ADRENALIN-KICK INKLUSIVE!
Archiv der Ausgabe 2 | 20. Jahrgang | Sommer 2007
- Jürgen Gangl, General Manager des Park Inn Berlin-Alexanderplatz, sorgt für Bewegung
Mit seinen 146,50 Metern Höhe bestimmt das Hotel Park Inn Berlin-Alexanderplatz die Skyline der Berliner Mitte. Es ist nach dem Fernsehturm das zweithöchste Gebäude der Stadt. Doch auch mit dem, was im und am Hotel passiert, macht das Haus von sich reden: Es gehört zu den größten und umsatzstärksten des Landes, hat die höchste Terrasse der Stadt und veranstaltet höchst ungewöhnliche sportliche Herausforderungen. Nach dem Treppenlauf gibt’s nun zehnmal in diesem Jahr House Running.
Fotos: Oliver Wia; Hotel Park Inn Berlin-AlexanderplatzWir sprachen mit dem General Manager des Hotel Park Inn Berlin-Alexanderplatz, Jürgen Gangl, der nach Stationen bei Kempinski, Arabella Sheraton, Astron und NH-Hotels seit Oktober 2005 das Hotel leitet.
Hand aufs Herz: Sind Sie die 770 Stufen bis zur Aussichtsplattform schon mal gelaufen?
Ja. Aber ehrlich gesagt hinunter, nicht hinauf. Aber schon da hatte ich Muskelkater. Hut ab vor den Sportlern, die das beim jährlichen Treppenlauf am Pfingstmontag in Minuten schaffen. Der Sieger, Thomas Dold, lief in diesem Jahr 3:17:47!
Würden Sie es bis auf die Terrasse zu Fuß schaffen, wenn der Fahrstuhl ausfällt?
Ich denke schon, aber fragen Sie nicht nach der Zeit.
Wie kommt ein Hotel auf eine so originelle Idee?
Inspiriert hat uns natürlich der Treppenlauf im New Yorker Empire State Building, das hat 1576 Stufen. Thomas Dold gewann 2006 diesen Wettkampf in gut zehn Minuten und war auch sofort bereit, in Berlin an den Start zu gehen. So gab es 2006 den ersten Treppenlauf im Park Inn Berlin-Alexanderplatz mit rund 100 Teilnehmern, 2007 waren es 300. Gleichzeitig ermittelten auch 100 Feuerwehrmänner aus ganz Europa ihre Besten.
In Ihrer „Amtszeit“ gab es viele Veränderungen. Das markante Hotel direkt am Alex wurde moderner, attraktiver und offensichtlich auch sportlicher.
Das Haus hat eine lange Historie. 1970 erbaut, hieß es damals Hotel Stadt Berlin, später Forum Hotel. Im Jahr 2000 stand es fast zum Abriss. Stattdessen wurde es von Grund auf saniert, nichts blieb wie es war. 100 Millionen Euro wurden investiert, damit dieses New-York-Style-Hochhaus mitten in Berlin ein komfortables und modernes Hotel werden konnte, das mit seinem 4-Sterne-Superior-Service und einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis die Erwartungen der Gäste aus aller Welt erfüllt. Das belegen die Zahlen, denn wir gehören heute zu den Top Ten der umsatzstärksten Hotels Deutschlands.

Wir haben das Image des Park Inn neu positioniert, und ich finde, die sportive Ausrichtung passt gut zu diesem Haus und natürlich zu Berlin. Bei uns checken viele Sportmannschaften ein, wir unterstützen den SCC Volleyball (Bundesliga) und sind Ausrichter des „Michael Stich Charity Golf Cup“ zugunsten HIV-erkrankter Kinder. In diesem Sommer bieten wir mit House Running am Park Inn Berlin-Alexanderplatz eine ganz neue Herausforderung.
Rennen am Haus – das klingt nach Leuten, die die Wände hochgehen oder nach Filmaufnahmen für einen Actionfilm.
Nicht hoch, sondern runter – und mit Action hat es auch zu tun. Jochen Schweizer, Experte für außergewöhnliche Erlebnisse und Inhaber der gleichnamigen Agentur, kam auf die Idee. Die Mutigen werden an Seilen 98 Meter an der Wand des Park Inn in die Tiefe gelassen. Den ersten Kick gibt es beim Blick senkrecht nach unten, dem folgt das „Over the Edge“ – und ab geht’s! Ganz nach Lust und Mut bestimmt der Runner die Geschwindigkeit selbst. An zehn Samstagen laden wir in diesem Sommer zum House Running ein. Das Ticket kostet 59 Euro, Adrenalin-Kick inklusive.
Hat Ihr Hotel, das sehr hoch, sehr groß und sehr gut ausgelastet ist, eigentlich auch ruhige, lauschige Ecken?
Ich denke, das Park Inn Berlin-Alexander platz macht trotz seiner Größe an keiner Stelle den Eindruck eines „Touristenbunkers“. Was auch nicht stimmt, denn die Hälfte aller unserer Gäste sind Business-Reisende, ein gesundes Verhältnis.
Überall hat man den Eindruck, dass es sehr gemütlich und ansprechend ist.

Etwas ganz Besonderes ist natürlich unsere Terrasse in 120 Metern Höhe, die einen so einmalig schönen Blick über Berlin bietet, dass man nur sagen kann: selber anschauen! Hier stehen Liegestühle zum Relaxen, und einen Sonnenuntergang mit einem Cocktail in der Hand auf dieser Terrasse zu erleben, macht aus manchem einen romantischen Schwärmer.
Das SPAGOS ist eine sehr innovative Bar und Lounge mit einem Konzept, das stimmt. Wir haben mit sieben Meter Länge auch die größte Couch der Stadt. Das ist schon kuschelig, stimmt’s? Die rustikale Zille-Stube hat gerade mal 60 Plätze. Auch der Fitness- und Wellness-Bereich ist natürlich eine Oase mitten in der Stadt. Wer aufgrund unserer Größe Bahnhofsatmosphäre sucht, muss schon bis zum Bahnhof Alexanderplatz gegenüber laufen.
Waren Sie schon in jedem der 1 012 Zimmer?
Ja. Übrigens antworte ich manchmal meinen Mitarbeitern auf die Feststellung, dass wir zu 90 Prozent ausgebucht sind, dass wir ja dann noch ein Hotel frei haben.
Sie gelten als Chef, der gegenüber neuen Ideen seiner Mitarbeiter sehr aufgeschlossen ist. Ist es nicht leichter, ein so großes Hotel autoritär zu leiten?
Ganz im Gegenteil. Ich denke, es ist wichtig, die Ideen, Vorstellungen und Erfahrungen jedes Mitarbeiters zu nutzen und in Entscheidungen einfließen zu lassen. Dieser kreative Input ist eine wichtige Basis für unseren Erfolg. Bestes Beispiel ist das SPAGOS. Nur Vorturner zu sein, wäre mir zu langweilig. Leute, die mitdenken, bewegen auch etwas und haben Spaß und Biss, das auch umzusetzen.
Gibt es dennoch Situationen, in denen Sie wütend werden?
Ich sage meinen Mitarbeitern immer: Lasst es nicht so weit kommen, damit ihr das nicht erleben müsst. Das scheint zu funktionieren. Denn es musste noch nie sein und wenn, denke ich, dann wäre es sehr nachhaltig.
Wann waren Sie zum ersten Mal am Alex, und wie sehen Sie den Platz heute?
Das war im November 1999. Damals war der Alex eine Riesenbaustelle. Der Platz ist ja wohl auch die älteste und dauerhafteste Baustelle der Hauptstadt. Natürlich sieht man heute die Fortschritte, Lücke für Lücke schließt sich, und der Platz nimmt Formen an.
Ich denke, der Alexanderplatz hat eine nahezu symbolische Bedeutung. Er ist wie Berlin: nie fertig. Das hat einen ganz eigenen Charme und eine innere Spannung. Hier ist so viel innovativer Geist zu spüren, hier bewegt sich so viel, hier ist das Leben sehr ursprünglich. Ich beobachte immer wieder, wie auch viele Gäste das spüren und fasziniert sind, von der Atmosphäre, dem Tempo und der Dynamik dieses Teils von Berlin-Mitte, von dem aus man zu Fuß schnell am Hackeschen Markt oder auch auf der Museumsinsel ist.
Wenn Sie Gästen Sightseeing-Tipps für die Hauptstadt geben, was steht in jedem Fall auf dem Programm?
Ich gebe Gästen immer den Rat, auf die Terrasse zu gehen, um eine Ahnung von der Dimension dieser Stadt zu bekommen, natürlich auch um sich zu orientieren. Berlin hat so viele schöne Seiten, natürlich sollten die Museumsinsel und ein Bummel Unter den Linden auf dem Plan stehen. Auch eine Busfahrt mit dem 100er oder eine Schifffahrt mitten durch die Stadt zeigt Historisches und Neues. Dazu braucht man nur eine gute Stunde Zeit, also auch für Business-Reisende eine effektive Methode, die Einmaligkeit dieser Stadt zu erleben. jv
Auf einen Blick – Park Inn Berlin-Alexanderplatz
- 1 012 Zimmer inklusive Business-Class-Zimmer, Classic Zimmer, „Colour Sweets“ und Suiten
- 3 Restaurants, 2 Bars, 1 Biergarten
- 11 flexibel kombinierbare Tagungsräume
- Teilbarer Ballsaal für Empfänge für bis zu 350 Personen
- „Panorama-Salons“ in der 37. Etage mit atemberaubendem Blick über die Dächer Berlins
- Wellnessbereich mit Sauna, Massage, Health-Bar und Fitnessclub
- Casino in der 37. Etage
- Panorama-Terrasse in der 39. Etage
- Business-Center
- Archivbeiträge der Ausgabe 3/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 4/2006
- Archivbeiträge der Ausgabe 1/2007





















