Hochzeit international
Archiv der Ausgabe 3 | 24. Jahrgang | Herbst 2011
- von Misha Leuschen
Berlin, eine Weltstadt: Rund 190 verschiedene Nationen leben in der Hauptstadt, mehr als hundertfünfzig Botschaften, 55 Generalkonsulate und 6 Konsulate haben hier ihren Sitz. Mit 13,7 Prozent ist Berlin das deutsche Bundesland mit dem zweithöchsten Ausländeranteil nach Hamburg (14,1 Prozent). Viele Zugezogene haben ihre eigenen Sitten und Gebräuche mitgebracht und halten die Traditionen ihrer Herkunftsländer lebendig. Polen und Japaner, Afghanen, Griechen oder Ghanaer haben in Berlin ein neues Zuhause gefunden. Bei großen Feiern kommt oft die ganze Familie zusammen – das gilt besonders für Hochzeiten, bei denen manche Bräuche aus der Heimat wieder aufleben. Wir stellen Ihnen Spannendes, Kurioses und Romantisches aus aller Herren Länder rund ums Thema Hochzeit vor.
Wenn eine türkischstämmige Familie Hochzeit feiert, dann ist das in der Hauptstadt nicht zu überhören. Viele türkische Familien richten das Fest modern und europäisch aus, auch wenn der eine oder andere Brauch aus der Heimat hochgehalten wird. Mit Musik und Hupkonzert wird die bevorstehende Trauung allen lautstark angekündigt, am liebsten im Autokorso. Bei der Hochzeitsfeier ist es üblich, das Hochzeitspaar mit Goldschmuck zu beschenken. Jeder Verwandte und Bekannte beschenkt das Ehepaar, je nach seiner Nähe zu dem Paar, mit Gold. Das neue gemeinsame Schlafzimmer kauft nach alter Tradition immer die Braut. Der Bräutigam bezahlt hingegen das Brautkleid. Für die Einrichtung der neuen Wohnung gibt es traditionelle symbolische Geschenke: Der Koran für den Glauben, ein Spiegel soll Erleichterung bringen, die Kerze bringt Licht, der Reis steht für Fruchtbarkeit und der Zucker für die Süße des Lebens. Wer eine polnische Hochzeit mitfeiert, der braucht Kondition, Trinkfestigkeit und viel Humor.
Schon der Weg zur Kirche ist für die Brautleute oft mit Hindernissen gespickt, für deren Organisation ist der Trauzeuge (weiterlesen…)
