen Könnens oder verschiedenen Einflüssen wie bayerischen Gstanzln oder Flamenco garniert. In ihren ausgefallenen, witzigen und teilweise selbstironischen Texten spielen die Compañeros mit Erfahrungen aus dem Alltag – Frauen, Kneipenbesuche – oder sie loben die Kochkünste ihrer Mamas. Bei ihrem Kampf für die gerechte Sache Salsa bleiben die Guerilleros stets authentisch, vermitteln Spaß an der eigenen Sache und pure Lebensfreude. So verwandeln Los Dos y Compañeros jede Halle und jeden Platz in eine heiße Fiesta, bei der Mann und Frau einfach mitgehen muss. Zum Berliner Gauklerfest treten „Los Dos y Compañeros“ in folgender Besetzung auf: Don Michon Sonero, Timbales, Guiro, Don Macson Sonero, Maracas, José de la Vida, Piano, Akkordeon, Noberto Baja, El Maxcito, Sonero, Clave, Don Olivero, Sonero, Cencerro, Don Cerebro, Timbales, Rai Bernetto, Kongas, Andrés, Trompeta, Don Pedro Posauna, Don Carlos, Guitarra und El Capitán, Guitarra, Mandola.
Nichts als Theater
„Knäcke“Ganz anders, aber nicht minder amüsant ist die Begegnung mit „Knäcke“, einem Zeitgenossen, der im ständigen Kampf mit den Tücken des Alltags von einem Missgeschick zum nächsten stolpert. Doch er weiß sich in seiner Not zu helfen und erweckt das Nichts zum Leben. Missgeschicke werden zu Geschichten und vorübergehende Passanten zu Zuschauern und Mitspielern. Was für das Publikum wie Zufall aussieht, sind gezielt angelegte Aktionen aus Clownerie und Straßentheater. „Knäcke unterwegs“ beginnt mit einem Walk Act. Ausgerüstet mit Koffer und Schirm bewegt sich der markante Typ durch die Straßen der Stadt. Kleine Improvisationen und scheinbar zufällige Kontakte zu den Passanten begleiten seinen Weg. So erreicht er spielend den Platz, wo sein Programm in einer Straßenshow mündet. Gekonnte Improvisation, rasanter Slapstick sowie der Verzicht auf Sprache kennzeichnen den Stil dieses sympathischen Zeitgenossen.
Es gibt Besucher, die kommen extra wegen des Auftritts dieser Company zum Berliner Gauklerfest: das internationale Aktionstheater „Feuervogel“. 1993 fanden sich Tänzer, Akrobaten, Stelzenläufer und Musiker zusammen und kreierten ein völlig neues „Stelzenwesen“. Es springt und dreht Pirouetten und bewegt sich geschmeidig in traumhaften Kostümen über die illuminierte Kleinkunst-Bühne. Die Programme von „Feuervogel“ tauchen in phantastische Welten ein, lassen Märchen, Mythen und Symbole lebendig werden. Eine Welt voller Magie, Poesie, Rhythmus und Sinnlichkeit bringt das internationale Aktionstheater nach Berlin.
Ensemble KroftDas Ensemble Kroft – Ralf Reichard und Torsten Blunk – hat mit seiner Spielweise in den vergangenen Jahren Maßstäbe im Bereich der Animation und der Improvisation gesetzt. Die Spieler haben einen ausgeprägten Sinn für Komik, Spontaneität und Gefühl für die Situation. Das Duo präsentiert sich als Meister der Verwirrung. Zwei Charakter-Akrobaten: freundlich, zuvorkommend und immer aufopferungsvoll um das Wohl der Menschen besorgt. Die beiden zeigen Comedy und Slapstick der allerfeinsten Art. Basierend auf ihren langjährigen Spielerfahrungen haben sie verschiedene Straßenshows und Walk Acts entwickelt, so „Blue Baby Blue“, ein Drive Act, ein Versprechen für alle geburtenschwachen Jahrgänge, der schönste Nachwuchs seit dem Pillenknick zu sein. Das Ensemble Kroft brilliert auch als „Der private Sicherheitsdienst“ in charmanten grünen Zwangsjacken. Frisch entlassen aus der eigenen Sicherungsverwahrung geht der uniformierte Wahnsinn Händchen haltend auf Streife. Kein Polizistenpaar tanzt erotischer über die Straßenkreuzung. Nichts hat einen Zebrastreifen je mehr erschüttert als diese beiden. Das amüsanteste Einsatzkommando innerhalb geschlossener Ortschaften. Das Ensemble Kroft überzeugte das Publikum auf Open-Air-Festivals, dem Gauklerfestival Koblenz oder auf Varietébühnen (u. a. Neues Theater Frankfurt Hoechst, Traumtheater Salomé).
Mit Strubbelhaaren und Saxophon
Zu einer Show, der sich keiner wirklich entziehen kann, lädt Jaap Slagman ein: „Das lebende Bild“. Ein Gemälde enthüllt sich selbst. Ganz langsam. Neugierig blickt das Portrait um sich und fixiert die Zuschauer. Jaap Slagman überrascht den flanierenden Zuschauer, denn erst auf den zweiten Blick entschlüsselt sich das Geheimnis dieser Malerei. Der Betrachter wird zum Betrachteten. Wortlos straft Slagman achtlos vorbeieilende Passanten mit seinem Blick. Portraits dieser ganz besonderen Art haben auch Gefühle. Mit gespitzten Lippen zwinkert das Gesicht einer Frau in der ersten Reihe zu, pflückt eine Rose aus den Ranken an seinem Rahmen und bietet sie seiner Angebeteten an. Was wird sie tun – seine Avancen erwidern? Ihn verschmähen? Virtuos geleitet das Bild den Zuschauer in die Welt der nonverbalen Kommunikation und ist dabei nichts anderes als ein Spiegel der menschlichen Emotionen. Slagman spielt damit, subtil und doch ungeheuer ausdrucksstark.
Die MusikclowninnenEin echtes „Wunderexemplar“ ist Jochen, der Elefant, der gesprächig, interessiert, zurückhaltend, kinderlieb, einmalig, bestechlich, berühmt (bald), unabhängig, schwer zu steuern, verständnisvoll, privat sehr zurückgezogen, launisch, schwerhörig, charmant, willig, untersetzt, kräftig und wunderbar ist und Deutsch kann, außerdem lachen, fahren, zuhören, anhalten, lenken, überlegen, antworten, fragen, sagen, spielen, unterhalten, verstehen und bewegen. Vor sich hinsummend, freundlich die Leute grüßend, kommt er auf seinem Dreirad daher und hat sofort jede Menge Leute um sich geschart …
Drei altertümlich anmutende Figuren, eine bleich geschminkt mit Akkordeon, eine rotnasige mit Tuba und eine dritte mit Strubbelhaaren und Saxophon ziehen durch die Straßen und spielen ihre Lieder. Die Musikclowninnen be- und verzaubern das Publikum.
Ein kleiner älterer Herr im grauen Anzug sorgt in wohltuender Weise für Unruhe. „Harry Krause“, geführt vom Puppenspieler Peter Kirsch, plaudert mit jedem über Gott und die Welt und ist ständig auf der Suche … beispielsweise nach seiner Frau.
Viele Besucher genießen das quirlige Treiben des Berliner Gauklerfestes ganz entspannt auf der schönen Terrasse des Opernpalais. Das traditionsreiche Haus hat in diesem Jahr einen der bekanntesten Musiker und Entertainer Berlins verpflichtet: Craig Lees. Beim Sound, den der Vollblutmusiker mit seinem Klavier und Equipment erzeugt, mag man kaum glauben, dass es sich hierbei um einen Solo-Entertainer handelt. Sein Repertoire umfasst Songs aus den 50er Jahren bis zu heutigen Charts. Craig Lees ist am 3., 4. und 5. sowie am 9., 10., 11. und 12. August zu erleben.
Original und Originell
KunstmarktDer stimmungsvolle Kunstmarkt mit Rekordbeteiligung in diesem Jahr gilt als einer der schönsten Deutschlands. Weit über 60 Aussteller aus dem ganzen Land sind in Berlin dabei. Erstklassige Künstler und Kunsthandwerker stellen hier ihre Produkte aus, lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen und verkaufen ihre Produkte an Ort und Stelle. Für jeden Geschmack, für große und kleine Geldbeutel, für Jung und Alt ist etwas dabei. Ob chic oder praktisch, ausgefallen oder traditionell: Hüte, Keramiken, Malerei, Schmuckstücke, Spielzeug, Kleidung, Lederwaren und vieles mehr haben eines gemeinsam: Sie sind originell und original!
Dabei ist schon die Organisation des Kunsthandwerkermarktes originell, denn zwei Original-Kunsthandwerker akquirieren ihre Kollegen. Hans Matthei und Iwan Schroda fertigen in ihrer Schöneberger Werkstatt (Monumentenstraße 33/34, Aufgang A) Gürtel, Hosenträger und andere Lederaccessoires. Seit vielen Jahren verkaufen sie ihre Handwerksprodukte, auf die der Kunde „Garantie, solange wir leben“ erhält, auch auf Märkten zwischen Sylt und Bodensee. „Da kennt man einfach viele Kollegen“, erzählt Hans Matthei. Und viele kennen die beiden ambitionierten Kunsthandwerker, die sich auf ihr „Heimspiel“ in der Hauptstadt jedes Jahr aufs Neue freuen. „Für uns ist es der schönste Markt“, gesteht Hans Matthei. „Die Umgebung mit den vielen historischen Gebäuden, die Atmosphäre und die Besucher sind einmalig. Oft sitzen wir abends noch ein, zwei Stunden mit den Kollegen zusammen, reden über den Tag und haben viel Spaß.“ Übrigens freuen sich Hans Matthei und Iwan Schroda auch über Besuche in ihrer „Lederwerkstatt“ in der Monumentenstraße. „Wir sind die letzte Gürtelmanufaktur in Berlin“, sagt Matthei. Akribisch achten er und Iwan Schroda darauf, dass zwischen den einzelnen Handwerkszweigen ein ausgewogenes Verhältnis herrscht und viele alte Handwerkstechniken auch gezeigt werden.
Eines der ältesten Handwerke ist das Schmieden, auf dem Berliner Gauklerfest zum zweiten Mal feminin präsent. Die Schmiedin Latifa Sayadi, die nach ihrer Ausbildung auch internationale Erfahrungen sammelte, zeigt, wie Metall die Form verändert und Neues entsteht. Dazu gehört aparter Schmuck genauso wie Gartenmöbel, Kaminzubehör und Schalen. Geschirr für den Alltag, von Hand an der Töpferscheibe gedreht, entsteht bei Skarabäus, einer Töpferei, die im Hohen Fläming zu Hause ist. Typisch für die Keramik ist die leuchtend blaue Glasur, die „Königsblau“-Glasur, nach der die Töpferei auch benannt ist. Verwendet werden hierbei natürliche Gesteinsmehle und Mineralien sowie Holzasche, die extra hierfür aufwändig gewaschen und aufbereitet wird. Die Keramik hält Alltagsbelastungen stand, ist lebensmittelecht, spülmaschinenfest und mikrowellengeeignet. Die Töpferei ist eine Selbsthilfegemeinschaft für Suchtkranke, denen die Mannschaft um Thomas Rottenbücher hilft, zurück in ein Leben ohne Drogen, Alkohol und Medikamente zu finden. Der Töpfermeister kennt das Berliner Gauklerfest noch von seinen Anfängen am Los-Angeles-Platz. „Es macht einfach Spaß, denn es sind zehn schöne gemeinsame und bunte Tage“, freut er sich. „Auch das Theater- und Musikangebot ist einfach klasse.“
Zum ersten Mal kommen die Kunsthandwerker Christel Kling und Heinz Agatz zum Berliner Gauklerfest. Sie fertigen dreidimensionale Karten für Glückwünsche, Grüße und andere Aufmerksamkeiten. Die kleinen Kunstwerke werden ausschließlich aus Papier und mit Hilfe einer Schere gefertigt. Schwer vorstellbar? Macht nichts, denn die sympathischen Münsterländer zeigen auf dem Berliner Gauklerfest, wie das geht.
Leicht, beschwingt, märchenhaft und gefühlvoll ist das Geschehen am Stand von Christina Gaude. Da kann es durchaus passieren, dass man einen Frosch küsst oder eine Fee trifft. Die Bildende Künstlerin erzählt mit ihren Karten Geschichten, übermittelt Botschaften und zaubert selbst ein bisschen – nämlich ein Lächeln auf die Gesichter ihrer Besucher/innen am Stand. Dass da stets besonders viele Frösche sind, kann Christina Gaude rational nicht erklären. „Die kamen einfach zu mir“, meint sie. Und so mancher Frosch wandert dann in die Berliner Sommernacht. Wer weiß …
Exklusive Gastlichkeit
Fruchtiges, Kribbelndes und Hochprozentiges an zehn wilden Berliner TagenBerlins beste Köche laden zu erlesenen Gerichten ein und decken die Tische für ihre Gäste. Den Feinschmeckern werden Köstlichkeiten der internationalen und regionalen Küche angeboten sowie lukullische Vorspeisen, Deftiges vom Grill oder süße Verführungen. Das Getränkeangebot reicht von ausgesuchten Weinen über frisch gezapfte Biere bis hin zu verlockenden Cocktails.
Jung und fröhlich. Lebendig und übermütig. Beschwingt und unverwechselbar. So ist Berlin. Und so ist auch Berliner Pilsner, die Hauptstadtmarke, seit Jahren wichtigster Partner des Berliner Gauklerfestes.
Wenn Berlins Köche sich über die Schulter sehen lassen, darf auch ein frisch gezapftes Berliner Pilsner nicht fehlen. Die feinherb-spritzige Marke zeigt nicht nur bei gesellschaftlichen Anlässen wie dem Bundespresseball oder der Berlinale Präsenz, auch nationale und internationale Sportveranstaltungen sind im Terminkalender der Hauptstadtmarke notiert. Die Premium-Marke „Made in Berlin“ sorgt zehn Tage lang zwischen Staatsoper und Prinzessinnengarten, Kronprinzenpalais und Friedrichwerdersche Kirche für spritzige Erfrischungen.
Die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei schenkt auch das typischste aller Berliner Getränke aus: Die Berliner Weisse. Schon Napoleons Soldaten bekannten sich zu dieser einzigartigen Berliner Bierspezialität und adelten sie als „Champagner des Nordens“. Die Vergärung mit Milchsäurekulturen zusätzlich zu obergärigen Hefen verleiht ihr eine zarte Säure und ein herrliches Moussieren, das sie dem Edlen aus Frankreich so nahe kommen lässt. Berliner Weisse wird nach traditioneller Art mit einem Schuss Himbeer- oder Waldmeistersirup getrunken. Der relativ niedrige Alkoholgehalt von 2,7 Prozent macht sie zu einem guten Durstlöscher und idealen Sommergetränk.
Längst eine Berliner Gauklerfest-Institution ist Vollblut-Barkeeper Andreas Lanninger von „Le Bar“ im MARITIM Hotel Berlin, der in diesem Jahr mit Event & Show international productions zusammenarbeitet. Firmenchef Jörg Krüseke ist ein bekennender Anhänger des Festes, „ein Highlight der Berliner Gastronomie und Hotellerie“, schwärmt er. „Natürlich werde ich an jedem der zehn Tage hier sein, mit Kollegen, Freunden und Kunden.“ Hoch in der Gunst der Gäste steht der Gauklerfest-Cocktail, den Andreas Lanninger alljährlich neu kreiert. Seit 1993 mixt „Lanni“ auf Berlins schönstem Sommerfest. Der Stand – traditionell im Torbogen – wird in diesem Jahr erweitert, eine exklusive Champagner-Lounge lädt zu prickelnden Getränken und gemütlich-fröhlichen Runden ein. Schon jetzt haben Berliner Promis ihr Kommen angesagt.
Täglich ab 22 Uhr steigert sich rund um den Torbogen die Stimmung, denn dann schneit es zu jeder vollen Stunde kräftig. Die Schneemaschine macht’s möglich. Dazu legt der DJ schon mal den „Schneewalzer“ auf und die munteren Gäste tanzen im 3/4-Takt oder singen „Last Christmas“ in den Berliner Augusthimmel. Partystimmung pur. Und wer auch nach den zehn wilden Berliner Gauklerfest-Tagen nicht von den „Lanni“-Cocktails lassen möchte, ist in der stilvollen Umgebung von „Le Bar“ in der Stauffenbergstraße herzlich willkommen. Fruchtiges, Kribbelndes und Hochprozentiges wird zu Live-Musik serviert, „Le Bar“ ist Ausgangs- oder Endpunkt vieler aufregender Berliner Nächte.
Tapas oder Germknödel?

Mit dabei ist auch in diesem Jahr das Team um Barmanger Uwe Hensel aus dem „SPAGOS Bar & Lounge“ im Hotel Park Inn Berlin-Alexanderplatz. Die Crew präsentiert sich mit erstklassigen Cocktails, einem gemütlichen Ambiente, verschiedenen Snacks, dem besonderen „Tinker Bell“ und viel guter Stimmung. Schließlich ist das SPAG OS Bar & Lounge am Alexanderplatz wie ein Cocktail: prickelnd, frisch, überraschend und verführerisch.
Die spektakulärste Hotel-Neueröffnung des letzten Jahres in der Hauptstadt war ganz sicher die des Hotel de Rome von Sir Rocco Forte in der Behrenstraße am Bebelplatz. Innenarchitekt Tommaso Ziffer schuf ein Gesamtkunstwerk. Den positiven Eindruck bestätigt auch die „Bebel Bar“, die bereits nach knapp einem Jahr zu den angesagtesten der Hauptstadt gehört. Ausstattung, Flair und Kreationen der Bar gehören zum Besten, das die Hauptstadt zu bieten hat. Die Bar feiert in diesem Jahr Berliner Gauklerfest-Premiere.
Fotos: Peter Meissner, Sabeth StickforthAuch das im Oktober vergangenen Jahres eröffnete MELIÃ BERLIN präsentiert sich erstmals auf dem Berliner Gauklerfest. Das Vier-Sterne-Superior-Hotel in der Friedrichstraße lädt ein, mit Tapas, mediterranen kulinarischen Köstlichkeiten und leckeren Drinks Spanien zu erleben. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann in der Tapas-Bar „Meliá Tapas“ des Hotels mit 130 Plätzen und einer Terrasse mit Blick auf die Spree sowie im Restaurant „Café Madrid“ spanische Momente mitten in der Berliner City genießen. Von Spanien nach Österreich sind es auf dem Berliner Gauklerfest nur ein paar Meter, von Tapas zu Kaiserschmarrn, vom Gran Reserva zum Heurigen ein paar Schritte. RUPA steht für österreichische Spezialitäten und das Team um Herta und Rudolf Painsi serviert den Gästen die Leibgerichte aus dem Nachbarland. Das reicht von rotem und weißem Heurigen aus der Gegend um Wien über kräftigen Obstler und den traditionellen Marillenschnaps bis hin zu Germknödeln, Tiroler Würsten und Schinken. Auch Sachertorte und Wiener Kaffee laden zu einem Kurzaufenthalt in Österreich ein.
Hinter den Kulissen
Für das Team der Wohlthat Entertainment GmbH beginnt das Berliner Gauklerfest schon im Winter: Genehmigungen müssen beantragt, Künstler, Gastronomen und Partner gebucht werden. Seit vielen Jahren sind die Eventprofis kreative und verlässliche Partner des Berliner Gauklerfestes. In diesem Jahr hatte die Wohlthat-Mannschaft einen Grund zum Feiern: Zum 10-jährigen Firmenjubiläum im April gratulierten Partner, Freunde und Mitstreiter. „Wir organisieren jährlich deutschlandweit über 40 Veranstaltungen“, berichtet Firmenchef Rainer Wohlthat. „Dabei gehört das Berliner Gauklerfest zu den ganz besonders schönen.“ Er muss es wissen, schließlich sind Wohlthat-Events so faszinierende Ereignisse wie die Potsdamer Schlössernacht, die jährliche Silvesterfeier am Brandenburger Tor oder das Baumblütenfest in Werder.
Schade eigentlich, dass die Wohlthat-Mannschaft nicht auch für die Organisation von schönem Wetter zuständig ist. Dann wäre Verlass darauf, dass Berlin zehn Tage im August bestes Veranstaltungswetter hätte: nicht zu heiß, nicht zu kalt, kein Regen zwischen Mittagssonne und Mitternacht. Das wäre perfekt. Aber zu perfekt ist langweilig. Und das ist das Berliner Gauklerfest garantiert nie! bm
Berliner Gauklerfest

3. – 12. August 2007
Unter den Linden
Öffnungszeiten:
werktags ab 16 Uhr, am Wochenende ab 13 Uhr
- Archivbeiträge der Ausgabe 4/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2007





















