BÜRGERMEISTER EINER KLEINEN STADT
Archiv der Ausgabe 2 | 20. Jahrgang | Sommer 2007
- Bernhard Dohne, stellvertretender Regionaldirektor und Direktor des MARITIM Hotel Berlin
Er ist ein ausdauernder Typ: Bernhard Dohne nahm im Jahr 2000 am New York Marathon teil. Zwei Jahre später bewältigte er die 42 195 Meter in Berlin und 2005 in Bremen. In der Hansestadt war der gelernte Hotelkaufmann von 1997 bis 2006 Direktor des Hotel MARITIM. Seit Sommer des vergangenen Jahres beweist er als Chef des Berliner MARITIM Hotel in der Stauffenbergstraße Kondition, Überblick und Leistung.
Zimmer mit Aussicht: Bernhard Dohne in der PräsidentensuiteDas Vier-Sterne-Plus-Hotel zwischen Kulturforum, Botschaftsviertel und Tiergarten glänzt im eleganten Stil der 1920er Jahre. Gleich mehrere Superlative vereint das Haus in sich: Es bietet Veranstaltungskapazitäten für 5 500 Personen und die größte Präsidentensuite der Stadt. Wir trafen Bernhard Dohne in der behaglichen „Le Bar“ des MARITIM zum Interview.
Vor rund zwei Jahren eröffnete das MARITIM Hotel in der Stauffenbergstraße eher still, d. h. ohne große Party, Promi-Auflauf und Protokoll. Sich neu am Markt zu etablieren, ist in allen Branchen schwierig. Wie hat Ihr Haus das geschafft?
Schnell und gut. Das hat mehrere Ursachen. Zum einen ist es die Lage im Herzen der Stadt. Zu Fuß erreicht der Gast das Regierungsviertel und viele Sehenswürdigkeiten. Zugleich haben wir den Tiergarten quasi als Hauspark vor der Tür. Trotz der zentralen und verkehrsgünstigen Lage ist es hier rund um die Stauffenbergstraße sehr ruhig.
Mit dem großen, flexibel konzipierten Veranstaltungsbereich decken wir den Bedarf nach hochwertigen Orten für Galas, Kongresse, Tagungen und Ausstellungen mit dem entsprechenden Service mitten in der Hauptstadt. Viele Veranstalter – vom ADAC-Ball über den Sportpresseball bis hin zu Fachkongressen und Firmenpräsentationen – nutzen diese Eventdimensionen.
Das MARITIM Hotel hat offiziell vier Sterne, bietet aber den Service eines 5-Sterne-Hauses. Was steckt hinter diesem Konzept?
Nein, nicht ganz den fünfsternigen Service, aber vier Sterne Plus. Das ist die Philosophie der MARITIM Gruppe und wir haben uns damit gut am Markt positioniert.
Wo positioniert sich das MARITIM, schließlich hat Berlin die meisten Spitzenhotels Deutschlands?
Vielleicht kann das ein Außenstehender leichter beantworten. Ich denke, jedes Hotel hat seine Individualität und Gäste, die es gerade deswegen lieben. Das MARITIM spielt inzwischen eine große Rolle in diesem Segment, was Anfragen und Gästebeurteilungen belegen.
Ihr Haus hat viele große und bedeutsame Kongresse, Tagungen und Veranstaltungen. Hand aufs Herz: Gab es Situationen, wo Ihre Mannschaft an ihre Grenzen geriet?
Glücklicherweise noch nie. Toi, toi, toi. Das hat natürlich Gründe. Bei uns kommen die vielfältigen und umfangreichen Erfahrungen und ein verlässliches Team, das in entscheidenden Situationen über sich hinauswachsen kann, zusammen.
Entscheidend für den Erfolg jeder Veranstaltung ist eine gute weitsichtige Planung. Wenn es personell eng wird, haben wir 37 Partnerhotels in Deutschland an unserer Seite, deren Mitarbeiter sich nahtlos in unsere Abläufe integrieren.
Wenn Sie es sich wünschen dürften: Welche Veranstaltung hätten Sie gern im MARITIM?
Wir würden uns freuen, Gastgeber für die Verleihung eines Film- oder Fernsehpreises zu sein. Das ist reizvoll und spannend zugleich.
Wie sieht Ihr ganz normaler Arbeitstag aus?
Fotos: derdehmel.de; Maritim HotelsIch bin spätestens 8.30 Uhr im Hotel und beginne den Arbeitstag stets mit einem Rundgang durchs Haus, sondiere anschließend die Nachrichten, die im Büro auf mich warten. Schwerpunkte meiner Arbeit sind Personalentscheidungen, die beständig gute Akquise von Veranstaltungen und natürlich die Betreuung der Gäste. Das hört sich sehr übersichtlich an, verlangt aber oft Entscheidungen im Minutentakt. So ein großes Hotel ist wie eine kleine Stadt, und ich bin der „Bürgermeister“. Viele Interessen unterschiedlichster Couleurs treffen wie auf einem großen Marktplatz aufeinander und verlangen Tag für Tag so koordiniert zu werden, dass alles reibungslos funktioniert.
Was sind für Sie die „schönsten Ecken “ des Ho tels? Sozusagen Insider-Tipps aus erster Hand.
Unser Haus hat mit 350 Quadratmetern nicht nur die größte Präsidentensuite der Hauptstadt, sondern auch eine der attraktivsten. Der Blick in alle Himmelsrichtungen ist wirklich atemberaubend schön. Ein amerikanischer Gast lobte die Suite als die schönste der Welt – da hab ich ihm nicht widersprochen.
Dieses große Hotel hat aber auch viele lauschige Ecken, so z. B. die V.I.P.-Lounge, die wirklich eine Oase der Ruhe ist. Und nicht zuletzt ist die Bar des MARITIM mit ihrer tollen Mannschaft eine stadtbekannte Institution mit einem famosen Standing.
Worauf achten Sie besonders, wenn Sie in ein Hotel kommen?
Da bin ich ein Gast wie jeder andere auch, das heißt, ich kümmere mich um meine Familie bzw. bei dienstlichen Aufenthalten um meine Business-Aufgaben. Natürlich achte ich auf das Serviceverhalten des Personals, aber das tut bekanntlich jeder Gast.
Sie sind seit gut einem Jahr in Berlin. Was waren Ihre ersten Eindrücke und wie sehen Sie die Hauptstadt heute?
Die Entscheidung für Berlin fiel mir nicht schwer. Als ich dann hier antrat, hatte ich das Gefühl: Diese Stadt frisst mich auf. Alle Entfernungen waren scheinbar riesig, der Takt zu schnell, mein Zeitmanagement geriet aus den Fugen. Das waren Startschwierigkeiten. Nachdem ich die überwunden hatte,
wurde mir Berlin zunehmend sympathischer. Nun bin ich dabei, mich in die Stadt zu verlieben und weiß genau, dass das keine flüchtige Beziehung ist.
Nicht selten sind Hoteldirektoren moderne Globetrotter. Sind Sie sesshaft oder in Wanderlaune? Wenn ja, welcher Ort auf dieser Welt würde Sie reizen?
Mein berufliches Zuhause ist die MARITIM-Gruppe. In Wanderlaune bin ich nicht, aber Neuseeland fasziniert mich: das Land, die Natur, die Vielfalt. Vielleicht ist’s der Zauber von „Herr der Ringe“, der Spuren hinterlassen hat.
Wenn Sie einen jener raren freien Tage haben, wie verbringen Sie diesen am liebsten?
Mit meiner Familie, die in diesem Sommer von Bremen nach Berlin ziehen wird. Vier- bis fünfmal wöchentlich laufe ich, allerdings nicht die langen Strecken, sondern 30-45 Minuten. Das ist ein wirksamer Ausgleich, tut der Belastbarkeit und dem Kopf gut. bm
Auf einen Blick – MARITIM Hotel Berlin
- 505 Zimmer und Suiten
- 5 behindertengerechte Zimmer sowie 9 Zimmer für Allergiker
- 21 Konferenz- und Seminarräume, in unterschiedlichen Größen kombinierbar sowie 41 Konferenz-Suiten für 8 bis 24 Personen
- Saal MARITIM mit Empore, Bühne und Foyer für bis zu 3.200 Personen
- Grand Hall für Ausstellungen und Empfänge für bis zu 2.400 Personen
- Zwei Business-Center
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 4/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2007





















