Archiv der Ausgabe 2 | 23. Jahrgang | Sommer 2010
Auf Humboldts Spuren

Heide L. Surkau, „Am seidenen Faden“, Öl auf Leinwand, 2010, © Heide L. Surkau
Botaniker und Pflanzenfreunde aufgepasst! Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens am Standort Dahlem, zeigen der Botanische Garten und das Botanische Museum noch bis zum 30. Januar 2011 die Sonderausstellung „Humboldts Grüne Erben“. Ausgestellt werden u. a. das Tagebuch der amerikanischen Reise und das Feldbuch von Alexander von Humboldt. Diese beiden Exponate waren noch nie gemeinsam zu sehen. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm aus Vorträgen, Führungen und Kinder-Workshops. Ebenfalls im Botanischen Museum präsentiert die vielfach prämierte Künstlerin Heide L. Surkau momentan eine Auswahl ihrer Ölgemälde. Bereits in den 1960er-Jahren war Surkau als Grafikerin für das Museum beschäftigt, nun kehrt sie mit der Ausstellung „Quer Beet. Anblicke – Einblicke – Ausblicke“ dahin zurück. Die Werke von Heide L. Surkau sind in zahlreichen Sammlungen im In- und Ausland vertreten, darunter die Marc Moyen Collection (Arlington, USA) und die Galerie Eisenmann (Böblingen).
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- Ein kühler Samstag im Mai unweit des Waidmannnsluster Damms: Struppi, ein 18 Jahre alter Dackel, wurde gerade von einem älteren Ehepaar und den Enkelinnen zu Grabe getragen. Eine blonde Frau in Gärtnerbekleidung fuhr das Tier zuvor auf einer Schiebekarre rund 800 Meter zu seiner letzten Ruhestätte, ihr folgte der kleine Trauerzug. Nach dem Abschied von Struppi schippt ein junger Mann das Grab mit Erde zu. Aus Pietätsgründen verbieten sich Fotos.
- von Gerald Backhaus
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Das Ehepaar stammt aus der Gegend und hatte schon vor knapp zwei Jahren erfahren, dass es in Tegel den „Pfötchenhain“, einen Tierfriedhof, gibt. Dessen Inhaberin, die Dame mit der Karre, heißt Christina Hübner. Der junge Mann ist Johann-Christoph Müller, ein 22-jähriger Maschinenbaustudent und Pfarrerssohn, der ihr mit einem weiteren Studenten auf dem Friedhof zur Hand geht.
Was ist erlaubt?

Foto: Gerald Backhaus
Bis 2002 bestand kein Zweifel: Tote Haustiere durften im eigenen Garten vergraben werden. Danach wurde eine EU-Vorschrift erlassen, die das Vergraben toter Tiere nur noch mit Genehmigung erlaubt. Um nicht jeden Einzelfall überprüfen zu müssen, erließen die Behörden aber eine „Allgemeinverfügung“. Es gab viel Wirbel darum, was nun erlaubt und was verboten ist. Fazit: Im Garten dürfen Katzen, Hunde, Vögel und Meerschweinchen nach wie vor beerdigt werden, allerdings nur dann, wenn das Grundstück nicht in einem Wasserschutzgebiet oder zu nahe an öffentlichen Wegen und Plätzen liegt. Wer seinen toten Vierbeiner auf öffentlichem Grund, im Wald oder am Wegesrand bestattet, macht sich strafbar. Keine Einschränkungen gibt es bei Urnenbestattungen. Die Asche darf man mit nach Hause nehmen und in einer Urne aufstellen oder vergraben. (weiterlesen…)
- Mitte Juni wurden die Gewinner auf der Preisverleihung im ehemaligen Flughafen Tempelhof, wo das Festival dieses Jahr zum ersten Mal stattfand, bekanntgegeben. Mit insgesamt 11 000 Quadratmetern bespielte DMY 2010 eine fast doppelte Ausstellungsfläche im Vergleich zu den vergangenen Jahren. „Wir sind aus der Arena Treptow rausgewachsen“, so DMY-Geschäftsführer Joerg Suermann.
- von Gerald Backhaus
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Preisträger „For use/numen“, Foto: Luminaten
Von den ausstellenden Designern wurden drei prämiert, darunter die Tape-Installation der österreichisch-kroatischen Designer „For use/numen“. Jury- Mitglied Jerszy Seymour aus Kanada lobte den experimentellen Mut des Teams, das mit kilometerlangen, transparenten Klebebändern eine filigrane Installation schuf, die die Festivalbesucher in Benutzung nahmen. Ebenfalls ausgezeichnet wurde eine Ausstellung des Schweizer Forschungsinstituts „EPFL + ECAL Lab“, die digitale Applikationen mit analogen Materialien verknüpfte. Ein weiterer Preis ging an die niederländischen Designer Daphna Isaacs und Laurens Manders für ihre Lampen, die den klassischen Tafelaufsatz zeitgenössisch übersetzten. (weiterlesen…)
- Sie lacht und freut sich, sie klatscht in die Hände und winkt. Hundert Jahre ist die Frau auf dem Pferdewagen alt und der 20. Juni ist ein ganz besonderer Tag für sie und alle, die am Straßenrand stehen. Denn heute feiert eine gleichaltrige Dame Geburtstag: Frohnau heißt sie, die Gartenstadt in Nordwesten Berlins.
- von Thomas Ultsch
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Ingesamt sechzehn verdiente Frohnauer Urgesteine wurden in den Kremser eingeladen. Er fährt vorneweg beim großen historischen Umzug am Festwochenende. Und alle marschieren mit, das war den Organisatoren wichtig: Sportclubs, Musikkapellen, Pfadfinder, Schützenund Sportvereine und vor allem Alt und Jung.

Fotos: Baganz/BL
Viele Kinder aus den drei Frohnauer Schulen sind dabei, jede Gruppe erinnert mit phantasievollen Kostümen an wichtige Epochen in den vergangenen 100 Jahren. Die Schüler der Victor-Gollancz- Grundschule zum Beispiel haben sich Charleston-Kostüme aus den Goldenen Zwanziger Jahren angezogen und tanzen mit wehenden Federboas zur Musik von damals Richtung Zeltinger Platz. Aber auch die Evangelische Schule und die Renée-Sintenis-Schule machen mit und stellen die bittere Zeit nach dem Mauerbau genauso dar wie die bunten Flower-Power-Jahre der Blumenkinder. Die jüngsten Frohnauer aus den Kitas und Kindergärten haben sich gleich ganz in Blumen verwandelt und tragen große Filzblüten oder Blumenkränze auf dem Kopf. Auch auf ihren T-Shirts ist eine Blume zu sehen. Die Shirts wurden extra für den großen Tag entworfen und zeigen außerdem noch die anderen Dinge, die so typisch sind für Frohnau: den Casinoturm natürlich, Pferde und Buddha, denn hier in Frohnau gibt es schließlich das Buddhistische Haus, einen Tempel, in dem sogar Mönche leben. (weiterlesen…)
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Eigentlich hat Gérard Skrovanek so gar nichts von einem Monarchen. Und doch ist der bodenständige Bayer ein König des feinen Geschmacks. Die Pralinen aus seiner Manufaktur tragen die Krone des Genusses. Gekrönte Häupter und Feinschmecker schätzen die verführerischen Köstlichkeiten. Wir trafen den König der Pralinen im Hotel Adlon und erfuhren, dass sein Erfolg erklärbare Ursachen und ein paar Geheimnisse hat.

Foto: privat
Amaretto-Sahne-Trüffel, Krokant- Nougat, Caramel-Fleur de sel, Erdbeer- Minze, Green Lemon, doppelter Espresso … in wunderbarer Vielfalt und fast militärischer Ordnung liegen die runden und quadratischen Schönheiten in den schlichten Verpackungen. Schwarzbraune und helle Schokolade; wie mit einem kräftigen Pinsel gezeichnet offenbaren einige der Pralinen durch ihre Farben zwischen Erdbeere, Passionsfrucht und Vanille ihr köstliches Innenleben. Die Pralinen glänzen wie ein frisch geputzter Spiegel. Woher kommt dieser Glanz auf der schokoladigen Oberfläche? „Das ist ein Geheimnis“, meint der Meister der Pralinen und lässt sich auch mit weiteren Nachfragen nicht aus der Reserve locken. Der Schokoladenduft umschmeichelt die Nase und spätestens in diesem Moment siegt der Appetit. „Greifen Sie ruhig zu“, ermuntert Gérard Skrovanek, der diese Situation wohl sehr oft erlebt hat. Das Probieren ist so vollkommen, dass jede einzelne Geschmacksknospe jubelt. Harmonisch verbinden sich die Komponenten der einzelnen Bestandteile zu purem Genuss. Eifrig sucht die Erinnerung nach Vergleichbarem und tut sich schwer. „Das schmeckt, stimmt’s?!“, fragt Gérard Skrovanek mit einem wissenden Lächeln. (weiterlesen…)