Gentlemen, start your engines
- von Johannes Hübner
Was haben Fangio, Nuvolari, Graf Trips, Hans Herrmann, Stirling Moss und die Bentley Boys gemeinsam? Klar, sie sind Rennfahrer, aber noch viel mehr: Sie waren und sind klassische Herrenfahrer! Wir erklären Ihnen, ob’s sowas heute überhaupt noch gibt und ob Seppel Vettel und Schumi passende Kandidaten wären.
Was eigentlich ist ein Herrenfahrer? Jedenfalls nicht der Chauffeur irgendwelcher Herrschaften, sondern einer, der sich sein Fahren aus Passion auch leisten kann und seine Leidenschaft erfolgreich auch dann verfolgt, wenn Widerstände auftauchen. So einer war John Woolf-Barnato, ein reicher Unternehmer in England, der sich zusammen mit Freunden wie dem Zucker-Magnaten Lyle der Marke Bentley verschrieben hatte. Schnell kannte man die Corona der Bentley-Fahrer nur unter der Bezeichnung „Bentley-Boys“, nachdem sie erfolgreich die 24-Stunden- Rennen von Le Mans ab 1924 bestritten hatten. Als Bentley trotz aller Sporterfolge in wirtschaftliche Schieflage geriet, kauften die Bentley-Boys kurzerhand das klamme Unternehmen – „the elder the boys, the bigger the toys“ – und fuhren munter weiter um Platz und Sieg.
Sie waren dabei für eine Menge toller Storys gut, denn zu dieser Zeit war auch das Rennen zwischen den Verkehrsmitteln keineswegs entschieden: Woolf-Barnato etwa ließ sich einen gewaltigen 8-Liter-Bentley mit Stromlinien-Karosserie bauen, mit dem er gegen den berühmten Schnellzug „Train bleu“ um die Wette von Paris nach Nizza fuhr und gewann. Sein Bentley (weiterlesen…)






















