Das ewige neue Spiel mit der Lust
Archiv der Ausgabe 4 | 19. Jahrgang | Winter 2006
- „Belle et Fou“ – schön, verrückt, frisch und überraschend
Da steht er: Mit einem großen Koffer und noch größerer Hoffnung. Auf die große Liebe oder das schnelle Abenteuer. Tausende kommen mit einer solchen Erwartung in die Metropole und erleben die prickelnde, sinnliche, laszive Großstadt mit allen Sinnen. „Belle et Fou – Das Spiel mit der Lust“ hat eine neue Story bekommen.

Fotos: Jirka Jansch
Seit Ende September überrascht Berlins erotisches Theater am Marlene-Dietrich-Platz mit einer Show, die frische Akzente setzt und neue Stars hat. „Suchen und Finden, Nähe und Verführung sind ein Feld der ständigen Entdeckung. Das ist immer wieder neu, anders und überraschend“, erklärt Hans-Peter Wodarz, Produzent und Gastronom von „Belle et Fou – Das Spiel mit der Lust“.
Die Show beginnt mit zwei Liebeserklärungen: An das prickelnde, auf- und anregende Berlin und an Marlene Dietrich, die Ikone der Erotik. Ihr Augenaufschlag hat noch heute jene Ausstrahlung, die direkt die Sinnesantennen trifft. Viel kopiert, unerreicht. Die Filmsequenzen nehmen die Zuschauer mit auf Entdeckungstour, wunderbar weitergeführt durch einen Clown. Er trifft auf die pralle Welt der Sinneslust von prickelnder Regung bis zur intimen Nähe. Der Künstler Mikhail Usov ist umwerfend komisch, berührt und weckt eine Seite, die „Belle et Fou – Das Spiel mit der Lust“ bisher nicht hatte. „Ja, er bringt sehr amüsante Töne in die Show. Lachen, Ausgelassenheit und Vergnügen sind wunderbare Seiten der Erotik“, so Regisseur Arthur Castro. Amüsant ist das musikalische Spielen mit den Tennisbällen, umwerfend doppeldeutig der tanzende Unterleib und berührend der lebende Stuhl, der Nähe sucht. Wenn er mit dem Frauentorso über die Bühne schleicht, hüpft, geht, hat das eine wunderbare Melange aus Melancholie und Heiterkeit. Dieser Mikhail Usov ist ein Gewinn für die Show, seine Erlebnisse sind die Klammer, die die Szenen in „Belle et Fou – Das Spiel mit der Lust“ zusammenhalten.
Von Las Vegas nach Berlin

Ein Höhepunkt der neuen Show sind Patrick King und Johan Silverhult. Ein Bilderbuchpaar. Ihre perfekt gebauten, muskulösen und nahezu nackten Körper erregen sofort Aufmerksamkeit. Johan, der blonde Schwede, steht dem heißblütigen, dunkelhäutigen Patrick gegenüber. Sie tanzen die Geschichte ihrer Beziehung: umkreisen sich vorsichtig auf Zehenspitzen, beäugen sich argwöhnisch wie Ringer, bereit, zuzupacken. Dann umschlingt sich das Paar, stößt sich weg, umarmt sich, kuschelt und reißt sich wieder auseinander – fünf Minuten vor einem wie gefesselt zuschauenden Publikum. Und dann
jener Kuss. Ein heftiger, lustvoller, lang andauernder Kuss, der mitteilsame Höhepunkt und die Vereinigung all der verschiedenen Gefühle, die in den Bewegungen zuvor Ausdruck fanden.
Patrick King ist Tänzer und Choreograf. Er traf seinen Partner, den schwedischen Tänzer Johan Siverhult, in Stockholm. Dass die beiden auch im wahren Leben seit vielen Jahren ein Paar sind, erhöht noch den Reiz. 1997 gaben sie sich in Schweden das Ja-Wort. „Wir wollen dies hier nicht als Schwulen-Tanz gesehen wissen“, betont Patrick und Johan fügt hinzu: „Für uns ist dies Partnerschaft“. Patrick King und Johan Silverhult haben eine klassische Tanzausbildung, traten unter anderem in New York, Rom, St. Tropez und im erotischen Las Vegas-Spektakel „Zumanity“ des Cirque du Soleil auf. Der kraftvolle, perfekte Tanz der zwei ungeheuer schönen Männer beschert „Belle et Fou – Das Spiel mit der Lust“ eine neue Seite: die stürmische Leidenschaft zwischen provozierender Trennung und wühlender Sehnsucht. Das ist nicht sanft. Das ist pure Begierde.
Tanz, Akrobatik, Show und Nachtclub

Im Mai 2006 feierte „Belle et Fou – Das Spiel mit der Lust“ im ersten Stock der Spielbank Berlin am Marlene-Dietrich-Platz 1 Premiere. Die Kombination aus Tanz, Akrobatik, Show und Nachtclub auf höchstem Niveau macht die erotische Show so einzigartig. „Belle et Fou“ spielt tänzerisch, artistisch und musikalisch mit Lust und Erotik, vereint das intime Ambiente eines Nachtclubs mit der Faszination eines Showtheaters.
Während Harfenmusik auf den Abend einstimmt, genießt das Publikum sein „kulinarisches Vorspiel“: feinsten Lachstatar, Entenbrust und Balik-Lachs, kreiert von Hans-Peter Wodarz und Küchenchef Ralf Marhencke. Wer dazu Kaviar genießen will, bestellt bei den Kaviar-Girls eine der zahlreichen delikaten Sorten von Caviar House & Prunier Paris.
Tänzerinnen und Tänzer – sie stammen aus Italien, USA, Polen, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz – wurden bei internationalen Castings speziell für diese Berliner Show ausgewählt. Viel Sexappeal setzt die Nummer „That Night“ frei – die sensibel getanzte Geschichte eines Paares. Dynamisch geht es bei der „Shopping“-Szene zu – die Tänzer und Tänzerinnen stellen einen ausgelassenen Kaufrausch, das sinnliche An- und Ausziehen beim Einkaufsbummel dar. Bei dieser Szene dient das Bühnenbild mit Jalousien als Kulisse für raffinierte Ein- und Durchblicke… In „Casino“ kommt die komplexe Drehbühnentechnik zum Einsatz und schafft umwerfende Effekte – die Casino-Gesellschaft
ist tänzerisch permanent in Bewegung, wirbelt voller Energie und Temperament nahezu dämonisch über die Bühne. Alle Szenen werden durch Farbeffekte, Bilder und Filmsequenzen auf einer riesigen Video-Wand untermalt und verbunden. In der Nummer „Sirenen“ verwirren und bestricken die Tänzerinnen einen Mann, zeigen dabei ihre Tanzkunst (und viel Haut) und setzen sinnlichste Phantasien frei.
Und ewig lockt die Überraschung
Patrick King und Johan SilverhultDie Musik wurde eigens für die Show am Marlene-Dietrich-Platz komponiert. Jazzanova-Klänge sind eine Mischung aus Soul-Jazz, brasilianischen Beats, Hiphop und zeitgenössischem Clubjazz. Die Künstlerinnen und Künstler sind für diese Produktion aus der ganzen Welt zusammengekommen. Höhepunkte und absolute Weltklasse sind die artistischen Nummern, so etwa die der Künstler Yana Semilet und Richard Jecsmen mit ihrer expressiven Partner-Akrobatik und der perfekten Interaktion von zwei Körpern – eine ebenso sensitive wie magische Kombination aus Kraft und Zartheit, die aus äußerster Konzentration und Körperkontrolle entsteht. Ein Höhepunkt ist auch der muskulöse Andrej Kolotenko aus der Ukraine mit seinem Solo-Act, bei dem das Publikum sprachlos und andächtig jede Zehntelsekunde seiner Hochleistungsartistik verfolgt und bewundert. Mit geballter Kraft und dabei viel maskuliner Anmut spielt er fast tänzerisch mit seiner Stärke und Beweglichkeit.
Anders als bei herkömmlichen Theaterinszenierungen hat „Belle et Fou – Das Spiel mit der Lust“ ein offenes Konzept. „Wir lernen jeden Tag dazu“, sagt Arthur Castro. Hans-Peter Wodarz lächelt verschmitzt und lässt durchblicken, dass es bald eine weitere Überraschung in der Show geben wird. Mehr als ein paar Andeutungen, die da „Stars und Conferencier“ lauten, sind ihm nicht zu entlocken. Na gut, Neugier ist schließlich ein ganz wichtiger Impuls für Erotik. Belle et Fou-Theater „Das Spiel mit der Lust“
Belle et Fou-Theater „Das Spiel mit der Lust“
Marlene-Dietrich-Platz 1, 10785 Berlin
Tel. 030 / 25 59 95 50, Fax 030 / 25 59 95 89
info@belle-et-fou.de, http://www.belle-et-fou.de/
Showzeiten:
Täglich 19 Uhr und 22.30 Uhr
(ab Oktober 2006) Dienstag Ruhetag
„Kulinarisches Vorspiel“, Täglich um 18.30 / 22 Uhr
Eintritt:
69 Euro inkl. kulinarischem „Vorspiel“ (exkl. Getränke)
Freitag/Sonnabend:
79 Euro inkl. kulinarischem „Vorspiel“ (exkl. Getränke)
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006





















