Archiv der Ausgabe 2 | 24. Jahrgang | Sommer 2011
Wer heute up to date sein will, der ist ständig auf der Suche nach sich selbst. Das kann ziemlich anstrengend werden und so mancher sucht sein Leben lang. Doch zum Glück wird in unserer Gesellschaft niemand mit sich selbst alleingelassen. Und wer so gar nicht weiß, wer er ist und wo er hingehört, der kann sich zumindest aussuchen, ob er eher zu den Phlegmatikern, Sanguinikern, Melancholikern oder doch lieber zu den Cholerikern zählen möchte. Oder er reiht sich einfach in die Jahreszeiten ein. Dabei kommt zwar der Sommer-Typ mit der Beschreibung als: (weiterlesen…)
Archiv der Ausgabe 2 | 24. Jahrgang | Sommer 2011
Inzwischen hat sich wohl auch der letzte politische Journalist des Landes daran gewöhnt, dass Manuela Schwesig kein „L“ im Namen hat. Spätestens seit sie im Juli 2009 Mitglied im „Kompetenzteam“ von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zur Bundestagswahl 2009 wurde, nahmen auch viele Bundespolitiker Deutschlands jüngste Ministerin wahr. Die in Frankfurt (Oder) geborene Ministerin für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern ist eine der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD und ausgewiesene Expertin für Familienpolitik. Manuela Schwesig ist verheiratet und Mutter eines 4-jährigen Sohnes. Herausgeber Jürgen H. Blunck und Journalistin Brigitte Menge trafen die couragierte Ministerin mit der ausgeprägten Lust am politischen Streitgespräch.
Sie wuchsen im Osten Brandenburgs auf. Was hat Sie nach Mecklenburg-Vorpommern verschlagen?
Ich habe mich nicht nur in meinen Mann verliebt, sondern in sein Heimatland gleich mit.
Im September ist Landtagswahl in MV. Wenn Sie zurückblicken: Welche Ihrer Ziele haben Sie erreicht?

Foto: Oliver Wia
Da ist natürlich vor allem die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Wir haben ein neues Kita-Gesetz mit hohen Qualitätsnormen auf den Weg gebracht, das u. a. kleinere Gruppen festschreibt sowie zusätzliche Mittel in soziale Brennpunkte investiert. Durchgesetzt wurde der Rechtsanspruch für ein kostenfreies Mittagessen in Kitas und Schulen. Diese Regierung investierte 20 Millionen Euro in die Verbesserung der chancengleichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Dabei war und ist mein Grundsatz, mit der Förderung der Kinder so früh wie möglich zu beginnen. Als Bekenntnis zu einer modernen Seniorenpolitik haben wir mit dem Seniorenmitwirkungsgesetz den öffentlichen Anspruch der über 60-Jährigen auf Beteiligung am gesellschaftlichen Leben durchgesetzt.
Welche Ziele haben Sie sich – im Falle der Wiederwahl – für die nächste Legislatur vorgenommen?
Das ist die nahtlose Fortsetzung dieses Weges, also: die Voraussetzungen in den Kitas qualitativ weiter verbessern, denn hier werden die Grundwerte für das Leben geprägt. Ich werde mich für die Senkung der (weiterlesen…)
Archiv der Ausgabe 2 | 24. Jahrgang | Sommer 2011
Die Bilanz der Reisesaison 2010 bringt es an den Tag: Wir sind wieder Reiseweltmeister! Dabei fährt jeder dritte Deutsche gleich mehrfach im Jahr in den Urlaub. Der Gewinner ist und bleibt die Ostsee, die im vergangenen Jahr als einzige Urlaubsregion des Landes ordentlich zulegte und statistisch etwa jeden elften Urlauber bei sich willkommen hieß. Segler und Strandkorbgenießer, Bademeister und Burgenbauer, Küstenläufer und Kunstfreunde, Junge und ganz Junge, Alte und weniger Alte lieben die kilometerlangen Strände und die Momente, wenn das Meer die Sonne verführt.

Foto: Rosel Eckstein / pixelio.de
Nur zu gern wecken wir die Lust auf Entdeckungen zwischen viel Bewegung und der Gewissheit, wie schön es ist, sich einfach mal treiben zu lassen. Lust auf Grillen am Strand oder auf Radtouren durch stille Buchenwälder? Sport? Aber ja: schwimmen, segeln, wandern, biken, reiten oder einfach im warmen Sand aalen. Die Kulturangebote sind so üppig, dass man schon mal die Übersicht verlieren kann. Kunst und Musik gibt es nicht nur in Museen und Konzertsälen, sondern in Herrenhäusern, Kirchen, Schlössern, manchmal sogar in Scheunen und Ställe und so ungewöhnlichen Orten wie Werften, Flughafenterminals oder alten Industriehallen. Ob Familie oder Single, Teenager oder Best Ager, Naturfreund oder Sportfreak, Wandervogel oder Nachtschwärmer – hier findet jeder die Portion (weiterlesen…)
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Berlin ist kulinarisch breit aufgestellt. Ob Imbiss oder Sterne-Tempel, Szene- oder Edelgastronomie, europäische oder exotische Küche – für jeden Geschmack findet sich das passende Restaurant. Nur in Sachen Fisch und Meeresfrüchte muss man etwas länger suchen – die Hauptstadt liegt eben nicht am Meer. Zwar bekommt man bei jedem besseren Italiener eine Dorade vom Grill und jedes gehobene Restaurant mit deutscher Küche hat Zanderfilet auf der Speisenkarte. Lokale mit kreativer Fischküche sind jedoch eher rar gesät.

Fischers Fritz, Foto: The Regent Berlin
Einige Perlen finden sich dennoch im märkischen Sand. Die schillerndste ist das Zwei-Sterne-Restaurant Fischers Fritz im Hotel The Regent am Gendarmenmarkt. Christian Lohse, höchstdekorierter Küchenchef Berlins, kredenzt das Feinste vom Feinsten: Bretonischen Hummer, Saiblingskaviar, Atlantik-Steinbutt oder geangelten Wolfsbarsch. Zu Recht gerühmt wird der Sternekoch nicht nur für seine Kreationen aus Fisch und Meeresfrüchten, sondern auch für sein Onsenei. Das Rezept stammt aus Japan: Dort wird das Ei traditionell in heißen Schwefelquellen langsam gegart. Lohse steckt es in einen Kombi-Dämpfer, wo es bei knapp über 60 Grad in einer guten halben Stunde eine perfekte, cremige Konsistenz erhält. Serviert wird der Klassiker mit wechselnden Komponenten, mal mit Kartoffelstampf und Safran-Krustentiersauce, mal mit Zwiebelconfit, Pfifferlingen und Gänsestopfleber. Mit 135 Euro teuerstes Einzelgericht auf der Abendkarte ist „Homard à la presse“: In einer silbernen (weiterlesen…)
Archiv der Ausgabe 2 | 24. Jahrgang | Sommer 2011
Der Inbegriff aller Sportwagen ist 50 Jahre alt, der Jaguar E-Type gewann fast jedes für ihn geeignete Autorennen und ist Star zahlloser Filme. Auch der Serien-Agent des FBI Jerry Cotton möchte bis heute im New Yorker Stadtverkehr nicht auf seinen roten, betörenden Sportwagen aus England verzichten – der Jaguar E-Type wird niemals altern, sondern ist zu einer Ikone gereift, die den Jaguar-Leitspruch „grace, pace and value for money“ für jeden Sportwagen-Hersteller zum Maßstab macht.

Fotos: Johannes Hübner
Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber viele Dinge sind gestalterischen Grundregeln unterworfen, die man als ideal bezeichnen darf. Was in der Kunst die Balance des ausgewogenen „Goldenen Schnitts“ ist, bedeutet für einen Sportwagen eine lange Haube, ein flaches Dach, breite Schultern und vor allem fließende Linien. Der einstige Jaguar Chefstilist Malcolm Sayers kreierte aus diesen Zutaten den Sportwagen Jaguar E-Type, der seit seinen ersten öffentlichen Stunden im Frühjahr 1961 die Grundregeln für Frontmotor-Boliden so neu definierte, dass ihm 40 Jahre später dafür ein Ehrenplatz im New Yorker Museum of Modern Art zuteilwurde. Obwohl Sayers dabei vor allem die Messwerte eines der ersten (weiterlesen…)