„Na, wie geht’s?“ – „Ach, es muss!“, diesen Dialog hört man oft. „Ich kann einfach nicht mehr“, hört man immer öfter. Noch jemand ohne Burnout? Die Presse überschlägt sich, ZEIT und Focus bringen die Krankheit gleich parallel als Titelthema. Trotzdem oder gerade wegen des Medienhypes, der neben Aufklärung auch für Verwirrung sorgt, verwechseln viele ihren eigenen Zustand mit einem Burnout. Wer früher einfach mal wieder schlafen musste, steht heute kurz vorm Ausbrennen. Übertrieben gesagt: Gab es einen Kollegen, der einen Burnout hatte, gibt es heute in der Firma nur noch einen, der kein Burnout hat.

Foto: Gerd Altmann / pixelio.de
Konkret handelt es sich beim Burnout-Syndrom um einen Zustand der totalen Erschöpfung, und das ist eine ernsthafte Krankheit. Psychische und mentale Erschöpfung wollen nicht mehr weichen, stattdessen macht sich chronische Motivationslosigkeit breit – ein Prozess, der bis zu Selbstmordgedanken gehen kann. Erste Anzeichen des Ausbrennens können Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und eingeschränkte Leistungsfähigkeit sein. Dabei bleibt es nicht, die Situation verschärft sich. Das Gefühl, dass die eigenen Anstrengungen nicht genug anerkannt werden, lässt verzweifeln. Soziale Kontakte und Hobbys werden vernachlässigt, oftmals wird Alkohol zur Bewältigung eingesetzt. Manche „belohnen“ sich durch Shopping-Touren. Das sind Strategien, um dem Gefühl der inneren Leere entgegen zu wirken. Kommen private Kränkungen oder Mobbing am Arbeitsplatz hinzu, kann sich der Prozess beschleunigen.
Vom Managerleiden zur Volkskrankheit
Früher klagten vorwiegend Manager darüber, weshalb das Leiden auch „Managerkrankheit“ genannt wurde. Heute hat das Phänomen weite Kreise der Bevölkerung erreicht. Besonders betroffene (weiterlesen…)
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Archiv der Ausgabe 3 | 27. Jahrgang | Herbst 2010
- Gerade im Herbst und im Winter wirken die zahlreichen Wellness-Angebote in der Region wie eine kleine Auszeit zum Kräfte Tanken.
- von Katja Stein
Wenn der Herbst seine stürmischen und kalten Winde, seinen Nebel und seine grauen Tage ins Land schickt, stellt sich unweigerlich eine besondere Sehnsucht ein. Man wünscht sich Wärme, Gemütlichkeit, wohltuende Streicheleinheiten, Entspannung oder zumindest eine Auszeit vom ein wenig aufs Gemüt schlagenden Wetter.

Foto: Barbara Eckholdt / Pixelio
Viele schwören dann auf Fernsehen, Kino, Theater, Museum, Café oder einen ganzen Sonntag im Bett. Doch den größten Effekt versprechen immer noch die vielen Angebote unter einem oft als Schlagwort gebrauchten Begriff: Wellness. Oft wird damit ein Abstecher in ein Thermalbad oder in ein anspruchsvolles Hotel verbunden, an denen gerade in Berlin, Brandenburg oder in den angrenzenden Bundesländern kein Mangel herrscht. Doch selbst ein Ausflug in eine innerstädtische Parkanlage, in einen Wald oder an einen See in der Umgebung wirkt nicht selten Wunder und lässt die Glückshormone manchmal nur so sprießen.
Wer nach seinem persönlichen Wellnessprogramm Ausschau hält, könnte sich von der Menge der unter diesem Namen vertriebenen Pflegeprodukte, Massagenoder Saunaangebote leicht erschlagen fühlen. Dabei ist die Begriffserklärung schon nicht ganz einfach. In der Literatur und im Alltag wird „Wellness“ meist als Kunstwort bezeichnet, das sich aus „well-being“ und „fit-ness“ zusammensetzen würde. Doch der deutsche Wellnessgipfel Ende August in Düsseldorf räumte mit diesem weit verbreiteten Irrtum auf. Schon vor mehr als 100 Jahren tauchte „Wellness“ demnach im Sprachgebrauch in den USA auf. Damit war aber nicht wie heute ein Freizeitkonzept gemeint, sondern „ein erfolgreiches Instrument zur Dämpfung von Krankheitskosten durch öffentliche und private (weiterlesen…)
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