Design vom feinsten
- Mitte Juni wurden die Gewinner auf der Preisverleihung im ehemaligen Flughafen Tempelhof, wo das Festival dieses Jahr zum ersten Mal stattfand, bekanntgegeben. Mit insgesamt 11 000 Quadratmetern bespielte DMY 2010 eine fast doppelte Ausstellungsfläche im Vergleich zu den vergangenen Jahren. „Wir sind aus der Arena Treptow rausgewachsen“, so DMY-Geschäftsführer Joerg Suermann.
- von Gerald Backhaus
Archiv der Ausgabe 2 | 23. Jahrgang | Sommer 2010

Preisträger „For use/numen“, Foto: Luminaten
Von den ausstellenden Designern wurden drei prämiert, darunter die Tape-Installation der österreichisch-kroatischen Designer „For use/numen“. Jury- Mitglied Jerszy Seymour aus Kanada lobte den experimentellen Mut des Teams, das mit kilometerlangen, transparenten Klebebändern eine filigrane Installation schuf, die die Festivalbesucher in Benutzung nahmen. Ebenfalls ausgezeichnet wurde eine Ausstellung des Schweizer Forschungsinstituts „EPFL + ECAL Lab“, die digitale Applikationen mit analogen Materialien verknüpfte. Ein weiterer Preis ging an die niederländischen Designer Daphna Isaacs und Laurens Manders für ihre Lampen, die den klassischen Tafelaufsatz zeitgenössisch übersetzten.

Preisträger Daphna Isaacs und Laurens Manders, Foto: Milos Djuric
Berlin als Design-Metropole – insgesamt zeigten etwa 250 Aussteller und rund 500 Designer ihre Arbeiten. Neben den Kreationen der experimentellen Nachwuchs-Designer („Youngsters“) präsentierten unter dem Titel „Allstars“ erneut etablierte Profis ihre Entwürfe. Designinstitutionen wie das argentinische Centro Metropolitano de Diseño gaben ebenso Einblicke in ihre jüngsten Projekte wie 17 führende internationale Hochschulen. „Langfristig wollen wir ein Hybrid zwischen Festival und Messe werden“, so DMY-Chef Suermann. Nach den Niederlanden 2009 gab es in diesem Jahr zum zweiten Mal einen Länder- Schwerpunkt, die Schweiz. Gezeigt wurden u. a. die prämierten Arbeiten des Design Preis Schweiz und des Eidgenössischen Designpreises Schweiz.
Im diesjährigen Rahmenprogramm spiegelten sich zwei aktuelle Trends: „Are Nerd the Designers?“ lautete der Titel eines Symposions zur zunehmenden Digitalisierung und Virtualisierung der Design-Branche. Daneben beobachtete man die ganz entgegengesetzte Entwicklung zum Handgemachten. Im „Maker Lab“ konnte man als Laie in Workshops selbst zum Designer werden. Ergänzt wurde das Festival in den Tempelhofer Hangars durch 40 Satellitenausstellungen in der ganzen Stadt. Diese wurde mal eben keck in „City of Design“ umgetauft, ein Titel, den Berlin 2005 ganz offiziell von der UNESCO erhielt. Durch diese Ausstellungen an den verschiedensten Orten kamen auch Berliner Designer zum Zuge, um sich zu präsentieren.
www.dmy-berlin.com
Archiv:
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