70 Jahre und sehr aktiv
Archiv der Ausgabe 3 | 19. Jahrgang | Herbst 2006
- Bauunternehmen Werner Gustke + Sohn feierte Firmenjubiläum
Vor 70 Jahren war es vor allem der Bau der Stadtautobahn, der die Bau-Branche Berlins belebte. Der junge Bauunternehmer Werner Gustke gründete damals seine eigene Firma. Heute lenkt Sohn Eberhard die Geschicke des Familienunternehmens. Er lud Familie, Freunde und Weggefährten ins Potsdamer Schlosshotel Cecilienhof ein, um zwei Jubiläen zu feiern: den 70. Geburtstag seiner Firma, die er seit 40 Jahren erfolgreich leitet.
Heidi und Eberhard Gustke(Foto: Andreas Amann)
Bei schönstem Sommerwetter war Gelegenheit, über Vergangenes und Gegenwärtiges zu reden, schließlich liefert die Firmengeschichte reichlich Gesprächsstoff. Vor 70 Jahren übernahm die junge Firma Gustke vor allem Abrissarbeiten, denn dem Neubau der Berliner Autobahn mussten ganze Straßenzüge der Stadt weichen. Nach dem Krieg wirkte das Unternehmen aktiv beim Wiederaufbau Berlins mit, errichtete Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäuser und Wohnungen. Zunächst in Steglitz und Schöneberg, ab 1970 vorwiegend in Britz, Buckow und Rudow. Eberhard Gustke erinnert sich gut an die Zeit, als es häufig mehr Aufträge als Auftragnehmer gab. „Ende der 60er- bis Anfang der 80er- ahre ging es der Baubranche in Berlin wirtschaftlich gut“, weiß der Unternehmer, der 1966 die Geschäftsführung übernahm. „Mein Vater baute in all den Jahren das Unternehmen umsichtig und fleißig aus, brachte es immer auf den neuesten technischen Stand. Konsequent achtete er darauf, dass die Firma stets ein Familienunternehmen blieb“, erzählt Eberhard Gustke, für den Werte wie Zuverlässigkeit und Qualität, Handwerkstradition und Familienehre zugleich sind.
Heute ist das Bauunternehmen Werner Gustke + Sohn GmbH vor allem auf Modernisierungen, Instandhaltungen, Dachgeschossausbauten und Gewerbebauten spezialisiert.
Zum 70. Firmengeburtstag kamen alle Gratulanten ohne Blumen und Geschenke nach Potsdam. Das hatte sich Eberhard Gustke so gewünscht und gleichzeitig um eine Spende für die Jugendarbeit der Evangelischen Brüdergemeine Berlin gebeten. Hier sollen Räume
entstehen, in denen die Jugendlichen im Norden Neuköllns sinnvolle Freizeitangebote nutzen können. Diese Bitte verwunderte niemanden, denn in all den Jahren verband Eberhard Gustke sein unternehmerisches Handeln mit Engagement für die Stadt. So arbeitet er ehrenamtlich in verschiedenen Gremien, unter anderem bei mehreren Gerichten. Seine Kenntnisse und Erfahrungen sind gefragt. Dabei ist es ihm stets besonders wichtig, Fachwissen und soziale Einstellungen an den Berufsnachwuchs weiterzugeben. Rosig sieht er die Aussichten der Branche allerdings nicht: „Wenn immer weniger Baufacharbeiter ausgebildet werden, verschwindet auch Wissen aus dem Erfahrungsschatz. Ab einem gewissen Punkt ist das nicht mehr aufzuholen.“
- Archivbeiträge der Ausgabe 2/2006





















